Liebes
Redaktionsteam der Zeitschrift „Kurdistan Report“,
in eurer Zeitschrift Nr.135 werden viele Lösungsvorschläge, von verschiedenen
Personen, für ein freies und unabhängiges Kurdistan gegeben.
Diese Lösungen sind alles richtige Vorschläge, jedoch kommt es ein wenig
so rüber, als ob Erdoğan die gesamte Schuld an der Türkeipolitik bzw.
Kurdenfrage hätte. Natürlich ist er nicht ganz so unschuldig an der
schlechten Politik in der Türkei, es darf aber auch nicht vergessen
werden, dass er das Sprachrohr von Büyükanıt ist. Erdoğan kann gar nicht
alles so umsetzen, wie er es im Wahlkampf versprochen hat, denn seine
Reden werden vom Militär kontrolliert. Wenn das Militär will, kann es
Erdoğan sofort durch einen Putsch stürzen. Das Militär kann auch eine
Gruppe dazu bringen, Erdoğan umzubringen, wie es bei Turgut Özal der
Fall war. Genauer gesagt, traut sich Erdoğan gar nichts in Richtung
Kurdenpolitik zu sagen, sondern führt mehrheitlich das aus, was das
Militär von ihm will. Auf der anderen Seite, setzt er sich für seine
Ziele ein, die für ihn persönlich Vorteile haben:die Kopftuchdebatte.
Erdoğan möchte, dass das Kopftuchtragen als „Erlaubt“ durchkommt, zum
eigen Vorteil natürlich, da dann auch seine Frau Emine Erdoğan mit ins
türkische Parlament eintrteten darf.
Einen anderen Aspekt, denn ich ansprechen möchte, sind die Kurden selbst.
Es herrscht so gut wie gar kein Zusammenhalt zwischen den Kurden. Die
Kurden halten viel zu sehr an ihren Religionen, anstatt an ihr Kurdensein.
Sie wählen fast alle Erdoğan, weil der ja auch Moslem ist. Die Frage
ist, „wie soll ein Kurdistan entstehen, wenn die Kurden ihr Kurdensein
zum Teil gar nicht wahrnehmen“? Heute hauen sich viele ehemalige Erdoğanwähler
auf ihren Köpfen, wie sie Erdoğan nur wählen konnten. Um darüber nachzudenken
ist es aber viel zu spät, Erdoğans Politik reicht schon über die Türkeipolitik
hinaus: Auch Teile Südkurdistans, wie die Kandil Berge, werden schon
mitlerweile bombadiert.
Hierbei erkennt man wie gut die Kurden zusammenhalten: die PKK, die
für die Rechte der Kurden seit 30 Jahren kämpfen, werden in Südkurdistan
vom türkischen Militär bekämpft, auch Zivilisten werden getötet. Und
was unternehmen Barzani und Talabani dagegen? Gar nichts. Sie tun so,
als ob die PKK und die Kurden aus der Türkei keine Kurden wären. Vertrauen
den Amerikanern, „es wird schon gut gehen“. Man sollte aber auch nicht
vergessen, dass die Amerikaner nicht in den Irak einmarschiert sind,
um die Kurden von Saddams Diktatur zu befreien, sondern zum eigenen
Vorteil: Erdölimport nach Amerika für fast keinen Cent.
Kurdistan ist nicht nur gepalten in 4 Hälften, sondern auch in 4-5 Religionen,
wobei sich jeder Kurde fest an die eigene Religion klammert. Wenn man
sich einmal in der Welt umsieht und fragt: „wer hat denn kein Land“?
So stellt man fest, dass die Kurden die größte Volksgruppe der Welt
ist, die kein eigenes Land hat, dieses man aber damit begründen kann
, dass 1. es zu wenig Zusammenhalt zwischen den Kurden gibt und 2. die
Kurden viel zu sehr an ihren Religionen geklammert sind.
Wir als Kurden brauchen keine Hilfe aus Europa oder Amerika zu erwarten,
Kurdistan ist geteilt in 4 Hälften, welcher Hälfte soll den Amerika
und Europa zuhören? Europa und Amerika haben andere Sorgen als das Kurdenproblem,
so hart es sich auch anhören mag. Zwischen Israel und Palestina gibt
es schon seit Zig Jahren Krieg. Wenn Amerika und Europa jemanden helfen
sollte, dann wird es wohl zuerst Israel sein, da dieses Land zumal bedroht
ist durch den Iran.
Wir als Kurden müssen ersteinmal einen Weg finden, wie wir als Kurden
alle zusammenhalten können. Der erste Weg wäre, DTP zu wählen und diese
Partei im türkischen Parlament so stark zu machen, dass sie mehr oder
weniger das Sagen hat. Diese Partei wäre die Zukunft der Kurden und
vielleicht auch eine Beferiung für Herr Öcalan, der Führer, Held und
Gott der Kurden.
Zahra aus Deutschland, 27. Jan 2008