| Abdullah Öcalan Wege zu einer Lösung der kurdischen Frage Auszüge aus der Eingabe an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Das Buch "Wege zu einer Lösung der kurdischen Frage" ist ein Auszug aus dem sechsten von insgesamt neun Kapiteln der Eingabe Abdullah Öcalans an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Wegen der Aktualität und Dringlichkeit wurde dieser Abschnitt aus der etwa 1000-seitigen analytischen Arbeit schon vor der Herausgabe des Gesamtwerks in deutscher Sprache veröffentlicht. Neben dem Auszug enthält diese Ausgabe ein Vorwort von Yasar Kaya, eine Analyse und das Inhaltsverzeichnis der gesamten Eingabe. Yasar Kaya - Zur Verteidigungsrede von Abdullah Öcalan Über Abdullah Öcalan, den wertvollen Spross und Vorkämpfer des kurdischen Volkes, wird noch viel gesprochen und geschrieben werden. Er ist der Hauptarchitekt der Wiederauferstehungsgeschichte einer Nation, die schon am Rande ihres eigenen Grabes zur Beerdigung bereit stand. Unserer Meinung nach ist Öcalan ein Mensch schwieriger Zeiten. Er gründet eine Gruppe, es wird zum Ereignis, er gründet eine Partei, es wird zum Ereignis, er bricht in den Mittleren Osten auf, es wird zum Ereignis, er gründet eine Guerillaorganisation und beginnt den bewaffneten Kampf, und es wird zum Ereignis. Er verkündet einseitig einen Waffenstillstand und bricht vom Mittleren Osten nach Europa auf, und es wird zum Ereignis. Seine Entführung und Verhaftung führten weltweit zum Ereignis und bei den Kurden zu ihrer größten historischen Einheit. Diese Kette von Ereignissen, innerhalb von 25 Jahren entstanden durch die Aneinanderreihung der einzelnen Glieder, führte schließlich über die Eingabe während des Prozesses in Imrali zu den Eingaben an den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof unter dem Titel "VOM SUMERISCHEN PRIESTERSTAAT ZUR DEMOKRATISCHEN ZIVILISATION". Was beinhalten diese Eingaben? Meiner Meinung nach handelt es sich vor allem um eine juristische Methodologie, um die Geschichte der sozialen Kämpfe des Mittleren Ostens, um eine neue und gründliche Bewertung des Ursprungs der Zivilisation, um die Geschichte der kurdischen Befreiung und um das Manifest für eine Lösung der bisher ungelösten kurdischen Frage. Es besitzt als Manifest der demokratischen Zivilisation die Qualität einer Anleitung zur Demokratie für die Völker des Mittleren Ostens, der als Wiege der Zivilisation auf eine 5000-jährige Geschichte zurückblickt, einer Anleitung zum Leben für diese geheimnisvolle Gegend, aus der die drei monotheistischen Religionen hervorgegangen sind. Nachdem Abdullah Öcalan alles, was seit den dunklen Tiefen der Geschichte bis heute geschehen ist, alle Zivilisationen, die entstanden und wieder vergangen sind, und alle Kriege einer genaueren Betrachtung unterzieht, vernachlässigt er nicht die Quelle, die Gerechtigkeit, das Recht, das Menschenleben und die Frau. In der Eingabe Abdullah Öcalans werden die Werte des Zeitalters und der Region des Mittleren Ostens sowie neue und strategische Blickwinkel für eine Lösung der Probleme dargestellt. Offenherzig kritisiert Abdullah Öcalan vor allem das eigene Tun, die Fehler der Partei. Damit gibt er dem neuen Menschen und dem eigenen Kader eine ethische, soziologische und historische Anleitung zur Diplomatie. Die demokratische Zivilisation stellt er als eine unverzichtbare Alternative für die Völker der Region und die Lösung der kurdischen Frage dar. Was er sagt und schreibt, sind Voraussichten für viele Jahre und Tatsachen. Er fordert Veränderung und Überwindung und führt zu neuen Horizonten. Indem er demokratische Lösungswege für alle vier Teile Kurdistans aufzeigt, erläutert er historisch, wie sich Türken, Perser und Araber Jahrhunderte lang der kurdischen Frage angenähert haben. Er bringt neue historische Perspektiven hervor. Er stellt neue Strategien dar, mit denen er versucht, die Kurden in den rasanten Verlauf des Zeitalters mit einzubinden. Alles, was er von ihnen fordert, ist Veränderung und Wandel. Die oligarchische Republik analysierte der inhaftierte Vorsitzende eines vom Komplott betroffenen Volkes. Die Kemalisten in der Türkei und Kurdistan, die religiösen und die das Kurdentum vertretenden Menschen haben neu angefangen zu denken. Das bedeutet die Zerstörung des geistigen Status Quo. Demokratie und kurdische Frage kamen auf die Tagesordnung, nachdem das Komplott [durch das der PKK-Vorsitzende in türkische Gefangenschaft geriet; A. d. Ü.] aufgedeckt wurde. Die Kurden wurden nicht einfach so zur größten Stütze der Demokratie in der Türkei. Die PKK als ihre Partei hat zu jeder Zeit auf der Bühne der Geschichte ihre Existenz, Toleranz und Elastizität gezeigt. Und die Veränderung geht weiter. Wessen Werk ist das wohl? Über all das denken wir nach. So, wie die kurdisch-türkische Einheit für die demokratische Republik in einer gemeinsamen Türkei, so ist eine demokratische Föderation im Mittleren Osten für die Lösung der kurdischen Frage von Bedeutung. Öcalan, der diese historisch bedeutsamen Thesen entwickelt hat, ist weit entfernt von einer persönlichen Verteidigung. Vielmehr geht es ihm um die Verteidigung der Völker einer sehr komplizierten Region. Als jemand, der das Komplott von Beginn an verfolgt hat, hat Herr Öcalan sein Dasein auf Imrali als einen "Spiegel" charakterisiert, in dem sich "die Kurden selbst zeigen können". Wie er selbst ausgedrückt hat, sollten die Jahrestage [seiner Gefangennahme; A. d. Ü.] nicht als Trauertage begangen werden, sondern als Tage, aus denen eine Lehre gezogen werden kann. In diesem kleinen Buch sind Lektionen einer Geschichte enthalten, die groß bewertet werden. Yasar
Kaya ------------------------------------------------------- Abdullah Öcalan Wege zu einer Lösung der kurdischen Frage Auszüge aus der Eingabe an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Kurdistan
Informations-Zentrum e.V. (Hg.), Berlin, Eigenverlag, 1. Auflage 2002 zu
beziehen über: --------------------------------------------------------- Vom sumerischen Priesterstaat zur Volksrepublik Abdullah Öcalan Originaltitel: Sümer Rahip
Devletinden Halk Cumhuriyetine Dogru Inhaltsverzeichnis ERSTER BAND Vorwort Erstes Kapitel: Sklavenhaltergesellschaft und zivilisatorische Entwicklung A- Sumerer: Zivilisation an
den Ufern des Euphrat und Tigris F- Zeitalter der Sklavenhalter-Stadtstaaten
im Mittleren Osten I- Hititer I- Verfall der Sklavenhalter-Zivilisation Zweites Kapitel: Zeitalter
der feudalistischen Zivilisation Drittes Kapitel: Zeitalter
der kapitalistischen Zivilisation Viertes Kapitel: Ideologische Identität der neuen zivilisatorischen Entwicklung: Ort, Zeit und Bedingungen Fünftes Kapitel: Kann die kulturelle Tradition des Mittleren Ostens eine neue Zivilisationssynthese darstellen?
Sechstes Kapitel: Probleme des kurdischen Phänomens im Mittleren Osten und mögliche Lösungswege Einleitung A- Erläuterung grundlegender
Begriffe B- Probleme der Methodik und
Herangehensweise an das kurdische Phänomen D- Die ethnische nationale
demokratische Bewegung der Kurden E- Zur Lösung in der kurdischen
Frage 2- Nationale Frage und demokratische
islamische Lösung im Iran Siebtes Kapitel: Als Freiheitskämpfer
eines Volkes in der Umklammerung des Komplotts 1) 1800 - 1940 3- Komplotte gegen die PKK-Führung
als Geständnisse der Angst vor der freien Identität des kurdischen
Volkes 4- Wie muss das innere Gesicht
des Jahrhundert-Komplotts aufgefasst werden? Achtes Kapitel: Kann das Rechtswesen
Europas eine Lösungsmöglichkeit für die kurdische Frage
hervorbringen? Neunte Kapitel: Apo-Identität
- Vom Clan zum Volk Schlusswort I Urfa-Verteidigungsrede
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