Der Friedensprozess in Nordirland stecke in einer "kritischen Phase", erklärte Sinn Féin-Führer Gerry Adams letzte Woche. Manche Phasen können scheinbar ewig währen. Denn neun Wochen dauern nun schon die Gespräche unter Vorsitz des US-Vermittlers George Mitchell, ohne dass eine Einigung über die Zusammensetzung einer zukünftigen Nordirland-Regierung in Sicht ist. Hauptstreitpunkt ist die Entwaffnung der IRA.
Die Vorbereitungen für einen neuen Bürgerkrieg laufen währenddessen bereits auf vollen Touren. Die Polizei warnte letzte Woche 300 Katholiken, deren Namen sich auf einer Liste mit möglichen Anschlagsopfern befanden. Und im Auto des loyalistischen Pastors Clifford Peeples entdeckte sie eine Rohrbombe und zwei Handgranaten.
Dennoch gibt es auch Fortschritte: Das berüchtigte Maze-Gefängnis, aus dem bereits 300 Terroristen und politische Gefangene beider Lager entlassen worden sind und das im nächsten Jahr ganz schließen soll, macht voraussichtlich Weihnachtsferien. Zehn Tage lang dürfen sich die letzten 140 Insassen frei bewegen.
Nazi-Attacken in SchwedenKurdo Baksi hat noch einmal Glück gehabt. Die Kugel, die den profilierten antifaschistischen Journalisten treffen sollte, schlug am Freitag vergangener Woche in seinem Wohnzimmer ein. Baksi schlief zu der Zeit noch und blieb unverletzt, wie das antifaschistische Blatt Expo berichtete. In den letzten Monaten setzte sich der Journalist als Chefredakteur des Svartvitt (Schwarz-Weiß)-Magazins und nach der Vereinigung der Zeitschriften auch als Herausgeber von Svartvitt/Expo vehement gegen Nazi-Terrorismus ein. Baksi initiierte eine öffentliche Großveranstaltung nach einem Bombenanschlag auf die ehemaligen Expo-Mitarbeiter Peter Karlsson und Katarina Larsson diesen Sommer und war als Gegner des Nazismus in Medien und Öffentlichkeit präsent.
Expo vermutet, dass es sich bei dem Anschlag um eine Warnung handelt. Bereits vor zwei Wochen erhielt der Aktivist eine Todesdrohung der Faschisten. Die Attacke ist eine weitere Tat in einer bereits seit mehreren Monaten andauernden Anschlagsserie in Schweden auf linke Aktivisten.
Bereits am 12. Oktober war Björn Söderberg, Mitglied der syndikalistischen SAC, vor seiner Haustür von Nazis ermordet worden. Einige Tage später explodierte eine Bombe in einem SAC-Gewerkschaftslokal.
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