Antifa heißt Beharren
Kriegsgewinnler
Die bevorstehenden Europa- und Landtagswahlen
treiben sie wieder auf die Straße - ob in Frankfurt/Oder, Magdeburg
oder in der nächsten Woche in Neuruppin, am 1. Mai in Bremen und am
5. Juni in Hamburg. Rund 900 Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet folgten
am vergangenen Wochenende einem Aufruf der sachsen-anhaltinischen NPD nach
Magdeburg, in Frankfurt/Oder waren es dann noch einmal 300, die unter Polizeischutz
aufmarschierten.
Während in Magdeburg der rechte
Bombenleger Peter Naumann, der Hamburger Drahtzieher Christian Worch und
Ex-NFler Steffen Hupka als Redner auftraten, beschränkte sich das
Programm in Frankfurt/Oder auf den NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt, der
mit dem Berliner JN-Kader Andreas Storr und der Heulboje Jörg Hähnel
den Gleichschritt übte.
Auch hier wenig Neues, sondern nur
die bekannten Versuche, antifaschistische GegendemonstrantInnen - in Magdeburg
waren es immerhin 700, und in Frankfurt/Oder rund 200 unter dem Motto "Vielfalt
statt Einfalt" - so weit wie möglich fernzuhalten. In Frankfurt ging
dieses Konzept nicht so ganz auf: Einer kleineren Gruppe von AntifaschistInnen
gelang es, durch eine Blockade den NPD-Aufmarsch kurzfristig zu stoppen,
bis die Polizei sie von der Straße gedrängt hatte.
Altbekannte Bilder möchte man
meinen; doch Neues gibt es trotzdem. Da ist zum einen der immer deutlichere
Versuch der NPD, durch nationalistische Anti-Kriegsparolen neue Sympathisanten
zu gewinnen. Nachdem schon bei dem Berliner Ostermarsch rund 120 Neonazis
durch vorübergehende Ingewahrsamnahmen von der Polizei gehindert wurden,
sich unter die TeilnehmerInnen des Ostermarsches zu mischen, und die NPD
dem Wittstocker Bündnis Freie Heide dreist ihre Unterstützung
zusagen wollte, versucht die NPD es jetzt mit Parolen wie "Kein deutsches
Blut für fremde Interessen".
Und da ist zum anderen der wachsende
Mobilisierungsgrad der militanten Naziszene, die es problemlos schafft,
regionale und überregionale Mobilisierungen an mehreren Orten parallel
zu organisieren. Verbotsverfügungen der Städte gehen ins Leere
und werden von den Gerichten regelmäßig aufgehoben.
Alle offiziellen Toleranzprogramme
und Sonntagsreden der um Image und Investitionen besorgten Landespolitiker
verhallen bei einem Großteil der Adressaten ebenso ungehört
wie die antifaschistischen Mobilisierungsaufrufe.
Man kann nur noch einmal wiederholen,
daß die Frage nach der rechten Hegemonie nicht nur auf der Straße,
sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen entschieden wird. Und da
gibt es einiges zu tun.
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