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Euro Nachrichten
Nato macht alles
wieder gut
Die Aufnahme Polens in die Nato
sei das "symbolische Ende des großen Krieges und dieses Jahrhunderts"
erklärte Außenminister Bronislaw Geremek, als Ende vergangener
Woche die Präsidenten Polens und der Tschechischen Republik die Beitrittserklärung
unterzeichneten. "Polen findet in diesem Bündnis sowohl seine Verbündeten
des letzten Krieges als auch seine früheren Gegner vor", sagte Geremek
gegenüber der Welt. Die Stationierung von Atomwaffen oder neue Stützpunkte
in Polen, gegen die sich Rußland immer wieder gewandt hatte, seien
derzeit nicht notwendig. Allerdings rechne Polen damit, daß zeitweise
bis zu zwei Nato-Divisionen auf polnischem Territorium stationiert sein
könnten. Gegenwärtig finden in Wien Verhandlungen über den
Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) statt.
Polen werde sich nach Aussage von
Geremek dafür einsetzen, daß es zu einer zweiten Erweiterungsrunde
kommt, bei der auch über den Beitritt der baltischen Staaten in die
Nato gesprochen werden müsse.
Grönland driftet ab
Autonomie durch mehr Mitspracherechte;
mehr Selbständigkeit, aber vorerst keine Trennung: Die Positionen
der neuen grönländischen Linksregierung zu dem liebevoll "Mutterland"
genannten Dänemark wollen nicht so recht zueinander passen. Und doch
passen sie zu den beiden Regierungsparteien, die wiederum von der politischen
Ausrichtung her gut, programmatisch aber eher schlecht zusammen passen.
Als Sieger aus den Parlamentswahlen
der vergangenen Woche ist die sozialistische Partei Inuit Ataqatigiit hervorgegangen.
Sie setzt sich, wenn man ihrem Programm und Äußerungen der Parteispitze
Glauben schenken darf, dafür ein, daß aus der größten
Insel der Welt irgendwann einmal ein großer Staat werden soll. Der
Koalitionspartner, die sozialdemokratische Siumut-Partei, hat zwar Stimmen
verloren, bleibt aber stärkste Partei im Parlament von Nuuk. In ihrem
Programm ist von der Eigenstaatlichkeit Grönlands jedoch keine Rede,
dafür von Autonomie und einem guten Verhältnis zu Dänemark.
Das aber hat trotz umfangreicher
Finanzhilfen aus Kopenhagen gelitten, seit bekannt wurde, daß US-Militärbasen
auf Grönland zeitweise auch als Atomwaffenstützpunkte genutzt
wurden - mit dem Wissen der dänischen, nicht aber der grönländischen
Regierung. Eine gemeinsame Kommission dänischer und grönländischer
Politiker soll nun prüfen, wie die Zusammenarbeit in der Außen-
und Sicherheitspolitik wieder verbessert werden kann.
Meine Waffen, deine Waffen
Vergangene Woche warnte Mitchel
McLaughlin, Vorsitzender der republikanisch-nationalistischen Sinn Féin,
noch: Sogar eine symbolische Geste der IRA zur Entwaffnung würde die
Spannungen innerhalb der Organisation gefährlich verschärfen.
Tags darauf hob die Polizei IRA-Waffenverstecke in Nordirland und in der
irischen Republik aus.
Bis zum 10. März soll eine
zehnköpfige, protestantisch-katholische Regierung für Nordirland
gebildet werden. Aber da gibt es ein Problem: David Trimbles Ulster Unionist
Party, größte protestantisch-loyalistische Partei, will sich
nicht an der Regierung beteiligen, bevor die IRA nicht mit der Entwaffnung
beginnt. Denn in der Administration sollen auch zwei Mitglieder der IRA-nahen
Sinn Féin sitzen. Weil aber wegen des Ergebnisses der Wahlen zum
nordirischen Parlament keine Vertreter der protestantischen paramilitärischen
Gruppen in dem Gremium sitzen sollen, steht deren Entwaffnung derzeit nicht
zur Debatte. Die IRA aber weigert sich, einseitig abzurüsten - unter
anderem mit dem Verweis auf sogenannte Strafaktionen von loyalistischen
Paramilitärs. Sie hat zudem einige hochrangige Mitglieder an die sogenannte
Real IRA und die Continuity IRA verloren, zwei Organisationen, die sich
gegen den IRA-Waffenstillstand und die Zustimmung Sinn Féins zum
Karfreitags-Friedensabkommen wenden. Die Real IRA wird mit dem Autobombenanschlag
im nordirischen Omagh in Verbindung gebracht, der im vergangenen August
29 Todesopfer forderte.
Blue in the face
Neu in Großbritannien ist,
daß man für die Einnahme von Medikamenten verhaftet wird. Nicht
neu ist dies, wenn es sich dabei um Haschisch handelt. Ein 56jähriger
Mann wurde in Wales von einem Gericht verurteilt, weil er das beruhigende
Kraut zur Linderung seiner Gichtkrankheit geraucht hatte. "Ich könnte
tot sein, wenn ich nicht Cannabis gehabt hätte", sagte er. Das beeindruckte
den Richter nicht. Jetzt muß der Mann für ein Jahr hinter Gitter
- ein Jahr ohne Dope. Ob er das durchhält?
Eat more beef
Neu in Großbritannien ist
auch, daß ein britischer Umweltminister indirekt zum Fleischverzehr
aufruft: Genmanipulierte Nahrung werde auf der Insel im kommerziellen Anbau
nicht produziert, erklärte Michael Meacher letzte Woche. Das Verbot
gelte für ein Jahr und könne verlängert werden, wenn bis
dahin nicht klar sei, ob die Umwelt durch Genfood geschädigt werde.
Auch der Guardian Weekly schätzt die Ankündigung Meachers als
vorläufig ein: Noch sei der Einfluß von Genfirmen wie Monsanto
bei der Europäischen Union und der Welthandelsorganisation wohl zu
klein, kommentierte die britische Wochenzeitung.
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Die Nachrichten wurden
von Brandt, Frieling und Landgraf zusammengestellt
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