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Wer war Kastors Gegenspieler?
Wie mich der Baustoffprüfer
Jürgen Prüglmeier um ein Vermögen brachte. Oliver Geden
als Kandidat beim Sat. 1-Quiz "Jeder gegen Jeden"
Berlin-Spandau. Donnerstag, 3. Dezember
1998, 12.25 Uhr. An der Haltestelle Kirchhofstraße verwechsele ich
den Bus in Richtung Hakenfelde: Übermüdet, nach einem Anflug
von morgendlichem Durchfall schon mit leichtem (Lampen-)Fieber kämpfend.
Die Außentemperatur beträgt exakt zwei Grad, die Luftfeuchtigkeit
tendiert gegen 94 Prozent, die Straßen sind viel zu glatt für
meine PVC-Sohlen.
Ich bin auf dem Weg zu einer Art
Hinrichtung und werde wohl - zu allem Überfluß - auch noch zu
spät kommen. Zu spät zu "Jeder gegen Jeden". Ich wollte mitmachen.
Kurz nach meinem vierten Berliner WG-Wechsel hatte ich von der Zwangsverkabelung
im Prenzlauer Berg profitiert und konnte die Möglichkeiten meiner
Fernbedienung erstmals voll ausspielen.
Bald schon blieb ich bei jener Quizshow
hängen, in der werktäglich jeweils 12 Kandidaten um den Tagessieg
von 5 000 Mark konkurrieren. Mit rund 2 500 Teilnehmern pro Jahr ist das
dem britischen "Fifteen to One" nachempfundene Sat. 1-Format Deutschlands
größter Umschlagplatz medial erzeugter Existenzen - bei täglich
knapp zwei Millionen Zuschauern und einer Einschaltquote um die 13 Prozent.
Die Show bewegt sich auf dem Niveau einer etwas anspruchsvolleren Variante
von "Trivial Pursuit". Mit der klassischen Überheblichkeit einer couch
potato hatte ich beim Zuschauen natürlich immer schon die richtige
Antwort parat.
Die 5 000 Mark schienen mir leicht
verdient, zumal Studenten die erfolgreichste Berufsgruppe stellen. Davon
kann man schön in den Urlaub fahren oder aber auch die nächste
politische Kampagne finanzieren. Von fünf Teilnehmern aus einer durchschnittlich
begabten Politgruppe wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
mindestens einer gewinnen. Fast täglich wurde ich von Moderator (und
Sat. 1-Nachrichtensprecher) Hans-Hermann Gockel um meine Bewerbung gebeten.
Als sich dann noch das schon überwunden geglaubte Trauma zurückmeldete,
niemals an Michael Schanzes Schüler-Quiz "1, 2 oder 3" teilgenommen
zu haben (von dem ich als Kind immer überzeugt war, daß ich
es locker gewinnen würde), gab ich Gockels Flehen schließlich
nach.
Das Sat. 1-Studio auf dem Spandauer
Eiswerder ist nicht zu verfehlen. Drei Mitarbeiter von "Mediabolo" erwarten
mich bereits vor der Tür. Ich bin der Vorletzte - und deshalb bereits
namentlich bekannt. In der Halle warten drei Dutzend Kandidaten auf ihre
Begrüßung. Pro Tag werden hier fünf bis sechs Sendungen
abgedreht, heute ist der vorletzte von fünf Drehtagen für diesen
Monat.
Die "Mediabolo"-Typen habe ich zuletzt
vor einem Jahr gesehen. Im Novotel von Siemensstadt führten sie eine
der zahlreichen Vorausscheidungen zu "Jeder gegen Jeden" durch. In unmittelbarer
Nachbarschaft zur 4. Berliner Ostereierbörse hatten rund 100 angehende
Kandidaten aus ganz Ostdeutschland ihre Eignungsprüfung zu bestehen.
Angesichts des enormen Jahresbedarfs an menschlichem Quizshow-Material
fiel der Allgemeinbildungstest relativ harmlos aus. Das anschließende
Foto-Shooting aber dürfte sich vor allem gegen diejenigen gerichtet
haben, die schon zu diesem Zeitpunkt so aussahen, als hätten sie den
Tagesgewinn als festen Bestandteil einer persönlichen "Grundbedürfnisstrategie"
verplant.
Man teilt uns in unsere Gruppen
ein, ich bin in der 509. Aufzeichnung der Sendung gelandet, der letzten
an diesem Tag. Das bedeutet: Ab jetzt stundenlanges Rumsitzen und Warten.
Das Abtasten innerhalb der Gruppe beginnt. Ich fühle mich ziemlich
unsicher. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich gegenüber den
anderen möglichst cool und kompetent zu geben, allerdings ohne überheblich
zu wirken. Dieses "Image" erhöht in der Vorrunde die Chancen, von
vielen Frageweiterleitungen der Konkurrenz verschont zu bleiben, denn erfahrungsgemäß
werden zunächst die (scheinbar) Schwächsten rausgekegelt. Doch
schon nach drei Minuten leiste ich mir den ersten Patzer, als ich es mir
nicht verkneifen kann, einen Spruch unseres Betreuers zu kommentieren.
Von meinem Nachbarn, Markus aus
Wuppertal, ernte ich eiskaltes Schweigen. Schon verloren! Ich gebe auf
und genehmige mir auf der Toilette erstmal eine Ladung Echinacin. Markus
hingegen wird seine Strategie bis zum Aufzeichnungsbeginn konsequent durchhalten.
Doch er wird später bereits als zweiter ausscheiden. Niemand aus der
Gruppe gibt Wesentliches über sich preis, lediglich Claudia, Beamtin
aus Malborn im Hunsrück, sammelt hier schon eifrig Minuspunkte, weil
sie nur unter Mühen Hochdeutsch spricht. Daß ich ihr Heimatkaff
aus diversen fußballerischen Auseinandersetzungen meiner Jugend kenne,
verschweige ich geflissentlich. Ich will nicht zu allem Überfluß
auch noch in meinen moselfränkischen Heimatdialekt verfallen und von
der Konkurrenz unter "Provinz" verbucht werden.
Claudia wird später die erste
sein, die ausscheidet. Die anderen unterhalten sich über Fußball,
die "Jeder gegen Jeden"-Sendungen der vergangenen Woche sowie über
weitere Highlights aus dem Programm von Sat. 1 und RTL. Unsere "Kandidatenverzichtserklärungen"
werden eingesammelt, damit wir nicht im nachhinein versuchen, die Ausstrahlung
der Sendung juristisch zu verhindern. Nach und nach werden wir zu Kurzinterviews
gerufen, damit Mike* uns dem Moderator kurz vorstellen kann.
Ich erzähle ihm was von Studium
und Journalismus, er gibt sich beeindruckt, auch wenn er mit meinen Studiengängen
erkennbar nichts anfangen kann. Das ist sein Job. Er spielt hier den Motivator
und kommt sich dabei mächtig wichtig vor. Wie seine Kollegen trägt
er modebewußt Glatze und gibt den smarten, in stetigem Aufstieg befindlichen
Medienmenschen, obwohl er diesen Scheißjob schon seit über einem
Jahr macht. Karrieretechnisch scheint "Mediabolo" so etwas wie eine Sackgasse
zu sein. Silvia, die als einzige Frau des Teams im Hintergrund den Orga-Kram
erledigt, kann sich schon mit Ende 20 das in der Medienbranche enorme Handicap
leisten, schwanger zu werden.
Unsere Sendung wird an einem Freitag
im Januar 1999 ausgestrahlt werden, zum Abschluß eines Dekaden-Specials,
beginnend mit den fünfziger Jahren. Ich bin heilfroh, in die Neunziger-Gruppe
geraten zu sein. Nicht nur weil die Fragen dadurch tendenziell leichter
werden, sondern auch, weil die anderen beiden Gruppen in der Zwischenzeit
durch Kostüm und Maske deutlich auf Siebziger- bzw. Achtziger-Niveau
gebracht wurden. Bei uns hält man sich mit der Kostümierung hingegen
zurück, nach einem kurzen Disput geht mein vorsorglich mitgebrachtes
Ersatz- Sweatshirt durch, da Orange irgendwie nach Techno aussieht.
Mittlerweile halte ich mich nur
noch mit Kaffee und O-Saft aufrecht, mein Fieber steigt weiter an. Bis
zum Auftritt sind es noch mindestens zweieinhalb Stunden. Die Gespräche
am Tisch verflachen zusehends, die Fragen des Produktionsleiters werden
nach Möglichkeit ignoriert ("Was macht ihr denn so?" - "Studieren."
- "Was wollt ihr euch denn in Berlin noch so anschauen?" - "Ich wohne in
Berlin."). Gegen 16 Uhr dürfen wir dann zur Abwechslung den eigentlichen
Ort des Geschehens besichtigen.
Sebastian, der Produktionsleiter,
führt die Achtziger und Neunziger durchs Aufnahmestudio und erklärt
sicherheitshalber noch einmal die Regeln. Die Kandidaten haben in der Vorrunde
jeweils drei Lichter (= "Leben") und damit nicht viele Möglichkeiten,
sich zu blamieren. Zunächst stellt der Moderator reihum je eine Frage,
im zweiten Teil der Vorrunde hat jeweils der Kandidat, der die letzte Frage
richtig beantwortet hat, das Recht zu bestimmen, wem die nächste Frage
gestellt wird. Die Vorrunde ist beendet, wenn sich das Feld von zwölf
auf drei Kandidaten reduziert hat. Doch über die Finalrunde spricht
zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
In einer fünfminütigen
Proberunde beantworte ich eine von zwei Fragen richtig. Souverän wirkt
einzig der breitschultrige fränkische Baustoffprüfer Jürgen
Prüglmeier. Die Achtziger dürfen gleich im Studio bleiben, wir
müssen wieder raus. Nachdem das Produktionsteam das Buffet geräumt
hat, dürfen wir die Reste aufessen. Ich falle als einziger Vegetarier
auf und ärgere mich über mein Fieber. Telefonisch kündige
ich meine abendliche Verabredung. Mir ist schon jetzt klar, daß ich
nach der Sendung gleich ins Bett muß. Die Gruppe übt sich kollektiv
in Understatement, ans Gewinnen scheint hier niemand auch nur zu denken.
Vielleicht sind einige auch nur wegen der Fahrtkostenübernahme nach
Berlin dabei.
Während des restlichen Nachmittags
versuche ich rauszubekommen, wie ernst ich Jürgen nehmen muß.
Er hält sich bedeckt, unterläßt aber auch jede Tiefstapelei.
Er will schon in derselben Nacht zurückfahren, an seine Teilnahme
am morgigen Monatsfinale will auch er nicht glauben. Ich bin wohl der einzige,
der sich jetzt schon darüber Gedanken macht - und der so blöd
ist, sich das auch anmerken zu lassen. Einer nach dem anderen muß
jetzt in die Maske, während die anderen ihre Kurzvorstellung proben.
Jeder soll zumindest seinen Namen sagen und was ihn mit den Neunzigern
verbindet. Während Jürgen über seine Traumfrau spricht und
Claudia sich freut, daß man endlich wieder Schlager hören darf,
lege ich mir zurecht, daß ich in diesem Jahrzehnt durchgängig
von staatlichen Institutionen alimentiert wurde und deshalb "nicht mehr
arbeiten mußte".
Politischer läßt sich
das in zwei Sekunden nicht ausdrücken, überraschenderweise läßt
Mike es durchgehen. Statt dessen versucht er vergeblich, mir einen anderen
Wohnort oder Beruf aufzudrücken, weil es zu viele Berliner und Studenten
in der Gruppe gibt. Fünfmal müssen wir den kompletten Durchgang
proben, Mike achtet darauf, daß wir unter 25 Sekunden bleiben. 18.
15 Uhr: Es geht los. Beim Warten leistet sich Jürgen noch einen homophoben
Witz über den Produktionsleiter. Ich muß nochmal aufs Klo, und
alle haben es gesehen. Weil alle gleich groß wirken sollen, darf
ich mich auf einen Barhocker setzen.
Meine spielstrategisch ungünstige
Position 12 im Blickfeld fast aller anderen (rechts außen) darf ich
verlassen und auf 10 wechseln, da man sonst meine Sitzgelegenheit im Bild
hätte. Noch einige Kameraeinstellungen und es geht los. Mein Lampenfieber
hat sich einigermaßen gelegt. Meine Eingangsfrage aus dem Bereich
Politik ist relativ einfach. Jürgen auf der 4 hat sich schon den ersten
Fehler geleistet. Im zweiten Teil der Vorrunde erhalte ich bereits die
erste weitergegebene Frage, von der ich akustisch kaum etwas außer
"Bier" und "Comic-Zeichner" verstehe. Aber die Antwort "Brösel" reicht,
um erstmal im Rennen zu bleiben.
Wenig später leitet ausgerechnet
Jürgen an mich weiter. Frage und Antwort gestalten sich abermals ziemlich
einfach ("Blauhelme"), aus Abschrekkungsgründen gebe ich gleich an
Jürgen zurück. Dessen Antwort auf die Frage nach "Dagobert" ("Arno
Finke, der Kaufhaus-Erpresser") wird zunächst als falsch gewertet,
die Aufzeichnung danach aber unterbrochen, weil er mit seinem Nachsatz
die nächste Frage bereits mitbeantwortet hat. In der Zwischenzeit
entscheidet die Jury, daß Jürgen zur Belohnung eine Ersatzfrage
erhält, die er dann richtig beantwortet. Auch die übernächste
Frage erhält er prompt zurück und liegt mit "Vesrena" statt Verona
Feldbusch eigentlich abermals daneben. Aber wer das in dieser frühen
Phase, in der noch niemand ausgeschieden ist, reklamieren würde, könnte
leicht als Streber gelten. Aber eigentlich wäre Jürgen jetzt
schon draußen.
Nach einer weiteren Politikfrage,
einer peinlicherweise falsch beantworteten Fußballfrage und dem überraschenden
Einfall, daß es sich bei der ersten schwarzafrikanischen Literaturnobelpreisträgerin
um Toni Morrison handelt, lassen mich die anderen in Ruhe. Jürgen
schlägt sich wacker und rät, während er schon seinen Platz
räumen will, die "Sumpfdotterblume" als die "Blume des Jahres 1999".
Warum Loki Schmidts "Stiftung gefährdeter Pflanzen" nach "Gemeiner
Küchenschelle" und "Krebsschere" ausgerechnet eine Allerweltsblume
ins Rampenlicht schiebt, die lediglich in Hamburg und Niedersachsen auf
der Roten Liste steht und von der Jürgen freimütig gesteht, es
sei "eben die einz'ge g'wesen, die mir ei'g'falle is", wird wohl auf ewig
ein Geheimnis bleiben. Jürgen torpediert anschließend den Rest
der Konkurrenz ins Aus.
Wir stehen im Finale zusammen mit
Ralf aus München, der in der gesamten Vorrunde nur zwei Fragen beantworten
mußte, weil er in seinen von der Produktion gestellten Klamotten
so unglaublich unauffällig aussieht. Zu meiner Überraschung läßt
uns das Team vor der Finalrunde nicht mehr aus dem Studio. Ein Techniker
erkundigt sich interessiert, was es mit dem "Mußte ich nicht mehr
arbeiten" genau auf sich hat, die Stimmung zwischen Jürgen, Ralf und
mir ist betont locker. Eigentlich hätte ich mich jetzt gerne mit Jürgen
abgesprochen, daß wir gemeinsam zunächst Ralf rauswerfen und
uns die 5 000 Mark teilen. Ein durchaus übliches Verfahren bei "Jeder
gegen Jeden". Doch unter den Augen des Produktionsleiters lasse ich von
meinem Plan ab. Insgeheim befürchte ich, daß die beiden Bayern
gegen mich spielen werden.
Die Finalrunde beginnt mit dem sogenannten
Buzzern: Die Frage darf nur von demjenigen beantwortet werden, der zuerst
auf seinen Knopf drückt. Sobald einer der Kandidaten auf diese Weise
dreimal richtig geantwortet hat, darf er bestimmen, wer die nächste
Frage bekommt. In die Finalrunde geht jeder der Kandidaten abermals mit
drei "Lichtern", sie endet
in der Regel mit dem Ausscheiden
von zwei der Aspiranten. Allerdings ist die Anzahl der Fragen hier auf
insgesamt 30 beschränkt.
Sollte nach 30 Fragen mehr als ein
Kandidat übrig sein, entscheidet die Punktzahl. Für jede richtige
Antwort erhält ein Kandidat 10 Punkte, für jedes aus der Vorrunde
übriggebliebene Licht einen, ebenso für jedes, das auch zum Abschluß
der Finalrunde noch leuchtet.
Scheiden zwei Kandidaten vorzeitig
aus, erhält der Sieger die Möglichkeit, die restlichen Fragen
alleine zu beantworten. Seine abschließende Punktzahl entscheidet
über die Qualifikation zum Monatsfinale, wo die 12 Punktbesten eines
Monats um 20 000 Mark spielen. Im Jahresfinale geht es für die 12
besten Tagessieger eines Jahres noch einmal um 30 000 Mark.
Jürgen kommt als erster durch
und leitet gleich an mich weiter. Hans-Hermann Gockel fragt nach der Dauer
der Amtszeit Helmut Kohls. Ich werde unsicher, fange an zu rechnen, und
komme gerade noch rechtzeitig auf "16 Jahre". Weil Gockel sich danach verhaspelt,
wird das Ganze mit derselben Frage nochmal gedreht, die peinliche Pause
spare ich mir jetzt. Wenige Fragen später habe ich Ralf durch zweimaliges
Weiterleiten schon rausgeworfen, an Jürgen traue ich mich noch nicht
ran.
In der Folgezeit beantworten wir
fast alles richtig, es ist faszinierend, welche Belanglosigkeiten einem
spontan einfallen: "Wer verließ die Band Tic Tac Toe? Wie heißt
der Gegenspieler von Kastor in der römischen Mythologie? Wie alt wäre
George Gershwin im letzten Jahr geworden?" Nachdem ich Frage 29 richtig
beantwortet habe, sehe ich mich schon am Ziel. Ich habe 102 Punkte, Jürgen
91. Auf Gockels Frage "Was machen wir jetzt mit der letzten Frage?", antworte
ich in fataler Fehleinschätzung der Regeln: "Das ist völlig egal."
Gockel muß mich darauf hinweisen,
daß unsere übriggebliebenen Lichter am Schluß auch noch
jeweils als ein Punkt gewertet werden. Jürgen hat zwei, ich nur noch
eins. Wenn ich die letzte Frage an Jürgen gebe, kann er mit mir noch
gleichziehen. Wenn ich sie mir selbst gebe, muß ich sie richtig beantworten,
sonst bin ich raus. Nachdem mir Gockel die Regeln erklärt hat, gebe
ich sicherheitshalber an Jürgen weiter. Wenn er richtig antwortet,
bleibt mir immer noch die Stichfrage. Lieber zwei Chancen als eine. Frage
30 lautet: Vor 1993 gab es in Deutschland vierstellige Postleitzahlen.
Wie viele Stellen haben sie heute? Es ist nicht zu fassen.
Nach dreiminütiger Unterbrechung
kommt die Stichfrage, doch ich bin eigentlich mehr mit mir selbst beschäftigt.
Auch nach der dritten Pause im Satz ist die Frage noch nicht zu erkennen,
nach der vierten drückt Jürgen schneller auf den Buzzer: "D-Mark".
Ich bin froh, daß das Licht über mir ausgeschaltet wird.
*Die Namen von Mitarbeitern des
Fernsehteams sind geändert |