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17. Februar 1999 | Jungle World |
Über Eduardo Galeano |
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Übungen gegen unnütze LasterDie Entwicklung der Technologien dient nicht zur Vermehrung der Freiräume, sondern sie multipliziert die Arbeitslosigkeit und sät AngstNie war das alte Sprichwort treffender als heute: Der Kluge lebt vom Dummen, der Dumme lebt von seiner Arbeit. Niemand redet heute mehr von der Parole "Durch Arbeit zum Wohlstand"; es würde ohnehin niemand glauben. Das Arbeitsrecht ist zum Recht geworden, für einen beliebigen Lohn und unter beliebigen Bedingungen zu arbeiten. Arbeit ist von allen Lastern das unnützeste. Auf der ganzen Welt gibt es keine wertlosere Ware als die Arbeitskraft. Während die Löhne fallen und die Arbeitszeiten steigen, erbricht der Arbeitsmarkt immer mehr Menschen. Take it or leave it, die Warteschlangen sind lang genug. Die Angst sitzt einer Welt im Nacken, die mit letzter Kraft dem Ende des Jahrhunderts entgegentaumelt. Angst vor dem Verlust: Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, den Unterhalt nicht mehr bestreiten zu können, keinen Platz zum Wohnen mehr zu haben und überhaupt die Angst vorm Verlieren: Kein Exorzismus ist stark genug, um dich vor dem urplötzlichen Fluch zu schützen, Pech gehabt zu haben. Selbst der größte Winner kann sich über kurz oder lang in einen Loser verwandeln - ein Fehlschlag, der kein Mitleid verdient. Wer wäre gegen den Terror der Arbeitslosigkeit gefeit? Wer fürchtete sich nicht, zum Schiffbrüchigen der neuen Technologien oder der Globalisierung zu werden, oder auf irgendeinem anderen der tosenden Meere in der Welt von heute Schiffbruch zu erleiden? Wütende Sturmfluten branden heran: der Ruin oder das Abwandern der örtlichen Industrie, die Konkurrenz der billigen Arbeitskraft anderswo, oder der unaufhaltsame Vormarsch der Maschinen, die keinen Lohn verlangen, keinen Urlaub, kein Weihnachtsgeld, keine Rente, keinen Ausgleich bei Entlassung, nichts als den Strom, der sie am Laufen hält. Die Entwicklung der Technologien dient nicht zur Vermehrung der freien Zeit und der Freiräume, sondern sie multipliziert die Arbeitslosigkeit und sät die Angst. Allgemein herrscht die Panik, daß eines Tages der Brief kommen könnte, mit dem wir Ihnen leider mitteilen müssen, daß wir uns durch die neue Ausgabenpolitik gezwungen sehen, auf Ihre Dienste künftig zu verzichten, oder auch wegen der unaufschiebbaren Umstrukturierung des Unternehmens, oder auch einfach so, ohne die einstweilige Erschießung mit irgendeinem Euphemismus zu bemänteln. Jeden kann es treffen, in jedem Augenblick und an jedem Ort, jeder kann von einem Tag auf den anderen zu einem vierzigjährigen Greis werden. In ihrem Bericht über die Jahre 1996 und 1997 erklärt die Internationale Arbeitsbehörde (ILO), die Arbeitsentwicklung in der Welt sei "weiterhin entmutigend". In den Industrieländern bleibt die Arbeitslosigkeit hoch und die soziale Ungleichheit nimmt zu, in den sogenannten Entwicklungsländern ist die Arbeitslosigkeit in spektakulärem Umfang gewachsen, ebenso die Armut und der Verfall des Lebensstandards. "Deshalb wächst die Angst", schlußfolgert der Bericht. Und die Angst wächst: die Arbeit oder das Nichts. Die Angst davor, seine Arbeit zu verlieren und keine neue zu bekommen, hat nicht wenig mit dem Irrsinn zu tun, den die Statistiken verzeichnen, und den nur eine Welt für normal halten kann, bei der sämtliche Schrauben locker sind. In den letzten dreißig Jahren sind die offiziell deklarierten Arbeitszeiten (die für gewöhnlich unter den tatsächlichen liegen) in den Vereinigten Staaten, Kanada und Japan deutlich gestiegen und nur in einigen Ländern Europas leicht zurückgegangen. Dies ist nichts anderes als ein dreister Anschlag der verkehrten Welt auf den Gemeinverstand: Der ungeheure Anstieg der Produktivität durch die technologische Revolution schlägt sich nicht nur nicht in einer proportionalen Erhöhung der Löhne nieder, er führt auch nicht einmal in den technologisch am weitesten entwickelten Ländern zu einer Senkung der Arbeitszeit. Die in den Vereinigten Staaten so beliebten Umfragen haben herausgefunden, daß die Arbeit heute die wichtigste Streßquelle darstellt, noch weit vor den Scheidungen und der Angst vor dem Tod; und in Japan kostet der karoshi, die Überarbeitung, jedes Jahr zehntausend Menschen das Leben. Als die französische Regierung im Mai 1998 beschloß, die Wochenarbeitszeit von 39 auf 35 Stunden zu reduzieren und damit ein elementares Beispiel der Vernunft gab, löste diese Maßnahme Protestgeschrei unter Unternehmern, Politikern und Technokraten aus. In der von Arbeitslosigkeit weitgehend unbehelligten Schweiz konnte ich jüngst einem Ereignis beiwohnen, das mich sprachlos werden ließ: Eine Volksabstimmung sollte über den Vorschlag entscheiden, bei vollem Lohnausgleich weniger zu arbeiten, und die Schweizer stimmten dagegen. Ich erinnere mich, daß ich damals nichts verstand; ja, ich gestehe, bis heute habe ich es nicht verstanden. Die Arbeit ist ein universeller Fluch, seit Gott Adam dazu verdammte, sich sein Brot im Schweiße seines Angesichts zu verdienen, aber man braucht sich Gottes Willen doch nicht gleich so sehr zu Herzen zu nehmen. Ich vermute, daß dieser Arbeitseifer viel mit der Angst vor der Arbeitslosigkeit zu tun hat, selbst wenn diese im Fall der Schweiz nur eine undeutliche und ferne Bedrohung darstellen sollte, und mit der Panik vor der freien Zeit. Nur wer von Nutzen ist, existiert, sein heißt verkäuflich sein. Eine Zeit, die nicht in Geld umrechenbar ist, freie Zeit, Zeit fürs Leben und für den Genuß des Lebens und nicht für die Pflicht zu produzieren, erzeugt Angst. Eigentlich nichts Neues. Die Angst war schon immer, zusammen mit der Habsucht, einer der wichtigsten Motoren des Systems, das bis vor kurzem noch Kapitalismus hieß. Die Angst vor der Arbeitslosigkeit führt dazu, daß allenthalben das Arbeitsrecht ungestraft lächerlich gemacht werden darf. Der Acht-Stunden-Tag gehört nicht mehr in den Bereich des Juristischen, sondern in den der Literatur, wo er sich zu anderen Glanzstücken der surrealistischen Poesie gesellt; und Reliquien, wert, in archäologischen Museen ausgestellt zu werden, sind heute die Beiträge der Arbeitgeber zur Rentenkasse und zur Krankenversicherung, der bezahlte Urlaub, das Weihnachtsgeld und die Familienzulage. Die Arbeitsgesetze, die von Rechts wegen mit universeller Gültigkeit ausgestattet sind, waren einstmals das Ergebnis von anderen Ängsten: der Angst vor den Arbeiterstreiks und der Angst angesichts einer sozialen Revolution, die damals noch unmittelbar bevorzustehen schien. Doch diese verängstigte Macht, die Macht von gestern, ist heute die Macht, die verängstigt und zum Gehorsam zwingt. Und so werden mit einem Federstrich die Errungenschaften der Arbeiterbewegung wieder zunichte gemacht, für die zwei Jahrhunderte nötig gewesen waren. Die Angst - Mutter einer vielköpfigen Familie - erzeugt auch den Haß. In den Ländern im Norden der Welt pflegt sich dieser als Haß gegen die Ausländer niederzuschlagen, die ihre Arbeitskraft zu Schleuderpreisen feilbieten. Die Invasion der Annektierten: Sie kommen aus Gefilden, wo immer und immer wieder die kolonialen Eroberungsheere und die militärischen Strafexpeditionen an Land gegangen sind. Diejenigen, die heute diese Reise in umgekehrter Richtung machen, sind keine Soldaten, die man gezwungen hat zu töten: Es sind Arbeiter, die man gezwungen hat, ihre Arbeitskraft in Europa oder Nordamerika zu jedem beliebigen Preis anzubieten. Sie kommen aus Afrika, Asien, Lateinamerika, und seit kurzem, seit dem Zusammenbruch der bürokratischen Apparate, kommen sie auch aus Osteuropa. In den Zeiten der großen ökonomischen Expansion Europas und Nordamerikas verlangte der wachsende Wohlstand nach mehr und mehr Arbeitskräften, egal ob einheimische oder ausländische, so lange sie nur viel schufteten und wenig dafür verlangten. In den Zeiten des Stillstands oder des kränkelnden und krisengeschüttelten Wachstums haben sich diese unvermeidlichen Gäste in unerwünschte Eindringlinge verwandelt: Sie riechen schlecht, sie machen Lärm und nehmen die Jobs weg. Auch diese Arbeiter, die Sündenböcke für die Arbeitslosigkeit und auch sonst für jedwedes Unglück, sind zur Angst verdammt. Gleich mehrere Damoklesschwerter hängen über ihren Köpfen: die immerzu drohende Abschiebung aus dem Land, in das sie auf der Flucht vor Armut und Leid gekommen sind, und der stets mögliche Ausbruch des Rassismus mit seinen blutigen Warnungen und seinen Strafzügen: verbrannte Türken, erstochene Araber, erschossene Schwarze, zu Tode geprügelte Mexikaner. Auf dem Land und auf der Straße üben die Armutsimmigranten die schwersten und am schlechtesten bezahlten Arbeiten aus. Nach Feierabend beginnen die Stunden der Gefahr. Und es gibt kein Zauberbad, das sie unverletzlich macht. Paradoxerweise emigrieren viele Arbeiter aus dem Süden der Welt nach Norden (oder stürzen sich doch wenigstens auf Gedeih und Verderb in dieses verbotene Abenteuer), während zahlreiche Fabriken aus dem Norden sich im Süden niederlassen. Das Geld der reichen Länder reist in die armen Länder, angezogen durch die Tageslöhne von einem Dollar und mit unbegrenzten Überstunden, und die Arbeiter der armen Länder reisen in die reichen Länder (oder würden es jedenfalls gerne tun), angezogen durch die Bilder von Glück und Wohlstand, wie sie die Werbung verbreitet oder auch die Hoffnung erfindet. Das Geld reist ohne Grenzkontrollen oder sonstige Beeinträchtigungen; empfangen wird es mit Küssen, Blumen und Fanfarenstößen. Hingegen begeben sich die Arbeiter, wenn sie emigrieren, auf eine Odyssee, die manchmal auf dem Grund des Mittelmeers oder der Karibik oder in den Strudeln des R'o Bravo endet. Zu anderen Zeiten, als Rom über den gesamten Mittelmeerraum herrschte und noch weit über diesen hinaus, kehrten die Legionen mit Karawanen von Kriegsgefangenen im Schlepptau zurück. Diese Gefangenen wurden zu Sklaven gemacht, und die Sklavenjagd ließ die freien Arbeiter verarmen. Je mehr Sklaven es in Rom gab, desto tiefer fielen die Löhne und desto schwieriger wurde es, eine Arbeit zu finden. Zweitausend Jahre später verkündete der argentinische Unternehmer Enrique Pescarmona dieses aufschlußreiche Lob der Globalisierung: "Die Asiaten arbeiten zwanzig Stunden täglich", erklärte er, "für achtzig Dollar im Monat. Wenn ich konkurrenzfähig bleiben will, muß ich eben auf sie zurückgreifen. Die philippinischen Mädchen in unseren Büros in Hongkong sind immer dienstbereit. Es gibt keinen Samstag und keinen Sonntag. Wenn sie mal mehrere Tage hintereinander ohne Schlaf durcharbeiten müssen, kein Problem, dafür machen sie weder Überstunden noch sonstwas geltend." Einige Monate vor dieser Hymne war in Bangkok eine Puppenfabrik in Flammen aufgegangen. Die Arbeiterinnen, die weniger als einen Dollar pro Tag verdienten und in der Fabrik aßen und schliefen, verbrannten bei lebendigem Leib. Die Fabrik war von außen abgeschlossen, wie einst die Kasematten der Sklavenzeit. Eine Vielzahl von Industriezweigen emigriert auf der Suche nach billigen Arbeitskräften in die armen Länder, wo es jene im Übermaß gibt. Die Regierungen dieser armen Länder heißen die neuen Arbeitsmöglichkeiten überschwenglich willkommen, die ihnen die Propheten des Fortschritts auf Silbertabletten darbringen. Doch in vielen dieser Länder arbeitet das neue Industrieproletariat unter Bedingungen, die den Namen für Arbeit zur Zeit der Renaissance ins Gedächtnis zurückrufen: tripalium, was zugleich der Name eines Folterinstruments war. Der Preis eines T-Shirts mit dem Bild der Prinzessin Pocahontas aus dem Angebot des Hauses Disney entspricht einem Wochenlohn des Arbeiters, der dieses Hemd in Haiti zusammengenäht hat, im Rhythmus von 375 Hemden pro Tag. Für die Jagd nach Arbeitskräften sind keine Armeen mehr nötig wie noch zu Kolonialzeiten. Darum kümmert sich schon das Elend, in dem der größte Teil des Planeten vegetiert. Es ist das Ende der Geographie: das Kapital überwindet die Grenzen mit Lichtgeschwindigkeit dank der neuen Kommunikations- und Transporttechnologien, die die Zeit und die Distanzen zum Verschwinden gebracht haben. Und wenn sich an irgendeinem Ort des Globus eine Ökonomie einen Schnupfen geholt hat, niesen andere Ökonomien am anderen Ende der Welt. Die Abwertung der Landeswährung in Malaysia Ende 1997 kostete Tausende von Arbeitsplätzen in der Schuhindustrie im Süden Brasiliens. Die armen Länder sind mit Haut und Haaren in den globalen Wettbewerb um Konformität verstrickt, in dem es darum geht, wo man die kärglichsten Löhne zahlen und die Umwelt am ungestraftesten verpesten darf. Sie konkurrieren mit allen Mitteln gegeneinander, um die großen multinationalen Unternehmen zu verführen. Die besten Bedingungen für die Unternehmen sind immer die schlechtesten Bedingungen für die Löhne, die Arbeitssicherheit und die Gesundheit der Menschen und der Umwelt. Von einem Ende der Welt zum anderen werden die Rechte der Arbeiter nach unten nivelliert, während sich die Masse der verfügbaren Arbeitskraft vermehrt wie noch nie, nicht einmal zu den schlimmsten Zeiten. (Ö) 1995 verkaufte die Bekleidungskette GAP in den Vereinigten Staaten Hemden made in El Salvador. Für jedes zum Preis von zwanzig Dollar verkaufte Hemd bekamen die Arbeiter aus El Salvador achtzehn Cents. Die Arbeiter (besser gesagt, die Arbeiterinnen, denn es waren zum Großteil Frauen und Mädchen, die sich für mehr als vierzehn Stunden täglich in der Hölle der Nähstuben kaputtschufteten) organisierten eine Gewerkschaft. Das Subunternehmen entließ daraufhin 350 Arbeiterinnen. Es kam zum Streik. Einige wurden von der Polizei zusammengeschlagen, andere wurden entführt oder landeten im Gefängnis. Ende 1995 erklärte die GAP-Kette ihren Umzug nach Asien. In Lateinamerika schlägt die neue globale Wirklichkeit sich im schlagartigen Wachstum des sogenannten informellen Sektors nieder. Der informelle Sektor, was übersetzt Arbeit am Rande des Gesetzes bedeutet, stellt 85 von hundert neuen Jobs. Die ungesetzlichen Arbeiter arbeiten mehr, verdienen weniger, empfangen keine Sozialvergünstigungen und sind nicht durch die arbeitsrechtlichen Garantien geschützt, die in langen und harten Jahren gewerkschaftlicher Kämpfe errungen worden waren. Die Situation der legalen Arbeitskräfte ist jedoch kaum besser: Deregulierung und Flexibilisierung heißen die Euphemismen, mit denen eine Situation gemeint ist, in der ein jeder sich selbst hilft, wie er kann. Trefflich beschrieb diese Situation eine alte paraguayische Arbeiterin, die mir ihre Hungerrente mit den Worten kommentierte: "Wenn das der Lohn sein soll, wie wird dann erst die Strafe!" Jorge Bermœdez hat drei Kinder und drei Jobs. Im Morgengrauen bricht er auf und kreuzt mit einem alten Chevrolet, der als Taxi dient, durch die Straßen von Quito. Vom frühen Nachmittag an gibt er Englischunterricht. Seit sechzehn Jahren ist er als Lehrer an einem öffentlichen Gymnasium beschäftigt, wo er hundertfünfzig Dollar im Monat verdient. Wenn am öffentlichen Gymnasium Feierabend ist, macht er bis Mitternacht an einem privaten Gymnasium weiter. Jorge Bermœdez hat niemals einen freien Tag. Seit einiger Zeit leidet er an Magenkrämpfen, ist schlecht gelaunt und ungeduldig. Ein Psychologe hat ihm erklärt, daß diese psychosomatischen Beschwerden und Verhaltensstörungen auf Überarbeitung beruhen, und daß er zwei von seinen drei Anstellungen aufgeben müsse, wenn er seine physische und geistige Gesundheit wiedererlangen wolle. In der verkehrten Welt wirft Erziehung keinen Gewinn ab. Das öffentliche Bildungswesen ist in Lateinamerika einer der Bereiche, die am stärksten von der neuen Arbeitsmarktlage betroffen sind. Die Lehrer und Professoren werden für das selbstlose Wirken gelobt, mit dem diese Apostel des Wissens den zarten Lehm der künftigen Generationen unter ihren Händen formen; darüber hinaus aber bekommen sie Gehälter, die man mit der Lupe suchen kann. Die Weltbank nannte die Erziehung "eine Investition in das Humankapital", was aus ihrer Sicht einer Hommage gleichkommt; doch in einem Bericht schlug sie jüngst vor, die Gehälter der Lehrenden in jenen Ländern zu reduzieren, wo das "Angebot an Lehrkräften" es erlaube, den bisherigen Personalstand zu halten. Die Gehälter reduzieren? Welche Gehälter? "Pobre, pero docente", arm, aber Dozent, heißt es in Uruguay, und auch: "Ich bin hungrig wie ein Schulmeister." Den Universitätsdozenten geht es nicht besser. Mitte 1995 las ich in der Presse eine Ausschreibung der Psychologischen Fakultät in Montevideo. Gesucht wurde ein Professor für Ethik, geboten wurden hundert Dollar monatlich. Ich dachte mir, bei solchen Unsummen müßte man schon ein Magier der Ethik sein, um sich nicht korrumpieren zu lassen. |
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