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Ouzo-Werbung mit Rauschwirkung
Und was machst du so?
Krombacher ist "eine Perle der Natur".
Mit Berliner Pilsener setzt sich "das Gute" durch, Wodka ist immer rein
und mild und extra-fein, Underberg hilft dir "über'n Berg". Ein Pils
ist "das König unter den Bieren", ein anderes "das einzig wahre",
ein drittes einfach nur ein "Bier ohne Beispiel".
Es gibt auch ein "Schwarzes mit blonder
Seele". Mit Diebels gehört dir der Tag, der natürlich "ein schöner
Tag" ist, mancher Weinbrand ist "groß", Veltins "frisch", Jever "wie
das Land". In einer grünen Becks-Dose steckt irgendwie der Ozean plus
Segelschiff, und wer Tuborg kennt, kennt die ganze Welt. Schöfferhofer
Weizen "prickelt so ärrlisch in meine Bauchnabäl", und Jägermeister
trinkt man zum Beispiel, "weil der Wal zu den Säugetieren gehört,
aber der Hering zu den Kartoffeln" - daß man von dem ganzen Zeug
auch besoffen wird, spielt in der Werbung keine Rolle.
Für Bier wird sogar am liebsten im
Umfeld von Sportveranstaltungen geworben. So, als wirke Alkohol ähnlich
wie ein Fitneß-Training oder Doping. "Mit Felsquellwasser gebraut",
wirbt Krombacher. Fehlt nur noch der Hinweis: "Nur in Ihrer Apotheke."
Oder man zeigt Bilder von Geselligkeit und schönen Frauen. Wo doch
jeder Mann weiß, daß weder Bierbauch noch rote Nase bei den
Damen Interesse wecken.
Das Hauptmotiv des Alkoholkonsumenten,
nämlich sich ordentlich die Birne zuzuschütten oder sich zumindest
einen Schwips anzutrinken, wird offenbar als nicht verkaufsfördernd
angesehen. Bier, Sekt, Schnaps und Wein - es soll prickeln, edel und bekömmlich
sein und vor allen Dingen schmecken. Der Geschmack und vielleicht noch
die traditionelle Produktionsweise - so suggeriert die Branche - sei das
einzige, das zähle.
Höchstens ganz dezent wird schon mal
auf den berauschenden Aspekt des Saufens aufmerksam gemacht, vor allem
bei Sekt, etwa wenn für Rotkäppchen-Sekt mit dem Slogan "Sekt
nach Lust und Laune" geworben wird.
Das ist natürlich eine geschickte
Täuschung, denn gemeint ist nicht, daß man sich nach Lust und
Laune für diesen Sekt entscheiden soll, sondern zur Förderung
von Lust und Laune. Alkohol ist nun mal ein Rauschmittel. Zwei, drei Könige
der Biere, und schon hat man einen in der Krone, so einfach ist das.
Die Griechen, man hört ja sonst so
wenig von ihnen, sind irgendwie ehrlicher. Bereits im letzten Jahr schloß
sich die Wein-Lobby Griechenlands zusammen und warb in Deutschland mit
dem eindeutigen Slogan: "Verführung der Sinne". Doch so klar die Botschaft
auch ist, ein kleiner, wenn auch sehr schöner Euphemismus für
"sich den Kopf duselig trinken", ist auch dies.
Die Ouzo-Produzenten legen in diesem Jahr
noch eins drauf. In einer Werbekampagne bringen sie nun endlich einmal
auf den Punkt, worum es bei der Droge Alkohol eigentlich geht. Gemeinsam
initiierten sie eine teure Anzeigen-Kampagne unter dem Motto "Ich trink
Ouzo. Was machst du so?" Ja, gute Frage, ich bin arbeitslos - werden viele
denken. Na dann baller dir doch einfach den Schädel zu, Mann! "Machen
Sie es wie die Griechen: Ein Gläschen Ouzo (...), und schon werden
die Häuser ein Schlückchen weißer, der Himmel ein Schlückchen
blauer und das Gemüt ein Schlückchen sonniger." (Ouzo-Anzeige).
Und nach dem zweiten Gläschen?
Genau.
Prost und Yiamas!
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