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Nr. 01-02/2003 - 24. Dezember 2002
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Hugo Chávez

»Ich bin nicht das Problem«

Am Ende der fast sechs Stunden dauernden sonntäglichen Sendung »Alo Presidente« (»Hallo, Präsident«), die am 15. Dezember aus dem Palacio de Miraflores ausgestrahlt wurde, beantwortete der venezolanische Präsident Hugo Chávez einem Mitarbeiter der Jungle World folgende Fragen:


Hat die Regierung keine vorbeugenden Maßnahmen getroffen, die ihr möglicherweise dabei hätten helfen können, die Lahmlegung des Erdölsektors zu verhindern?

Doch, wir haben Maßnahmen getroffen und werden uns auch weiter zu schützen suchen, aber auf eine optimale Weise ist das nicht möglich, da das alles sehr schwierig ist. Das Ölunternehmen wurde bis zur Verstaatlichung 1976 von einer Elite geleitet, einer Technokratie, die alle Posten innerhalb der Industrie in der Hand hatte. Deswegen haben wir uns auf die einzige uns mögliche Weise vorbereitet, besser noch wäre das Auswechseln der Vorstände gewesen. Aber sie besaßen eben noch die ganze Freiheit, diese enormen Sabotageakte zu planen.

Und obwohl wir keine optimale Vorbereitung hatten, muss man sehen, dass zwei Wochen ins Land gingen, in denen wir die bessere Position hatten, obwohl sie die Informationssysteme, die Codes, die Kontakte und die Raffinerien kontrollieren. All das hatten sie in der Hand, aber sie konnten trotzdem den Betrieb nicht stoppen. Und warum nicht? Wegen des Volkes und der Arbeiter, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind, und dank einer Gruppe von Technikern und Führungskräften, die sich sehr bewusst sind, dass ihre Hauptaufgabe eine patriotische ist.

Vermuten Sie einen verschwörerischen Plan zu Ihrer Ermordung?

Es gibt immer solche Pläne, vor allem wenn einige faschistischen Strömungen merken, dass sie mit einem Militärputsch ebenso wenig wie mit einem Ölputsch Erfolg haben werden. Dann spekulieren sie im Dunkel ihrer Seelen darauf, dass Chávez verschwinden könnte. Aber nicht Chávez ist das Problem. Einige von ihnen verstehen nicht, dass nicht ich das Problem bin.

Ihr wirkliches Problem ist, dass es ein Volk gibt, das dazu bestimmt ist, frei zu sein und in Venezuela ein System wahrer Gerechtigkeit zu etablieren. Das ist das Problem der Ungerechten. Es stehen die Ungerechten gegen die Gerechten. Die Gerechten werden triumphieren, weil wir die Mehrheit sind.

Was ist der nächste Schritt im Kampf zwischen der Regierung und der Opposition?

Es gibt viele Schritte. Es gibt politische und wirtschaftliche Schritte. Was die Opposition betrifft, so wird es sehr auf ihr Verhalten ankommen. Sollten sie sich, wie man nur hoffen kann, dafür entscheiden, sich definitiv gegen einen Putsch auszusprechen, gegen Faschismus und Terrorismus, könnten wir sicherlich viel entschlossenere Schritte zur Lösung der Probleme machen, die uns alle angehen.

interview: andrés pérez gonzález



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