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Nr. 01-02/2003 - 24. Dezember 2002
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Separatismus in Mazedonien

Die nächste Generation

In Mazedonien ist eine neue Generation von Separatisten angetreten, die kompromisslos ein einziges politisches Ziel verfolgt: die Siedlungsgebiete der albanischsprachigen Minderheit aus dem mazedonischen Staatswesen zu lösen. Nach Informationen der im Kosovo erscheinenden Zeitung Koha Ditore machen Guerillas der Albanischen Nationalarmee (AKSh) im Nordosten des Landes und an der Grenze zum Kosovo mobil.

Die AKSh wurde bislang nicht einmal von internationalen Beobachtern in Skopje beachtet. Sie galt als nicht ernst zu nehmende Gruppe, die eigentlich nur durch Drohungen auffiel, die per Fax versendet wurden. Dass nun ihre Kämpfer in einigen Dörfern aufgetreten sind, belegt aber, dass die AKSh sich anschickt, die in Mazedonien offiziell aufgelöste UCK-Guerilla zu beerben, und imstande sein könnte, das Land erneut zu destabilisieren.

Die Gruppe scheint ihre Kommandostrukturen im benachbarten Kosovo konzentriert zu haben. Sie wählt die gleiche Strategie, die schon die im September des vergangenen Jahres aufgelöste mazedonische UCK anwandte. Sie agierte damals aus dem von der internationalen Schutztruppe Kfor nur ungenügend bewachten Grenzgebiet zwischen dem Kosovo und Mazedonien und rekrutierte die notwendigen Kämpfer in der jugoslawischen Provinz.

Zwar hat die Kfor nach Angaben von Koha Ditore zwei Angehörige der AKSh wegen terroristischer Aktivitäten festgenommen. Tatsächlich werden diese Maßnahmen die neue terroristische Generation aber kaum erschüttern, da sie sich vor allem ihrer politischen Wirkung sehr sicher ist. Da Mitte September in Mazedonien eine neue Regierung gewählt wurde und nun eine Koalition aus Sozialdemokraten und ehemaligen albanischen Guerilleros die Staatsgeschäfte führt, glaubt die so genannte internationale Gemeinschaft, das Problem des Separatismus gelöst zu haben.

Geschickt wurde der ehemalige mazedonisch-albanische Guerillaführer Ali Ahmeti ins politische Establishment integriert, gleichzeitig verloren die slawisch-nationalistischen Parteien deutlich an Rückhalt. Der Friede schien gerettet.

Doch das dürfte ein Irrtum gewesen sein. Mit den militanten Separatisten der AKSh gibt es keine Verhandlungen. Sämtliche Vereinbarungen des Abkommens von Ohrid vom Sommer 2001, die eine Erweiterung der politischen Rechte der albanischsprachigen Minderheit in Mazedonien vorsehen, sind für sie null und nichtig und ein Hindernis auf dem Weg zu einem neuen albanischen Staat.

Aber auch fürs Kosovo könnten die Aktivitäten der AKSh bald gefährlich werden. Noch sind die politischen Strukturen in dem internationalen Protektorat noch nicht so gefestigt, dass eine neue albanische Widerstandsbewegung keinen Zulauf finden würde, während sich gleichzeitig die neue Generation albanischer Separatisten organisiert. Die lasche Verwaltung durch den UN-Protektor Michael Steiner wird nicht unbedingt dazu beitragen, das Kosovo als Rückzugsgebiet für die AKSh-Kämpfer unbrauchbar zu machen.

martin schwarz, wien



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