P wie Präsident
Puff Daddy. P Diddy, den sie vor kurzem noch Puff Daddy nannten und der eigentlich Sean Combs heißt, möchte der nächste Präsident der USA werden. Entsprechende Gerüchte bestätigte der Rapper nun auf seiner Geburtstagsparty mit den historischen Worten: »Ja, ich bewerbe mich für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten von Amerika.«
Immerhin, einige Qualifikationen für den Job bringt er ja mit. Während der letzten MTV-Awards, bei denen er durch das Programm führte, bewies er eindrucksvoll, dass er gegebenenfalls jeden politischen Gegner ins Koma faseln kann. Außerdem hat er mit seinen eigenen Hits stets demonstriert, dass er in der Lage ist, den Massen inhaltlsleeren Krempel mit Erfolg anzudrehen (»Missing you«). Der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten wäre er ebenfalls. Deshalb: Yo! Go, P Diddy!
Schaf, Kindchen, Schaf
Klonbaby. Erst wurde ein Schaf geklont, jetzt soll es ein Mensch sein. Mit dem Hirn von Arnold Schwarzenegger und dem Body von Albert Einstein, oder umgekehrt, so könnte es zur Welt kommen. Möglich ist alles. Denn der als leicht irre verschriene italienische Arzt Severino Antinori hat angekündigt, dass es nun defintiv und garantiert kommen wird, das erste geklonte Baby. Zwar hat er Ähnliches schon öfter angedroht, doch dieses Mal ist es anscheinend noch sicherer als sonst.
Wo das Klonbaby ausgetragen wird, möchte er nicht verraten, die Schwangerschaft soll möglichst im Geheimen über die Bühne gehen. Aber es gehe dem Ungeborenen gut, seiner Mutter ebenfalls, und im Januar soll es das Licht der Welt erblicken. So weit, so schaurig. Doch nun scheint es so, als ob die Kollegen und Kolleginnen Antinori die Show stehlen würden. Denn die französische Wissenschaftlerin Brigitte Boisselier kündigte an, dass noch in diesem Jahr das erste geklonte Baby zu erwarten sei und dass es keinesfalls ein Junge sein werde, wie Antinoris Klon, sondern ein Mädchen.
Wir blicken gespannt auf dieses Wettrennen, vielleicht kann Antinori mit einem Kaiserschnitt noch etwas Zeit gutmachen. Außerdem mit dabei im Klonbaby-Wettbewerb sind übrigens dubiose Sekten und ganz viel Kohle. Schließlich sollen glücklichen Eltern ihre geklonten Freaks nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit überlassen werden.
Dopen und rauben
Hormonbehandlungen. In Schweden werden seit einiger Zeit anscheinend nicht mehr nur Hormone geschluckt, um sich effektiver im Fitnesscenter einen muskulösen Body zuzulegen, sondern auch, um im Alltag bessere Leistungen zu bringen.
So nehmen nach Angaben der Süddeutschen Zeitung immer mehr schwedische Bankräuber Testosteron oder Nandrolon zu sich, um danach hemmungloser und selbstbewusster »Geld oder Leben!« in der Bankfiliale ihres Vertrauens brüllen zu können. Inzwischen soll es einen gut funktionierenden Schwarzmarkt um Hormone in Schweden geben.
König von England gewählt
Beliebtheitswahl. Bei einer Umfrage der BBC hat mehr als eine Million britischer Fernsehzuschauer darüber abgestimmt, wer der größte Brite aller Zeiten sei. Sieger und damit offiziell größter Brite aller Zeiten wurde mit 447 000 Stimmen der frühere britische Premierminister Winston Churchill, den man bei uns vor allem im Zusammenhang mit dem Anti-Fitnessspruch »no sports« kennt. Auf die hinteren Plätze verwies er William Shakespeare, John Lennon und die Königin Elisabeth I.
Die Idee war gut
John Rawls. Er war kein Vielschreiber, eigentlich stützt sich sein Ruf, einer der wichtigsten Philosophen des letzten Jahrhunderts zu sein, lediglich auf sein Hauptwerk, dessen Titel den Inhalt seines Denkens auch gleich zusammenfasst. Es ist die »Theorie der Gerechtigkeit« (1971). John Rawls wurde immer ein Hang zur Blauäugikeit vorgeworfen. Zu simpel klingen seine Theorien, die Gerechtigkeit über jedes Handeln und über jede Rechtsordnung stellen. Er war ein großer Anhänger Kants und ein Liberaler durch und durch.
John Rawls' Moralphilosophie, die auf dem Wunsch gründet, es möge doch gerecht in dieser Welt zugehen, liest sich gut weg. Nur: Wie sollen sich seine Gerechtigkeitsvorstellungen jemals im Kapitalismus durchsetzen lassen, der so sehr davon lebt, ungerecht zu sein? John Rawls starb am 24. November mit 81 Jahren in Lexington, Massachusetts.
Free Cinema-Gründer tot
Karel Reisz. Was den Franzosen die Nouvelle Vague, das war für das britische Kino das Free Cinema. Diese Form eines realistischen Kinos war vor allem klassenbewusst und widmete sich dem stinknormalen Arbeiter und seinem Alltag. Einer der Mitbegründer des Free Cinema ist Karel Reisz, der bereits mit seinem ersten Spielfilm »Samstagnacht bis Sonntagmorgen« ein stilprägendes Werk der Bewegung vorlegte. In diesem Film lässt er Albert Finney als frustrierten Fabrikarbeiter die einzige Rettung aus seinem tristen Leben im arbeitsfreien Wochenende finden.
Reisz war kein Vielkurbler, um die zehn Filme hat er produziert. Später ging er nach Amerika, dort drehte er zusammen mit Jeremy Irons und Meryl Streep den Film »The French Lieutnant's Woman« und arbeitete bald mehr fürs Theater als fürs Kino. Sein eher nebenbei geschriebenes Buch »Technik der Filmmontage« gilt heute als Klassiker und Pflichtlektüre für jeden Cutter. Karel Reisz starb am 25. November im Alter von 76 Jahren in London.