Deutsches Haus extra I
Rechtsextremismus. In Bochum (Nordrhein-Westfalen) sind Mitte der vergangenen Woche drei Skinheads im Alter von 24, 26 oder 28 Jahren festgenommen worden, die mindestens fünf junge Obdachlose gequält und zu sexuellen Handlungen gezwungen haben sollen. Wie die Frankfurter Rundschau berichtete, hätten die Männer ihre Opfer im Bochumer Amüsierviertel, dem »Bermuda-Dreieck«, kontaktiert. Mit der Aussicht auf Freibier und eine Party seien diese in die Wohnungen der Täter gelockt worden, die sich in Mehrfamilienhäusern befinden. Dort hätten die Skinheads ihre Opfer stundenlang gequält, getreten, gedemütigt und bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen. Einem wurde ein Schrank auf die Beine geworfen. Um die Hilfe- und Schmerzensschreie zu übertönen, sei laute Musik mit rechtsextremem Inhalt abgespielt worden. Die Torturen dauerten jeweils bis zu sieben Stunden, vom Abend bis in die frühen Morgenstunden. Die misshandelten Männer wurden gewarnt: »Wenn ihr zur Polizei geht, machen wir euch platt.« Eine Sozialarbeiterin brachte die Opfer dazu, Anzeige zu erstatten. Sie hatten als Ursache ihrer Verletzungen zunächst Stürze und Prügeleien mit Ausländern angegeben.
Die Polizei fand große Bestände rechtsextremer und Gewalt verherrlichender Musik, eine Reichskriegsflagge und Blutspuren der Opfer in den Wohnungen der Neonazis. Zwei von ihnen gestanden die Taten, alle drei befinden sich in Untersuchungshaft. Zwei Freundinnen der Täter im Alter von 18 oder 19 Jahren, die bei den Misshandlungen anwesend gewesen sein sollen, sind noch auf freiem Fuß.
Deutsches Haus extra II
Rechtsextremismus. 25 Neonazis haben am Abend des 20. November eine Veranstaltung im Herbert-Wehner-Bildungswerk in Dresden angegriffen. Die Kampagne »Thor muss weg« wollte dort über das System so genannter freier Kameradschaften in der rechtsextremen Szene informieren. In der Kampagne engagieren sich mehrere Antifagruppen, Friedensinitiativen, aber auch die Jusos Sachsen, die Naturfreundejugend, die Schwarz-rote Garage und die Roten Bergsteiger gegen den »Klub Thor«. Er ist seit dem Mai dieses Jahres ein Treffpunkt der Dresdener und der regionalen Naziszene.
Die Angreifer sollen mit vier Autos vom Naziclub losgefahren sein und sich vermummt haben, um die Veranstaltung zu stürmen. Die Organisatoren der Kampagne gehen davon aus, dass der Neonazikader Sven Hagendorf, der auch ein Mieter des »Klub Thor« sein soll, den Angriff leitete. Die Besucher der Veranstaltung schlossen sich im Bildungswerk ein, bis die Polizei auftauchte. Sie sprach Platzverweise gegen die Neonazis aus, durchsuchte sie aber nicht. Später sollen die Rechtsextremen noch drei andere Personen angegriffen haben, die in einen Hauseingang flüchten konnten. Informationen zur Kampagne gibt es unter www.thormussweg.de.
Geheim vergiftet
Chemieunfall. Nach einer anonym bei der Coordination gegen Bayer-Gefahren eingegangenen Information soll sich im Bayer-Werk in Uerdingen bereits im vergangenen Dezember ein Unfall in der Phosgenproduktion ereignet haben. Dabei soll ein Arbeiter einer anderen Firma vergiftet worden sein. Auf Nachfrage der Organisation habe das Staatliche Amt für Arbeitsschutz in Mönchengladbach den Vorfall bestätigt. Er war dem Amt zuvor nicht gemeldet und der Öffentlichkeit verschwiegen worden. Weitere Informationen waren jedoch »aus Gründen der Geheimhaltungspflicht nach dem Arbeitsschutzgesetz« nicht zu bekommen.
Die Coordination gegen Bayer-Gefahren fordert nun von dem Chemiekonzern aufzudecken, wie es zu dem Unfall kam, und mitzuteilen, welche Menge an Phosgen dabei freigesetzt wurde und welche Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen wurden. Der Chemieprofessor Jürgen Rochlitz, der ein Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Vereins ist, sagt dazu: »Vertuschungen gegenüber Behörden und der Öffentlichkeit können nicht hingenommen werden.« Phosgen ist ein äußerst giftiges Gas, das im Ersten Weltkrieg als Kampfstoff eingesetzt wurde.
Sicher essen
Rinderwahnsinn. Möglicherweise ist es schon so weit, dass der größere Teil der Bevölkerung BSE für ein Müllbeseitigungsunternehmen oder eine neue Kampftruppe der Bundeswehr hält. Darauf deutet zumindest der Verzehr von Rindfleisch hin, der fast wieder den Stand von vor zwei Jahren erreicht hat. Dabei sei die BSE-Krise noch keinesfalls bewältigt, teilte die Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) am vergangenen Freitag mit. Die Zahl der an Rinderwahnsinn erkrankten Tiere ging nur leicht zurück. 93 Fälle seien im laufenden Jahr gemeldet worden, im Jahr 2001 waren es 125.
Diese schlechte Nachricht brauchen Antivegetarier jedoch nicht zum Anlass zu nehmen, sich die Steaks wieder zu verkneifen. Der Rindfleischverzehr ist nach Künasts Einschätzung »heute so sicher wie schon lange nicht mehr«. Guten Appetit!
Sicher leuchten
Lichterketten. Das Fest der Liebe naht, wie die meisten LeserInnen schon unfreiwillig registriert haben werden. Natürliche, immergrüne Gewächse werden wieder komplett verkabelt und beugen sich unter der Last kitschiger Beleuchtungsvorrichtungen.
Aber Achtung: Der Tannenbaum birgt »Zündstoff«, wie der TÜV in einer Presseinformation warnt! Defekte Lichterketten können trockene Bäume in Brand setzen. Lassen Sie deshalb die Beleuchtung Ihres Christbaums zu Hause von Fachleuten auf ihre technische Sicherheit überprüfen und kontrollieren Sie, ob das GS-Zeichen für Geprüfte Sicherheit nicht fehlt. Findet sich daneben zusätzlich das Kürzel IP 44 oder ein Symbol, das einen Wassertropfen in einem Dreieck zeigt, so eignet sich Ihre Lichterkette sogar für den Garten oder den Balkon.