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Nr. 49/2002 - 27. November 2002
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Ein bisschen reden

Was eigentlich, fragt man sich hin und wieder, ist aus den so genannten Friedensforschern geworden, so sie sich nicht gleich, wie der ehemalige Grüne Alfred Mechtersheimer, als deutschnationale Frontkämpfer entpuppten. Die Weltwoche gibt Auskunft über den Norweger Johann Galtung, der in den Achzigern die Pflicht- und Trendlektüre der Bewegung verfasste. In einem Interview zeigte er nun, wie verbunden er auch weiterhin dem Zeitgeist ist.

Hitler hätte nämlich mit einer frühzeitigen »Revision des Versailler Vertrags« verhindert werden können, erklärte er; stattdessen aber hätten die Alliierten »das ganze deutsche - und nur das deutsche - Volk« bestraft. Das war der fiese Plan der USA, die sich als »göttliches Land« verstünden und seit 1944 die »Weltherrschaft« anstrebten. Auch als sie auf Hiroshima und Nagasaki Atombomben warfen, »hatten sie nicht Rache im Sinn, sondern Strafe«. Saddam Hussein verfüge keinesfalls über Massenvernichtungswaffen, vielmehr »haben die USA den Irak ja selber mit kritischem Uran bombardiert, und das ist Massenvernichtung«. Überhaupt müssten die USA die Versöhnung »mit den arabischen Opferländern« suchen. Denn »Gewalt erzeugt nur Gegengewalt«. Es hätte auch für Afghanistan »bessere, gewaltfreiere Methoden gegeben, eine Regierung abzulösen«, siehe die »Montagsdemonstrationen in der DDR«.

Selbstredend fehlt auch das Lamento über Israel nicht, das inzwischen jede deutschsprachige Wochenzeitung abdrucken zu müssen meint. Statt die traumatisierten Araber weiter zu demütigen, müsse »ja zu einem palästinensischen Staat« gesagt werden. Über Details könne »man nachher reden«.

Da aber die USA weder mit der Hamas noch mit Ussama bin Laden sprechen wollen und lieber »Bomben werfen«, setzt Galtung seine Hoffnung ganz »auf eine breite Bewegung gegen den amerikanischen Fundamentalismus«. Und er träumt offenbar nicht nur davon, ihr neuer Sprecher zu werden, sondern würde sicher auch gerne seine ganzen Erfahrungen als Friedensforscher und Konfliktlöser einbringen, um die noch bestehenden geringen Differenzen zwischen Islamisten, Nazis und Attac zu beseitigen.

thomas von der osten-sacken



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