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Nr. 48/2002 - 20. November 2002
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Der glatte Grasser

Wolfgang Schüssel, bislang noch österreichischer Bundeskanzler, hat bei den in zwei Wochen stattfindenden Parlamentswahlen schwer zu kämpfen. Zwar legt seine Volkspartei (ÖVP) in den Umfragen stetig zu, doch freuen kann er sich nicht. Denn im gleichen Maße, wie seine ÖVP in der Wählergunst gewinnt, verliert sein bisheriger Koalitionspartner, die zerstrittene Freiheitliche Partei (FPÖ).

In der vergangenen Woche begann Schüssel auch noch damit, Personal von den Freiheitlichen abzuziehen. Karl-Heinz Grasser, der von der FPÖ gestellte Finanzminister, verkündete, seine Mitgliedschaft bei den Freiheitlichen ruhen zu lassen und weiterhin mit Schüssel zusammen in der Regierung arbeiten zu wollen. Grasser sagte, er wolle die »Reformpolitik« fortsetzen und Rot-Grün in Österreich verhindern. Jörg Haider ließ daraufhin dementieren, Grasser zuvor als »Verräter« beschimpft zu haben, nur »Verwehter« will er ihn genannt haben.

Dass Grasser zum Verwehten werden würde, war nicht unbedingt absehbar. Der Mann ist so glatt wie seine Frisur, er macht Karriere, was auch immer geschieht. Vor einigen Jahren war er noch ein Kumpel Haiders, dann zerstritt er sich mit ihm, ging zum Autozubehörkonzern Magna, dann versöhnte er sich mit Haider, wurde Finanzminister, dann zerstritt er sich mit Haider, blieb aber Finanzminister, nun will er ein Kumpel Schüssels sein und ist noch immer Finanzminister. Er ist ein Mann, der einfach haften bleibt.

martin schwarz



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