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Nr. 47/2002 - 13. November 2002
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Halt mal das Lenkrad!

Wissenschaft. Erstmalig wurden nun wirklich wichtige Fragen rund ums Autofahrerleben wissenschaftlich ergründet. Das Automagazin Top Gear der britischen BBC beschäftigte sich intensiv mit dem, was Menschen in ihren Wagen außer Lenken, Gasgeben und Bremsen noch so tun. Beispielsweise Pupsen: Die durchschnittliche Menge der stinkenden Gase, die einem Autofahrer hinterm Steuer während seines ganzen Lebens entweichen, beträgt stolze 520 Liter. Hätten Sie's gewusst?

Das allein ist jedoch noch nicht lebensfüllend. Sechsmal haben Menschen im Durchschnitt Sex im Auto, zwei Stunden und 14 Minuten lang küssen sie jemanden. Nicht nur, wenn's mit der Liebe nicht so ganz klappt, wird in Autos sehr gerne ausgiebig geflucht; exakt 32 025 Mal muss sich ein Fahrer ganz furchtbar aufregen und seiner belebten, wie der unbelebten Umwelt gemeine Dinge zubrüllen. Schließlich ist er davon überzeigt, dass außer ihm nur 13 Prozent der anderen Verkehrsteilnehmer Auto fahren können. Deswegen müssen diese vielen Deppen akustisch resolut zur Raison gebracht werden; 15 250 Mal drückt ein Fahrer durchschnittlich entschlossen auf die Hupe. Oder er entscheidet sich dafür, sich anderweitig über die immense Zahl an motorisierten Dummköpfen da draußen hinwegzutrösten. Mehr als ein Kilo Schokolade stopft ein Fahrer während seiner Lebensreise in sich hinein.

Wie die Verpackung entsorgt wird, scheint nach der BBC-Untersuchung auch ziemlich klar zu sein. Männer werfen in ihrem Leben ungefähr ihr Gewicht in Müll aus dem Autofenster, Frauen dagegen nur knapp zwei Drittel dessen, was sie auf die Waage bringen.



The End of the End

Comeback. Wie das Magazin Tendance zu berichten weiß, droht uns ein Comeback der Doors. Dass sich alte, uralte Rockopas nach Jahrzehnten mal wieder zurückmelden, ist normalerweise nicht ungewöhnlich. Doch bei den Doors ist es das insofern, als ihr Sänger nunmal Jim Morrison hieß, der bekanntlich nicht mehr lebt. Wer denn nun an seine Stelle treten soll, ist noch nicht klar. Wir empfehlen Rudolf Scharping. Warum? Einfach so.



Jetzt schon wieder

Medien. Jetzt, das ehemalige Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, ist nicht tot. Oh nein, es lebt mehr denn je. Nicht nur, dass ein Teil der ehemaligen Belegschaft den Fluter relaunchen wird, dieses seltsame Innere-Sicherheits-Magazin für Kids, das die Bundeszentrale für politische Bildung herausgibt. Nein, auch Gruner und Jahr hat sich jetzt ein paar ehemalige Jetztler gekrallt, um mit ihnen ein Konzept für eine Art Jugendbeilage des stern zu entwickeln. Dieses neue Heft könnte dann dem stern beiliegen oder als eigenständiges stern-Spezial erscheinen. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, die Jetztler hätten sich beim Arbeitsamt gemeldet.



Schluss damit

Reality-Soap. In der letzten Woche konnten Sie in unserer Zeitung noch lesen, welch sagenhafte Powerfrau Sharon Osbourne ist, und jetzt das: Frau Osbourne möchte, dass demnächst Schluss mit den »Osbournes« auf MTV ist. Denn, so gibt sie an: »Ich kann mich nicht in Ruhe übergeben. Ozzy kann sich nicht in Ruhe betrinken.« Das Problem ist vor allem, dass Sharon Krebs hat und wegen ihrer Krankheit gerne mehr Privatsphäre hätte. 20 neue Folgen der Reality-Soap wird es aber vorerst doch noch geben, schließlich wurden Sharon und ihrer Familie dafür mehrere Millionen Dollar geboten.



Hmm, lecker

Belgier. Das ist doch mal eine richtige Gaga-Überschrift: »Belgier dürfen Fische weiter lebend trinken«, betitelte die SZ eine Meldung. In ihr geht es darum, dass das oberste belgische Berufungsgericht es für gut befand, dass Belgier, na ja, eben weiterhin Fische trinken dürfen. Das machen sie besonders gerne, wenn sie Einwohner der Gemeinde Geraardsbergen sind, und zwar jährlich am ersten Sonntag der Fastenzeit. Sie lassen sich dann eine leckere Weinmischung reichen, in der kleine Fische lustig zappeln, und dann - gluck, gluck, gluck, runter damit. Die ganze Angelegenheit geht auf einen Brauch aus dem 16. Jahrhundert zurück, den nun eine Tierschutzorganisation unterbinden wollte.



Passiert schon mal

Schönheit. Ein spanischer Schönheitschirurg muss seiner Patientin nach einer misslungenen Nasenoperation 40 000 Euro zahlen. Denn immer, wenn sie sich die Zähne putzt, läuft ihr Wasser aus der Nase. Derselbe Chirurg muss sich im Januar noch einmal vor Gericht verantworten, da eine Patientin es nicht überlebte, als sie sich von ihm Fett absaugen ließ. Wie heißt es so schön: Wer schön sein will, muss leiden. Oder passt der Spruch an der Stelle gerade nicht so?



Hirnlos

Medizinerunfug. Als ob die Meldungen bis hierhin nicht schon bizarr genug wären, hier noch eine: Das Gehirn von Ulrike Meinhof wird erneut in der Uniklinik Marburg seziert. Es wurde bereits im Jahr 1976 post mortem entnommen, um zu untersuchen, woran sie denn nun genau gestorben sei. Nun soll es jedoch darum gehen, ob sich aufgrund der Gehirnuntersuchung irgendwelche Rückschlüsse ziehen lassen, warum Meinhof nicht etwa Bäckerin oder Hausfrau, sondern eine Terroristin wurde. »Angeblich«, so die taz, »soll Ulrike Meinhofs Gehirn dabei mit dem eines wahnhaften Vielfachmörders aus dem Jahr 1913 verglichen werden.« Das Schlimmste an der ganzen Sache ist vielleicht, dass Bettina Röhl, die Tochter Meinhofs, den ganzen Hirnhokuspokus auch noch unterstützt. Herauskommen soll bei der hirnlosen Hirninterpretiererei eh nur das eine: Dass die Meinhof eben einen gehörigen Dachschaden hatte.



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