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Der letzte linke Student schaut skeptisch. Denn: Er hat sich eine Wochenzeitung am Kiosk gekauft. Der letzte linke Student hat sich die Zeitung gekauft, weil zu lesen war, dass sie eine Beilage enthält, die vom »freien zusammenschluss von studentInnenschaften« kommt.
Und: In der Zeitung ist noch ein Artikel. Auch dieser Artikel: äußert sich zu Studentenfragen. Er unterrichtet: von einer Studie der OECD. Die OECD ist eine üble Organisation, hat der letzte linke Student gehört. Weil: sie eine Organisation ist, die nicht links ist. Was aber nicht links ist, das ist rechts. Das weiß der letzte linke Student, denn: das Private ist politisch. Alles ist politisch. Und die, die sagen, sie sind nicht links, sind folglich: rechts. Weil: politisch sind sie allemal. So ist das! Man muss nur: konsequent denken!
Die OECD-Studie besagt, dass immer weniger Studenten in Deutschland studieren. Das klingt: übel. Und die Studie sagt auch: das ist übel. Und der Artikel sagt ebenfalls: das ist übel. Doch: wenn man auf der Hut ist, dann denkt man alles dialektisch. Denn: wenn: in Deutschland weniger Leute studieren, dann fehlt: die Elite für das revolutionäre Proletariat. Weil: Studenten allein machen den Protest. Das ist in Südkorea so. Das ist in den USA so. Das ist in Frankreich so. Und so ist es: überall.
Doch: wenn in Deutschland die Studentenzahlen abnehmen: dann nehmen woanders die Studentenzahlen zu. So zum Beispiel: im Trikont. Und dann? Dann übernimmt eines Tages das revolutionäre Proletariat in der Dritten Welt die Macht. Weil: dort die revolutionäre Elite studiert hat. Und dann schwappt: die Revolution nach Deutschland. Und das ist gut.
Das wissen die von der OECD nicht. Aber es weiß: der letzte linke Student. Man muss nur dialektisch denken! Schon wird: alles gut. Und auch wir sollten unsere Immatrikulationsunterlagen verbrennen und uns in Geduld üben.