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Nr. 45/2002 - 30. Oktober 2002
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Am 29. Oktober soll vor dem Amtsgericht Oranienburg (Brandenburg) der Prozess gegen drei Männer im Alter von 19, 24 und 48 Jahren eröffnet werden, die verdächtigt werden, in der Nacht zum 4. Juli dieses Jahres einen Dönerimbissstand in der Stadt angezündet zu haben. Der Verein Opferperspektive e.V. wies in einer Pressemitteilung am 24. Oktober darauf hin, dass der Besitzer der Imbissbude vom Ordnungsamt wiederholt aufgefordert wurde, auf eigene Kosten die Schäden des Brandanschlages zu beseitigen. Nachdem die Behörde bereits im August dieses Jahres auf die Beseitigung des abgebrannten Wracks gedrängt hatte, setzte sie dem Geschädigten am 2. Oktober eine Frist. Bis zum 5. November solle er der Aufforderung nachkommen, ansonsten würden »Zwangsmaßnahmen eingeleitet«. Der Verlust der Imbissbude gefährdet die wirtschaftliche Existenz des 43jährigen Griechen. Ein 20jähriger Skinhead griff am 22. Oktober in Mannheim (Baden-Württemberg) einen US-amerikanischen Soldaten an. Der Neonazi hatte sich mit elf weiteren Skinheads vor dem Hauptbahnhof versammelt. Als sie pöbelnd zur nächsten Straßenbahnhaltestelle zogen, trafen sie auf drei Angestellte der US-Army in Zivilkleidung, die auf die Bahn warteten. Nach einem kurzen Wortgefecht schlug der aus Bellheim in der Pfalz stammende Skinhead einem der drei US-Amerikaner mit der Faust ins Gesicht. Der Verletzte musste von Rettungssanitätern behandelt werden. Er erlitt eine schwere Platzwunde auf der Stirn sowie ein Hämatom am rechten Auge. Die verständigte Polizei konnte den Täter kurze Zeit später festnehmen. Drei Rechtsextreme überfielen am 20. Oktober in der Berliner S-Bahn einen 31jährigen Nigerianer. Der Mann wurde schwer verletzt. Zuvor hatten die Neonazis in dem nach Potsdam fahrenden Zug bereits mit »Sieg-Heil«-Rufen auf sich aufmerksam gemacht. An der Station Westkreuz pöbelten sie den Mann, der als Angestellter ohne Diplomatenstatus bei der nigerianischen Botschaft arbeitet, mit den Worten: »Die sollte man alle umbringen« an. Einer der Täter schlug daraufhin dem Opfer mit einer halb gefüllten Flasche ins Gesicht, sodass diese zerbrach. Nachdem sich der Verletzte in den hinteren Teil des Wagens gerettet hatte und von anderen Fahrgästen versorgt wurde, versuchten die Täter am nächsten Bahnhof zu flüchten. Sie konnten jedoch von Beamten des Bundesgrenzschutzes (BGS) festgenommen und später der Polizei übergeben werden. Die tiefen Schnittwunden im Gesicht des Nigerianers mussten im Krankenhaus genäht werden. Während einer Sitzung des Gemeinderates in Karlsruhe (Baden-Württemberg) am 20. Oktober zündeten Neonazis Feuerwerkskörper in den Vorräumen des Rathauses. Auf der Tagesordnung stand die Debatte um ein generelles Verbot neonazistischer Veranstaltungen in Karlsruhe. Die Polizei konnte vier Tatverdächtige festnehmen, ein fünfter stellte sich später freiwillig.

hs



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