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Nr. 41/2002 - 02. Oktober 2002
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Alles wird schlechter, weil ...

... die Studentinnen und Studenten nicht mehr ausschlafen. Neue Studien zeigen, dass die deutschen Studierenden nicht mehr bis Mittag im Bett herumlümmeln, dann ein ausgiebiges Frühstück zu sich nehmen und schließlich schwer gestresst zur letzten Viertelstunde der letzten Vorlesung kommen, sondern vielmehr schon frühmorgens frisch aus dem Bett federn, wach und lächelnd in der ersten Vorlesung hocken, ihre drei bis acht Jobs erledigen, Drogen höchstens am Wochenende »probieren« und sich schließlich erschöpft und glücklich zu Bett begeben.

Liebe Studierende: So geht es nicht! Denn wer nicht müßig geht, weiß nicht, wofür er arbeiten soll. Grundlage einer jeden gesunden Haltung zur Revolution ist der Brechtsche Satz: Was einer braucht, das muss er haben. Wenn einer aber nichts kennt, wie soll er's haben wollen. Man nehme sich als Beispiel den beliebtesten Deutschen, den Vizekanzleraußenministerheimlichenparteichefundaberauchimmermensch Joseph Fischer. Ein Pfundsstudent. Erst locker nicht studiert, sondern demonstriert, danach ein paar Jahre bei Opel am Band geschlafen, schließlich mit, wie man hört, unsachgemäß erworbenen Büchern einen Kleinhandel betrieben, außerdem eine Saufzelle gegründet und Fußball geguckt. Joseph war dabei stets gut drauf, und Bob Dylan pfiff ihm eins.

Dann aber war dieser Lebensstil nicht mehr zu bezahlen, und Joschka machte erst grüne Revolution, dann Karriere. Und jetzt: steinreich, mordsbeliebt und weltweit (außer gerade beim bösen Ami) ein dufter Kumpel. Wie der Mann das geschafft hat: Er wollte bleiben, wie er war. »Her mit dem schönen Leben« war für ihn keine Parole, sondern ein Motto. Damit müsst ihr jetzt anfangen, sonst habt ihr zwar einen Abschluss, aber ihr wisst nicht, wofür.

jörg sundermeier



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