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Nr. 36/2002 - 28. August 2002
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Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe gekürzt zu veröffentlichen. Zuschriften bitte an: briefe@jungle-world.com


Jungle World, 35/02: Neues Layout

Vorbild SPD

Schlimm: Da erhält man nach Jahren der Dürre endlich die Chance, aus seinem Herzen keine Mördergrube mehr machen zu müssen, und da ist es ausgerechnet die schnöde Oberfläche, die mich zum Schreiben treibt. Jedoch: Hätte man bis letzte Woche dem Urteil eines eurer Leserbrief-Debütanten, die Jungle World sei kein Brechmittel, noch frohen Mutes hinzugefügt »und man kriegt auch keinen Augenkrebs!«, so nehmt ihr nun doch schwer Kurs in Richtung maligne Melanome.

Denn: Alles, aber auch wirklich alles, was ihr beim Layout verändert habt, geht nach hinten los. Dass die neue Homestory und die erste Disko-Seite noch ein ziemliches Durcheinander ist, mag sich ja noch einrenken. Aber warum all das? Statt wohlproportionierter Ressort-Überschriften, jetzt dünnstelzig hochgezoomte Lettern (denen ihr offensichtlich selbst nicht so ganz traut, denn ab Seite neun sind sie hin und wieder etwas kleiner), statt Seitenzahl in Harmonie mit der Ressortangabe oben sowie schlichter einzeiliger Ausgabennummer nebst -datum unten nun ein halbgarer Mix aus beidem am unteren Seitenrand. Und dann vor allem das: Kursive Einklinker in den Beiträgen! Von dem wirklich schlimmen Durcheinander oben auf der ersten Thema-Seite ganz zu schweigen. Ist euch mal aufgefallen, warum die CDU allein schon mit ihrem Schriftzug so eine breitärschige Piefigkeit verbreitet (die PDS übrigens auch)? Genau, das liegt am Kursivdruck, diesem Schrift gewordenen Symbol schaumgebremster Pseudo-Progressivität. Die SPD hat das übrigens ganz richtig erkannt, manchmal kann man sich seine Vorbilder eben nicht aussuchen.

erik


Bewegt

Ich bin begeistert, das neue Layout ist eine Wucht - schon allein aus politischen Gründen. Die Linke darf nicht im Stillstand verharren, Bewegung und Veränderung sind, gerade heutzutage, bitter nötig. Und ihr seid vorne mit dabei. Es gibt jetzt mehr Demokratie durch die Beteiligung der Massen (LeserInnenWorld) und die prägnanten politischen Analysen (neue Disko-Seite) im Bild-Zeitungs-Stil tragen zur Volksbildung bei. Gleichzeitig geben die so viel weiblicheren Schrifttypen der Zeitung den nötigen Touch von Sanftheit. Weiter so,

beate uhnsorg



Jungle World, 35/02: »LeserInnenworld«

Weg damit!

Nun habt ihr den Salat - und ich gleich mit: In den folgenden Wochen werdet ihr mit Plenumsergebnissen nur so bombardiert werden und müsst sie auch noch drucken. Schuld an all dem ist die LeserInnenWorld, sehr wahrscheinlich eine Schnapsidee, die das Focus-Niveau bereits nach dem ersten Versuch unterschritten hat. Schafft sie bitte ab, die LeserInnenWorld. Es hat schon seinen Grund, warum es Leute gibt, die eine Zeitung machen, und Leute, die diese einfach nur lesen sollten. Herzlichst,

katja s.



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