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Nr. 34/2002 - 14. August 2002
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Zum Geburtstag kein Glück

Jetzt hat sie bald Geburtstag, sie wird 100 Jahre alt, die Feuilletons sind schon auf dieses Großereignis eingestellt, doch statt einer Torte ließ der Verein »Rom«, der sich für die Interessen der Sinti und Roma einsetzt, der Leni Riefenstahl die Androhung eines Prozesses ins Haus flattern. Es soll darin erneut um die von der Dokumentarfilmerin Nina Gladitz in ihrem Streifen »Zeit des Schweigens und der Dunkelheit« (1982) erhobenen Vorwürfe gehen, Riefenstahl habe 1940 für ihren Film »Tiefland« Sinti und Roma aus dem Lager Salzburg-Maxglan für Dreharbeiten zwangsverpflichten lassen.

Für Riefenstahl stellt sich die Sache ganz anders dar. Schon gegen Gladitz hatte sie geklagt und behauptet, sie habe die Sinti und Roma nicht wie Statistenvieh für Nazikitsch mit Exotismusbonus benutzt, sondern vor der drohenden Einweisung ins Vernichtungslager Auschwitz bewahren wollen. »Lenis Liste«, es gibt sie also. Hat sich Steven Spielberg eigentlich schon die Rechte gesichert?

Recht bekam in jenem Fall jedenfalls die Riefenstahl, Gladitz musste die entsprechenden inkriminierenden Stellen aus ihrem Film schneiden. Der erneute Prozess gegen des Führers liebste Filmemacherin soll den Fall »Tiefland« nochmals verhandeln.



Voll das Leben

Einmal im Leben im Lotto gewinnen oder einen Millionär oder eine Millionärin heiraten, das ist der Traum, den manche träumen, wenn sie mal wieder direkt in ihre Reisekasse blicken. Anna Nicole Smith hat ihn im ganz großen Stil verwirklicht. Liebe kann jedenfalls damals nur bedingt im Spiel gewesen sein, als die 26jährige ehemalige Stripteasetänzerin den beinahe 90jährigen Öltycoon und Milliardär J. Howard Marshall ehelichte. Inzwischen ist Smith die Erbin eines beträchtlichen Teils des Vermögens.

Da könnte sie sich eigentlich gut zur Ruhe setzen, aber nein, sie will noch was anderes vom Leben als Geld. Und so ist sie seit kurzem der Mittelpunkt der »Anna Nicole Smith Show«, die in 13 Folgen vom US-Kabelsender »E!« präsentiert wird. Das Ganze kommt ähnlich daher wie die erfolgreiche Reality-Show »The Osbournes« von MTV, in der der Alltag eines debilen Rockstars samt Familie gezeigt wird. Smith führt durch ihr Schlafzimmer, lässt ihre Toilette besichtigen und hat anscheinend auch sonst keinerlei Hemmungen, sich und ihre Privatsphäre vor der Kamera auszubreiten. Wie man hört, lässt sie sich manchmal gar im offensichtlich betrunkenen oder durch Medikamente vernebelten Zustand filmen.

Was es sonst in der Show zu sehen gibt, so im Sinne von »Handlung«, ist nicht so berauschend. Man sieht Smith in der Fahrschule, mit ihrem Ernährungsberater und beim Schälen einer Stange Sellerie. Ist das die Zukunft des Fernsehens? Eventuell schon.



Copy saves music

In der leidigen Debatte um Piratentum, Brennen von CDs und Herunterladen von Musik ist der Plattenindustrie erstmals mehr eingefallen, als »Copy kills music« zu brummeln. Universal hat mit popfile nun seine legale Musiktauschbörse gestartet, bei der man verschlüsselte MP3 kostenpflichtig aus dem Netz saugen kann. Um zu verhindern, dass die heruntergeladenen Stücke in illegalen Tauschbörsen wieder auftauchen, werden sie mit einem Wasserzeichen versehen. Das Ziel des Vorstoßes ist es wohl, den Verbraucherbedürfnissen nach einzelnen Songs gerecht zu werden. Bislang galt das Netz für die Musikindustrie als Werk des Teufels, doch nun will Universal erkannt haben, dass ihre Zukunft nicht im Verkauf von CDs, sondern im Verscherbeln legaler MP3 liegt.



Jason vs. Freddy

Eine gute Nachricht für Freunde des etwas in die Jahre gekommenen Slasher-Films dürfte sein, dass demnächst die Dreharbeiten an der elften Folge von »Friday 13th« beginnen werden. Schließlich sieht man Jason Vorhees, dem Typen mit der Maske, immer gerne dabei zu, wie er kreischende College-Girls sauber zerstückelt. Dieses Mal jedoch wird er nicht nur einfach ungehindert seine Messer schärfen dürfen, sondern beim Nachgehen seiner Passionen auf niemand Geringeren als seinen alten Kollegen Freddy Krüger stoßen, den Mann mit dem Pfannkuchengesicht und den Schlitzerklauen, berühmt aus der Serie »Nightmare on Elm Street«. Ein Kampf der Giganten kündet sich hier an, besser noch als Superman gegen Batman, brutaler als King Kong gegen Frankenstein. Aber wird er auch furchtbarer als Stoiber gegen Schröder sein?



Zur Räson geföhnt

Die australische Polizei moniert den Einsatz von privaten Haarföhns als Mittel zur Disziplinierung von Rasern. Das berichtet das Internetportal auto.t-online.de. Selbst ernannte Verkehrserzieher richten demnach immer wieder Föhns auf Fahrer, die sie im Verdacht haben, zu schnell zu fahren - in der Hoffnung, dass die Fahrer den Haartrockner für eine Radarpistole halten.

Dieses Verfahren sei gefährlich, erklärten die Beamten, weil durch abruptes Abbremsen Unfälle entstehen könnten. Zudem bestehe die Gefahr, dass Raser aggressiv werden, falls sie erkennen, dass sie von einem Föhn gefoppt wurden.



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