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Nr. 33/2002 - 07. August 2002
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Feng Shui fürs Handy

Nun können auch Handybesitzer ihr Leben und das ihres Mobiltelefons nach den Prinzipien der chinesisch-taostischen Harmonielehre Feng Shui ausrichten. Das berichtet das Kommunikationsportal netedition.de. Bisher beschränkte sich das Anwendungsgebiet von Feng Shui hauptsächlich auf Gebäude, die nach bestimmten Grundsätzen errichtet werden müssen, da die Energie sich zum Beispiel in Raumecken anstaut oder durch falsch platzierte Türen einfach wieder entwischt.

Unter www.phoneshui.co.uk wird jetzt aber auch ein Fragenkatalog angeboten, dessen Beantwortung nur wenige Sekunden dauert. Die Analyse folgt prompt und ist umfassend: Vom richtigen Handymodell bis zum günstigsten Klingelton hat die Jahrtausende alte Feng Shui-Lehre eine Menge Tipps für moderne Telefonierer parat.

Kreative Menschen sollten zum Beispiel das Bild eines runden Glöckchens auf ihr Mobiltelefon kleben, das sie beständig an die Möglichkeiten erinnert, die sich aus jedem Klingeln ergeben könnten. Dabei werden sie nur dann wirklich glücklich werden, wenn die ihnen empfohlenen Modelle Motorola V70, Nokia 5510 oder Samsung T100 mit der Antenne nach Westen zeigend aufgeladen werden. Frauen sollten, wie die mobilen Feng-Shui-Berater warnen, dabei jedoch unbedingt aufpasssen, denn sonst könnte sich ihre Kreativität auf Wickeltechniken beschränken. Schließlich gilt der Westen als unbedingtes Symbol für Fruchtbarkeit.

Managern wird dagegen ein Samsung A300 oder Nokia 6510 (Klingelton: ringring oder beepbeeep) empfohlen. Und das Abbild eines kleinen Elefanten auf dem Telefon, der als Symbol für die Schwierigkeiten, die es aus dem Weg zu räumen gilt, herhalten muss. Die Manager-Handys sollten am Morgen vor wichtigen Meetings in nord-westlicher Richtung aufgeladen werden, was besonders dann gilt, wenn es der Besitzer mit der Justiz zu tun hat. Da hätten sich die nun im Knast sitzenden WorldCom-Manager vorher mal eine Feng-Shui-Beratung für ihre Handys einholen sollen.



»Rettet Deutschland«

Von einem popkulturellen Widerstand gegen Edmund Stoiber kann zwar noch nicht die Rede sein, aber immerhin tut sich langsam was. So kann man etwa auf die Website www.stoiberdarfnichtkanzlerwerden.de seine Anti-Stoiber-Songs setzen lassen. Ein paar Stücke mit schlichten Titeln wie »Stoiber«, aber auch »Nationalbestoiber« stehen dort bereits zum Runterladen bereit.

Noch viel interessanter aber ist, was sich die deutschen HipHopper von den Asphaltliteraten unter ihrem Titel »Rettet Deutschland« ausgedacht haben. Textlich geht es in dem Track nach Angaben des HipHop-Magazins Juice darum, ein Bild von Stoiber als Faschisten zu zeichnen, den es zu töten gilt, schließlich ist der Tyrannenmord ja gerechtfertigt.

»Rettet Deutschland« (trotz des begrüßenswerten Anliegens ein wahrlich beknackter Titel) landete eine Zeit lang auf der Website www.hiphop.de, ist inzwischen aber von dort verschwunden. »Wegen Beleidigung und Mordaufruf« gegen Stoiber und Beckstein ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits. Auch der Songtext von »Rettet Deutschland« musste wieder von der Website genommen werden.



Schuhbidubidu

Der Film »Der Schuh des Manitu« vom Bully-Paraden-Bully hat ja eine interessante Entwicklung hinter sich. Rezeptionsmäßig und überhaupt. Rezeptionsmäßig, weil der Film, als er in die Kinos kam, eindeutig als Publikumsliebling und Kritikeralptraum wahrgenommen wurde. Inzwischen ist er aber ein Publikumsliebling geworden und auch bei der Kritik sehr beliebt. Dem erfolgreichsten Film aller Zeiten, »Titanic«, ging es seinerzeit ähnlich.

Nun ist »Der Schuh des Manitu« nochmals in den Kinos als »XL«-Version gelandet, unmittelbar nachdem er in seiner Originalfassung von den deutschen Leinwänden verschwunden ist. Ein paar Minuten mehr machen zwar nur einen äußerst feinen Unterschied, bringen aber nochmal ordentlich Geld in die Kinokassen.

Wie sehr sich die deutsche Humornation mit ihrer Liebe für den »Schuh« verirrt hat, dass Schwulen- und Tuntenwitze im Wilden Westen nur hierzulande zu Schenkelklopforgien führen, beweist nun der erste Auslandseinsatz des Films. 40 Kopien wurden in Russlands Kinos verteilt, 40 Kinos wollten es tatsächlich mal mit einer deutschen Komödie versuchen. Das dürfte ihnen nicht noch einmal passieren. »Ein stümperhafter Film ohne Witz«, urteilte die russische Zeitung Nowyje Iswestija, und anscheinend konnten die Russen, die sich bisher den Film angetan haben, an keiner Stelle lachen.

Das Problem ist eben, dass der »Schuh« ja auch nicht witzig, sondern bekloppt ist, in Deutschland aber Beklopptheit immer für Witzigkeit gehalten wird und deshalb lachen alle, wenn Bully ein Tütü trägt. Die Russen aber scheinen einfach zu wissen, dass, was aus Deutschland kommt, meist bekloppt ist, und dass sie über das, was aus Deutschland kommt, eigentlich noch nie lachen konnten.



Nichts Neues vom Kaiser

Wie in der letzten Woche bereits angedroht, führen wir die Hofberichterstattung aus dem Kaiserreich fort. Denn es ist weiterhin Sommerloch. Glücklicherweise ist nicht nur zu vermelden, dass Claudia Schiffer inzwischen sichtbar schwanger ist, sondern auch, dass die Geliebte von Franz Beckenbauer, die gleichzeitig Mutter seines unehelichen Sohnes ist, Heidrun B., 38, dies bis auf Weiteres nicht sein wird. Gerüchte über eine erneute Schwangerschaft von Heidrun B. waren in Bild aufgekommen. Franz Beckenbauer hat via Bild jedoch dementiert. Eigentlich gibt es also rein gar nichts zu vermelden, aber, na ja: das Loch eben.



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