Mehr macht mehr
Wenn er schon nicht mehr den erfolgreichsten Film aller Zeiten für sich verbuchen kann, weil ja unbedingt die Titanic nochmals sinken musste, dann stellt Steven Spielberg nun eben einen Rekord beim Product Placement auf. In seinem neuen Science Fiction-Film »Minority Report« durften Firmen wie Bulgari, Nokia, Pepsi und Reebok im ganz großen Stil ihre Produkte samt Logos verteilen. Alles in allem im Wert von 25 Millionen Dollar. Eine gigantische Summe, wenn man bedenkt, dass sich so manche Produktion Hollywoods ein Einspielergebnis in dieser Höhe wünschen würde und in Deutschland selbst der teuerste Film kein derartig hohes Budget zur Verfügung gestellt bekäme. Bei »Minority Report« dagegen muss sich niemand mehr Sorgen machen, dass der Film auch floppen könnte, scheint er sich doch schon vor offiziellem Start so gut wie finanziert zu haben.
Interessant ist auch, dass früher Product Placement in Filmen gerne vertuscht wurde, möglichst nicht so offensichtlich daherkam und Regisseure, wenn sie erwischt wurden, sich peinlich berührt gaben und sich manchmal sogar entschuldigten. Diese Zeiten scheinen nun wohl endgültig vorbei zu sein.
Keine Tatze mehr für die 'taz'
Wenn man sich mal wieder zu einem Backpacker-Urlaub aufmachte, waren einem diejenigen schon immer suspekt, die von der Gore-Tex-Jacke bis zum frosttauglichen Schlafsack alles mit dem Tatzen-Logo der Outdoorfirma Jack Wolfskin versehen hatten. Man wurde einfach das Gefühl nicht los, diese Tatzenrumspazierspezies hätte sich ihr freiheitliches Alternativ- und Travellergefühl ein wenig zu teuer erkauft.
So richtig geschmacklos galten aber noch viel mehr die mit der taz-Tatze auf dem Badetuch und vielleicht sogar vorne auf dem T-Shirt. Gut sah das ja wohl nicht aus. Eigentlich kann die taz froh sein, dass sie die gerichtliche Auseinandersetzung mit Jack Wolfskin um die Tatze nun verloren hat. Somit kann sie für die Geschmacksverirrungsgelüste ihrer Leserschaft nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden.
Ab sofort ist ihr verboten, eigene Produkte, die dem Outdoor-Bereich zugeordnet werden könnten, mit einer Tatze zu versehen, denn auf die hat nun Jack Wolfskin das volle Copyright. Zwar hat die taz die Tatze als Logo erfunden, doch ins Markenregister hat Jack Wolfskin sie sich eintragen lassen. Tja, wer zuletzt kommt, den beißen die Hunde.
Berlusconi singt jetzt auch
Wer bereits annahm, die Sendung »Popstars« sei die endgültige Perversion des Popstarwesens, wird nun belehrt, dass es immer noch schlimmer kommen kann. Nein, die No Angels werden nicht der absolute Tiefpunkt abendländischer Kultur gewesen sein, denn jetzt möchte Silvio Berlusconi seiner Sammlung an Titeln wie »schmieriger Medienzar«, »Neofaschist«, »Haider Italiens« oder einfach nur »rechtes Arschloch« die Berufsbezeichnung »Popstar« hinzufügen. Oder zumindest »Schlagerfuzzi«.
Zusammen mit dem Sänger und Komponisten des entsetzlichen Gehörgangzermürbers »Quando, Quando, Quando« aus den Sechzigern, Tony Renis, möchte er nun eine CD produzieren. Die Musik darauf soll von Renis kommen, die Texte von Berlusconi, der Gesang von beiden. Was genau Berlusconi zusammenzutexten gedenkt, ist nicht bekannt, auf poetische Höhenflüge muss man sich aber wohl kaum gefasst machen.
Renis bescheinigt Berlusconi nach ersten gemeinsamen Proben pflichtbewusst, »eine herrliche Stimme« sein Eigen nennen zu dürfen und dass dieser zu allem Überfluss auch noch Klavier spielen würde.
Die CD, die bis Weihnachten 2003 erscheinen soll, dürfte in Italien mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Nummer-Eins-Hit werden. Schließlich gehört Berlusconi ja eh halb Italien und so gut wie jedes nicht halbwegs linksgerichtete Medium. Und da Dauerrotation in Radio und Fernsehen nunmal Hits »macht«, muss man sich um den Erfolg der geplanten Schnulze wirklich keine Sorgen machen. Der Erlös aus dem Hit soll jedoch großzügigerweise dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef zufließen, manchmal können korrupte Milliardäre richtig bescheiden sein. Aber vielleicht gehört das Kinderhilfswerk demnächst ja auch Berlusconi.
Franz allein zu Hause
Da immer noch Sommer ist, also auch Sommerloch, soll der geneigte Leser an dieser Stelle nicht mit Informationen bombardiert werden, die ihn am Ende irgendwie belasten und vom faulen Brutzeln in der Sonne abhalten könnten. Deshalb überlassen wir die Berichterstattung über Franz Beckenbauers Eheprobleme einmal nicht nur Bild, sondern stürzen uns mittenrein ins Privatleben des obersten Fußballdeutschen.
Also, schwarz auf weiß: Franz Beckenbauer, der Kaiser Deutschlands, ach was: der Welt, hat sich von seiner Ehefrau Sybille getrennt. Ein entscheidender Grund für diesen Schritt scheint gewesen zu sein, dass Beckenbauer sich vor einiger Zeit einen Seitensprung (bei einer Weihnachtsfeier) geleistet hatte, aus dem auch noch ein Sohn hervorging.
Kaiser Franz trennt sich also von seiner Ehefrau. Wahnsinn. Was sagt Edmund Stoiber dazu, der so etwas bekanntlich niemals machen würde? Hat Gerhard Schröder bereits entscheidende Verhaltenstipps via Bild übermitteln lassen?
Das Sommerloch dürfte noch ein wenig andauern. Die Gefahr ist deshalb groß, dass wir auch in den nächsten Wochen ausführlich über Franz Beckenbauers Eheprobleme und deren Folgen berichten werden.