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In der letzten Ausgabe sahen Sie ein Foto fröhlicher Jungen und Mädchen, die sich die WM anguckten und die glaubten, das gehe jetzt immer so weiter. Tolle Spiele ansehen, nebenbei ein bisschen Zeitung machen. Und hey, es ging wirklich gut los, andauernd gab es Gründe zum Jubel. Auch für die deutsche Mannschaft. Acht Gründe allein im ersten Spiel. Die Saudis, stellte sich heraus, treffen nämlich nur Hochhäuser, aber keine Tore. Hurra. Yip, Yip. Peng, Peng.
Okay, hier wird zugegebenermaßen eine minoritäre Position innerhalb des Redaktionskollektivs referiert, das insgesamt eine streng links-korrekte Sicht auf den Weltfußball hat. Europäische Nationen mit Rechtsregierungen wie Italien werden von überzeugten Politheimern ebenso ausgepfiffen wie die Deutschen. Da können die Italiener noch so gut aussehen. Eine kleine Fraktion von ÄsthetInnen muss dagegenhalten und energisch rot-weiß-grüne Käsefähnchen schwenken.
Einzelne Nörgler wollten ferne Länder wie Paraguay in die Finalrunde katapultieren und versagten dabei schrecklich. Weil sie keine paraguayische Käsefahne hatten, wurde auf Voodoo-ähnliche Anfeuerung gesetzt, was überhaupt nichts brachte. Die Stimmung kippte daraufhin. Und sackte weiter, als klar wurde, dass die nahe Zukunft für antideutsche Fußballgucker insgesamt ziemlich düster aussehen würde. Schuld daran ist natürlich Kirchs Bezahlfernsehen, das nur Spiele mit Deutschen und und ein paar andere ausgewählte Begegnungen freigibt. Da half auch kein Ruckeln an der Satellitenschüssel.
Der Versuch, sich quasi in letzter Minute den kapitalistischen Realitäten zu beugen und eines dieser erpresserischen Premiere-Presse-Abos klar zu machen, scheiterte an der völlig überforderten Portokasse, die spontan keine 200 Euro rausrücken wollte. Unbedingt muss man deshalb dem Fußballkommentator Michael Ringel zustimmen: »Die Tatsache, dass uns die Spiele von Kirch gestohlen wurden und dass wir dessen Pleite bezahlen müssen, sind ein letzter Grund, die RAF neu zu gründen und Kirch in den Kofferraum zu schicken.« Darauf kann sich auch die in der Paraguay-Frage tief gespaltene Jungle World einigen.
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