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Nr. 25/2002 - 12. Juni 2002
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Umkämpftes Kaschmir

Hat die Politik des pakistanischen Staates im Kaschmir-Konflikt eine Wendung genommen oder nicht? Nach einem Bericht der New York Times vom Sonntag haben Anführer verschiedener in Kaschmir bewaffnet gegen Indien kämpfender Gruppen in Interviews geäußert, pakistanische Truppen hätten sie daran gehindert, in den von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs einzudringen. »Nun haben wir zwei Armeen gegen uns, die indische und die pakistanische«, zitierte die Zeitung Hussein Rizvi, den Führer der islamistischen Guerillatruppe Hizbul Momineen. Bislang hatten die pakistanischen Regierungen und insbesondere der Geheimdienst ISI den bewaffneten Kampf in dem von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs unterstützt. Der Schwenk soll auf einem Treffen hochrangiger Geheimdienstler und Kaschmir-Warlords im vergangenen Monat angekündigt worden sein. Jetzt sind die Militanten sauer. Zu ihrer Beschwichtigung hat der pakistanische Militärherrscher Pervez Musharraf in der vergangenen Woche einiger ihrer Anführer in sein Büro geladen, um ihnen zu versichern, er werde die Sache der Kaschmiris nicht aufgeben. Einer der an dem Treffen beteiligten Guerillas sagte der New York Times zufolge, der Präsident sei tief beunruhigt über die Möglichkeit einer Regierungsübernahme durch fundamentalistische Gruppen.



Ankunft in der Marktwirtschaft

Russland ist in der Marktwirtschaft angekommen. Es geschah, von der Weltöffentlichkeit unbemerkt, am 1. April. Auf dieses Datum wurde die neue Bewertung der russischen Ökonomie, die das US-Handelsministerium am Donnerstag vergangener Woche veröffentlichte, festgelegt. US-Präsident George W. Bush übermittelte seinem russischen Kollegen Wladimir Putin die frohe Botschaft in einem persönlichen Telefonanruf. Bereits in der Woche zuvor hatte die EU die Privatisierungsbemühungen Russlands durch dessen Anerkennung als Marktwirtschaft honoriert. Die rasch aufeinander folgenden Entscheidungen dürften vor allem der Absicht dienen, Russland enger an die westliche Welt zubinden. Während die Einbeziehung Russlands in die Nato-Strukturen eher eine symbolische Bedeutung hat, sind mit der Anerkennung der Marktwirtschaft konkrete Handelserleichterungen verbunden. Noch bestehende Beschränkungen kosten russische Unternehmen nach Angaben des Handelsministers German Gref 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr. Zudem hat Russland nun größere Chancen, der Welthandelsorganisation (WTO) beizutreten.



Arafats Hauptquartier unter Beschuss

In der Nacht zum Donnerstag vergangener Woche hat die israelische Armee das Hauptquartier Yassir Arafats in Ramallah beschossen, in dem sich auch seine Schlafräume befinden. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen habe der Beschuss schwere Schäden an den Gebäuden hinterlassen, Arafat selbst sei unversehrt. Die Militäroperation erfolgte als Vergeltung für einen Anschlag auf einen Bus; der Selbstmordattentäter hatte sein mit Sprengstoff beladenes Auto an einer Straßenkreuzung gesprengt, wobei 17 israelische Soldaten und Zivilisten getötet und über 40 verletzt worden waren. »Eher als eine Botschaft an Arafat«, schrieb die linksliberale israelische Tageszeitung Ha'aretz, »war die Operation eine diplomatische Botschaft an Washington, dass dies der letzte Schritt vor Arafats Ausweisung ist.«



Speed kills

Einst war das Goldene Dreieck, das Grenzgebiet zwischen Thailand, Myanmar und Laos, das wichtigste Anbaugebiet für Opium. Heute aber werden Opiumpfeifen nur noch für Touristen angeboten. Das große Geschäft machen die Warlords der Region mit der Herstellung und dem Export von Amphetaminen. Schätzungsweise 800 Millionen Tabletten pro Jahr werden in Myanmar produziert, nach Ansicht der thailändischen Behörden vor allem von der United Wa State Army (Uswa).

Die Uswa ist mit der Militärregierung Myanmars verbündet und kämpft gemeinsam mit deren Truppen gegen die Separatisten der Shan State Army und der Karen National Union. Da bei den Kämpfen immer wieder thailändisches Territorium beschossen wird, sind die Spannungen im Grenzgebiet gewachsen. Ein Sprecher des thailändischen Verteidigungsministeriums erklärte am vergangenen Donnerstag, dass die Truppen in der Region weiter verstärkt werden. Vertreter der Regierung Myanmars hatten zuvor Thailand beschuldigt, die Separatisten zu unterstützen, und kaum verhüllt mit einem Krieg gedroht. Da die Militärs sich offenbar allein für fähig halten, die geeignete Propaganda zu verbreiten, wurde Ende Mai allen privaten Medien die Publikation von Artikeln über Thailand und sogar die Erwähnung des Landes verboten.



Hungerstreik in Mexiko

Die Forderung ist eindeutig: »Amnestie für alle politischen Gefangenen«. Seit über 50 Tagen befindet sich Jacobo Silva Nogales, einst »Comandante Antonio« des Revolutionären Befreiungsheers des aufständischen Volkes (Erpi) aus dem Süden Mexikos, im Hungerstreik. Seine Lebensgefährtin Gloria Arenas Agis, »Coronela Aurora«, sowie rund 20 gefangene Bauern aus dem Bundesstaat Guerrero haben sich inzwischen der Aktion angeschlossen. Auch ihnen werfen die Behörde vor, dem Erpi angehört zu haben. Silva und Arenas, deren Verhaftung 1999 als wichtigster Schlag gegen die Gruppe galt, sollen 1996 an einem Angriff auf ein Militärfahrzeug teilgenommen haben - ein Vorwurf, der einzig auf unter Folter erzwungenen Aussagen basiert. Silva, dessen Gesundheitszustand in der vergangenen Woche immer bedrohlicher wurde, hat indes angekündigt, an seinem Hungerstreik festzuhalten: »Was auch immer passiert, ich werde nicht davon abweichen, die Hoffnung auf meine Freiheit zu stärken.«



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