Steffi nackt
Mit Steffi Graf wurde ja schon immer gerne mal Schabernack getrieben. Mit Vergnügen erinnert man sich etwa an die Spaßpunker von den Angefahrenen Schulkindern, die in einem ihrer Lieder äußerten, dass sie gerne auch mal Sex mit Steffi hätten, genauso wie ihr Vater schon einige Male zuvor. Derartige Avancen kamen bei Steffi aber gar nicht so gut an und sie verklagte die Band zur Zahlung eines saftigen Bußgeldes.
Vor kurzem nun hatte die tüchtigste deutsche Tennisspielerin aller Zeiten einen erneuten Rechtsstreit angeregt. Der Gegner ist niemand Geringeres als die böse Macht per se, das Imperium, der Softwarekonzern Microsoft. Und wieder geht es dabei um Schmuddelkram, mit dem Steffi nicht so recht einverstanden ist. Auf ein Forum des Microsoft-Dienstes MSN nämlich hatte ein privater Anbieter eine dieser kuriosen Nacktmontagen gestellt, die in der letzten Zeit häufig im Netz zu finden sind. Bei diesen handelt es sich um Konterfeis von Prominenten, die auf irgendwelchen hüllenlosen Playboy-Bunny-Körpern sitzen. Von Britney Spears bis Anna Kournikova ist da alles zu haben, was sich bislang noch vor der offiziellen Entblätterung in einschlägigen Herrenmagazinen ziert. Und da Steffi wahrscheinlich für kein Geld der Welt ihren eigenen blanken Busen vor eine Fotolinse gehalten hätte, schien hier eben einfach Not am Mann gewesen zu sein.
In einem ersten Urteil hat das Oberlandesgericht Köln nun entschieden, dass Microsoft tatsächlich für die alles andere als autorisierten Steffi-Montagen verantwortlich gemacht werden kann. Das ist deswegen so bemerkenswert, da es bislang Konsens war, dass Internetanbieter nicht zur Rechenschaft für die bei ihnen von privaten Anbietern verbreiteten Inhalte gezogen werden können.
Hollywood noch lange nicht pleite
Bereits jetzt steht so gut wie fest, dass das Jahr 2002 das erfolgreichste in der bisherigen Geschichte Hollywoods wird. Nachdem es bis vor zwei Jahren nicht mehr ganz so gut lief und die richtigen Blockbuster eher Mangelware waren, schnurrt die US-Filmindustrie nun im Jahr eins nach »Harry Potter« und »Herr der Ringe« wieder so richtig auf Hochtouren. Vor allem »Episode II« und »Spiderman«, dem derzeitig überragenden Überraschungserfolg von Sam Raimi, ist der Boom zu verdanken. Der fünfte bzw. zweite Teil der Star Wars-Saga läuft erwartungsgemäß bombastisch, während die wirklichen Superrekorde jedoch »Spiderman« aufstellt. So schnell wie dieser hat noch nie zuvor ein Film 100, 200 und dann 300 Millionen Dollar eingespielt.
Deutschland liegt am Mittelmeer
Michel Houellebecq hat noch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er Deutschland im Vergleich zu Frankreich ganz toll findet und als (Anti-)Kulturnation für überlegen hält. Natürlich hat diese Einschätzung auch etwas mit dem Säbelrasselkalkül des Skandalprofis zu tun, der genau weiß, dass seine Liebe für Deutschland in Frankreich nicht besonders gut ankommt. Doch nun geht Houellebecq noch einen Schritt weiter. Er will tatsächlich eine geplante Verfilmung seines letzten Romans »Plattform«, der eigentlich zwischen Paris und Thailands Sextourismus-Hochburgen angesiedelt ist, in Deutschland spielen lassen. So ist er zurzeit unterwegs zwischen Rügen und Wismar, um sich nach geeigneten Drehorten umzuschauen.
In der Süddeutschen Zeitung gab Houellebecq außerdem in einem Interview ein tolles Potpourri über die tollen Seiten der Deutschen von sich, von denen diese nicht einmal im Traum dachten, dass sie an ihnen zu finden seien. Er meint, »dass es ihnen gelungen zu sein scheint, eine Sinnlichkeit zu erwerben, zum Beispiel, indem sie die Massagen entdeckt haben, ohne ihren natürlichen Sinn für Romantik zu verlieren.« Oder: »Heute scheint mir Deutschland näher am Mittelmeer als an Schweden zu liegen.«
Haben wir da irgendetwas verpasst? Deutschland ist also gar nicht das Land der Häuslebauer, Vorschrifteneinhalter und gänzlich unsinnlichen Bausparverträgeunterzeichner, sondern das wahre Italien Goethes, in dem sich »Taugenichtse« wie der aus der Erzählung Joseph von Eichendorffs millionenfach dem schwelgerischen Genussleben hingeben? Monsieur Houellebecq, über ihre gewagten Thesen müssen wir uns noch einmal unterhalten.
Premiere als Free-TV
Das Elend mit den Übertragungsrechten der aktuellen Fußball-WM ist groß. Eine freie WM für freie Bürger, das war einmal. Denn sozusagen als letzten Coup vor dem endgültigen Absterben hat man sich bei Leo Kirchs Pay-TV-Kanal Premiere das Recht gesichert, ungefähr die Hälfte der Spiele exklusiv übertragen zu dürfen. Gegen den Frust hilft jedoch ein Premiere-Probe-Abo für zwei Wochen. Jetzt bestellen, WM glotzen, pünktlich wieder abbestellen, glücklich werden und Premiere trotzdem vor die Hunde gehen lassen. Die Nummer der Service-Hotline lautet: 01805 - 11 00 00