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Nr. 19/2002 - 30. April 2002
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Wie halten Sie es mit dem Imperialismus?« hatten wir auf unserer Homepage gefragt. Und zunächst schienen Sie, liebe Leserinnen und Leser, unsere Erwartungen rundweg zu erfüllen. Während unsere Autoren auf den Disko-Seiten Lenin sowas von in die Mangel nahmen, votierten die meisten von Ihnen für Sex and Drugs and Rock'n'Roll statt Küche, Kinder und Kirche, für das Imperium gegen das gallische Dorf, für die Teilung Deutschlands, für Fanta statt Fatwa.

Nach dem handstreichartigen, bolschewistischen Coup aber, der, vermutlich vom Inlandsressort (»der Hauptfeind steht im eigenen Blatt«) gesteuert und mit Infoläden, PDS-Ortsgruppen und Antiglobalisierungsnetzwerken koordiniert worden war, änderte sich über Nacht das Bild. Die Antiimp-Fraktion ging uneinholbar in Führung. Und das Schlimmste: Es haben alle mitgekriegt.

Das wird uns nicht noch einmal passieren. Unser Webmaster hat schon angekündigt, bei der nächsten Umfrage (»Wie halten Sie es mit der Demokratie?«) nur noch eine Antwortmöglichkeit zuzulassen. Sie sehen, auch die Kritiker Lenins in der Redaktion wissen den russischen Oberrevolutionär zu schätzen.

Für diese Runde aber müssen wir uns geschlagen geben und folgendes Endergebnis verkünden: 2 725 abgegebene Stimmen; gegen den Imperialismus 60,1 Prozent, dafür 36,4, unentschieden 3,5.

Noch mehr betrübt haben uns Ihre Kommentare. Die meisten fanden unsere Frage »platt«, »blödsinnig« oder »zu undifferenziert«. Das ist Ihr gutes Recht. Aber müssen Sie uns das gleich mitteilen?

Dann waren da viele, die den Imperialismus nicht mögen. Auf den Abdruck der einschlägigen Äußerungen verzichten wir, ist doch in dieser Hinsicht schon genug publiziert worden (Lenin, Luxemburg, FAZ).

Interessant hingegen finden wir dies: »Nur im Imperialismus kann man in der Sonne liegen, mit einem Buch in der Hand, dazu Eis essen und einfach mal gar nichts denken«, schreibt Dani. Darüber sollten Sie, verehrte Leserinnen und Leser, an diesem 1. Mai mal in Ruhe nachdenken.



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