Schumi ja, Kylie nein
Die Einwohner des Schweizer Kaffs Wolfhalden und die des britischen Somerset scheinen derzeit einen inoffiziellen Wettstreit ausgerufen zu haben, um zu klären, wer beknackter ist. Ganz spontan plädiert man natürlich für die Wolfhaldener. Denn die gehen tatsächlich dafür auf die Straße, dass Michael Schumacher doch bitte, bitte auf einem Hügel bei ihnen um die Ecke eine Villa mit Schwimmbad, Pferdestall, Reithalle und allem Pipapo für sich und seine Familie hochzieht. Bei einer Demo zogen dann die Wolfhaldener Schumi-Fans zum Teil in Ferrari-roter Montur um den Dorfplatz und hielten Transparente hoch, auf denen man lesen konnte: »Lasst die Familie Schumacher hier bauen« und »Familie Schumacher, wir hätten euch gerne«. Liebe Wolfhaldener, nehmt ihn, den Schumi, ihr habt ihn euch redlich verdient.
Die Einwohner von Somerset dagegen wollen Kylie Minogue, die allseits beliebte Glamourqueen, nicht. Sie möchte deren Nachbarin werden und wäre dafür auch bereit, schlappe 22 Millionen Euro für ein riesiges schlossartiges Anwesen in Somerset hinzublättern. Die Anwohner befürchten aber, dass Kylie rund um die Uhr wilde Partys feiern würde und pilgernde Fans die liebgewonnene Dorfidylle stören würden. Eine »Say no to Minogue«-Kampagne wurde auch schon gestartet.
Späte Liebe
Nun wird vielleicht doch noch alles gut. Nachdem die Berliner es Marlene Dietrich nie verziehen haben, dass sie nicht Schauspielerin für Reich und Führer werden wollte und stattdessen als Hollywood-Star amerikanische GIs beim Fronteinsatz gegen Deutschland besuchte, soll sie nun posthum zur Ehrenbürgerin Berlins werden. So hat es zumindest der Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses einstimmig beschlossen. Obwohl die undankbaren Berliner Marlene nie wirklich zurückwollten, wollte diese aber doch nach Berlin zurück. So ist die Schauspielerin, die in Paris gestorben ist und deren Todestag sich am 6. Mai zum zehnten Mal jährt, nach eigenem Wunsch in Berlin begraben worden.
Schluss mit Ally
Kaum hat man dieses »Generation Ally«-Buch angefangen zu lesen, kann man das Teil auch schon wieder in den Müll kicken. Denn der neu ausgerufenen Generation junger Frauen mit guten Frisuren und guten Jobs wird einfach die Leitfigur entrissen. Nach fünf Staffeln sanken die Quoten von »Ally McBeal« derart, dass der Serie nun ein Produktionsstopp verordnet wurde. Das war's dann wohl. Bei uns läuft im Herbst zwar erst die fünfte Staffel auf Vox an, aber über kurz oder lang wird eben auch in Deutschland Schluss sein mit »Ally McBeal«.
Lachen mit Silvio
In Italien wird seit einiger Zeit über Silvio Berlusconi nicht nur hergezogen, sondern auch gelacht. So hat das linksliberale Wochenblatt L'Espresso bereits eine Nummer mit den »100 besten Witzen über Berlusconi« aufgemacht, und auch sonst haben Witzeerfinder in Italien seit einiger Zeit in Berlusconi ein Objekt ihrer Begierde entdeckt. Wobei die bisherigen Ergebnisse eher so lala sind. Was ist die Differenz zwischen Pinocchio und Berlusconi? Antwort: Pinocchio schwillt von seinen Lügen die Nase, Berlusconi das Portemonnaie. Na ja, auch schon mal heftiger die Schenkel geklopft.
Schon besser ist der hier: Berlusconi, Fini und Bossi werden in ein Flugzeugunglück verwickelt. Wer wird gerettet? Antwort: Italien.
Arm und berühmt
Das Grauen kehrt zurück. Immer wahrscheinlicher wird das Comeback von »Big Brother«, dessen dritte und bislang letzte Staffel in Deutschland niemand mehr sehen wollte. Um das Reality-TV-Format wieder aufregender erscheinen zu lassen, hat man sich ein schönes Zusatzkonzept ausgedacht. »Big Brother« soll demnach als eine Art Klassenkampfshow zurückkehren. Das heißt, dass natürlich wieder jede Menge Dumpfbacken in ihrem traurigen Container rumhocken und sich und die Zuschauer anöden werden. Doch ein derartiges Zurschaustellen von traurigem Leben pur reicht nun nicht mehr, sondern es wird noch eine weitere Ebene direkt aus der Alltagsrealität mit eingebaut. Die eine Hälfte der Bewohner wird nämlich mit Luxus überhäuft, während die andere sozusagen ums nackte Überleben kämpfen muss. Reich soll dann Arm bekriegen und umgekehrt, und am Ende wird einer mit einer saftigen Geldprämie direkt in eine paradiesische Sozialutopie abziehen dürfen. »The Battle« soll natürlich wieder von Endemol produziert werden, nur hat man leider bislang noch keinen Sender für diesen großartigen Schwachsinn gefunden.