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Nr. 12/2002 - 13. März 2002
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Kölner Kunstklüngel

Mit großem Interesse wird hier in der Bergmannstraße der Spendenskandal der Kölner SPD verfolgt. Umso mehr, als dass sich der Kölner Klüngel ja nicht nur auf die Müllverbrennungsanlagenszene zu beschränken scheint. Auch die Kultur ist betroffen. Nun sind unsere Recherchemöglichkeiten leider beschränkt, weshalb wir uns hier auf die Lektüre der großen Zeitungen beschränken. Der FAZ vom vergangenen Samstag war folgende Geschichte zu entnehmen: »So wird aus einem Kölner Museum berichtet, dass ein Künstler nach einer Ausstellung ein Bild dem Direktor geschenkt haben soll, es kurz darauf im Besitz eines Malermeisters auftauchte, der es, so das Protokoll des Kulturausschusses, der Stadt als Schenkung überließ, dafür eine 'Spendenquittung' über dreißigtausend Mark erhielt und daraufhin das Treppenhaus des Museums 'kostenlos' renovierte.«

Diese Art von Ökonomie hielten wir bisher immer für ein Privileg der Hauptstadt - schön, dass es in anderen Städten auch nicht anders läuft.



Geteilter Bildschirm

Der israelische Schriftsteller Etgar Keret schrieb in der taz, der Fernsehsender Kanal 2 sei scharf dafür kritisiert worden, die Übertragung eines Fußballspiels nicht unterbrochen zu haben, als es zu einem schweren Terroranschlag kam.

Um ähnlicher Kritik aus dem Weg zu gehen, teilte der Sender, als es das nächste Mal während eines Fußballspiels zu einem Anschlag kam, einfach den Bildschirm auf: Fußball auf der einen, Terroranschlag auf der anderen Seite: »So mussten die betroffenen Zuschauer nicht zwischen zwei Stühlen sitzen, sondern konnten auf beiden zugleich Platz nehmen und auf der linken Hälfte des Bildschirms den Direktor eines Krankenhauses vor laufenden Kameras sagen hören, dass sich ein 18 Monate altes Baby unter den Opfern befinde, ohne auf der rechten Hälfte Haifas kroatischen Megastar zu verpassen, wie er den Ball am Tor vorbei ins Aus schoss. Vom Ort des Terroranschlags wurden fünf Todesfälle gemeldet, aber der Spielstand im Haifa-Stadion brauchte sich dahinter nicht zu verstecken - inzwischen war ein drittes Tor erzielt worden.«



Barenboim spielt nicht in Ramallah

Oft und gerne hört man ja die Israel-Geschichten des Dirigenten Daniel Barenboim. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, er wolle sich den Ruf eines Querdenkers erarbeiten. Als er im letzten Jahr in Jerusalem spielte, führte er ein Stück von Wagner auf, und in der vergangenen Woche wollte er eigentlich ein Konzert in Ramallah geben. Das Konservatorium der Stadt hatte ihn eingeladen.

Da hatte er aber die Rechnung ohne die israelischen Behörden gemacht. Querdenker gibt es in Ramallah anscheinend schon genug - das Militär riet ihm davon ab, in der seit Monaten unter Militärblockade stehenden Stadt aufzutreten. Erst kündigte Barenboim zwar noch an, darüber werde er sich hinwegsetzen, am Ende sagte er das Konzert dann aber doch ab.



Neuer ZDF-Intendant

Wenn es einen Sender im deutschen Fernsehen gibt, der beinahe so überflüssig ist wie der MDR, dann ist es das ZDF. Damit soll nicht gesagt werden, dass wir das Programm der ZDF-Tochtersender wie Arte oder 3sat nicht zu schätzen wüssten, aber das ZDF ist eine Qual. Während man sich beim MDR-Schauen immerhin noch aufregen kann, schlafen einem beim Zweiten Deutschen Fernsehen regelmäßig die Füße ein.

Damit sich daran nichts ändert, hat der ZDF-Fernsehrat nun mit Markus Schächter einen neuen Intendanten gewählt. Schächter war bisher Programmdirektor des Senders und gilt als CDU-Parteigänger. Es war die dritte Wahl, da sich das Gremium im vergangenen Dezember und auch im Januar nicht hatte auf einen Kandidaten einigen können. Schächter kündigte an, er wolle sich vor allem der Reparatur der »demographischen Schieflage« der ZDF-Zuschauer widmen. Wie wär's mit einer Berlin-Soap?



Größer, schneller, besser

Früher, so erzählen sich die Leute, die damals schon dabei waren, früher waren Computer so groß wie ganze Zimmer. Ach, was sag' ich, früher waren Computer so groß wie Häuser. Und dabei konnten die weniger als heute ein ganz normaler Laptop.

Wer glaubt, dass solche Aussagen eine Besonderheit unserer technisch hochgerüsteten Gegenwart seien, der höre nun zu. Auch heute gibt es noch Computer, die so groß sind wie ein halbes Fußballfeld. In der vergangenen Woche weihte die japanische Computerfirma NEC den größten und schnellsten Rechner der Welt ein - »Erdsimulator« heißt die Maschine, sie steht im Institut für Erdwissenschaften der Universität von Yokohama und nimmt eine Fläche von 3 250 Quadratmetern ein.

Der Erdsimulator soll in der Lage sein, die gigantischen Datenmengen zu verarbeiten, die durch Satelliten, Bojen und andere Beobachtungsstationen gewonnen werden. Durch diese Simulationen sollen Wissenschaftler in die Lage versetzt werden, Vorhersagen über die Veränderungen des Weltklimas treffen zu können. Dafür verarbeitet der Erdsimulator 40 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde.

Bislang galt IBM als die Firma, die die größten Supercomputer herstellt, und tatsächlich lässt das Unternehmen sich nicht lumpen. IBM hat angekündigt, den Rechner »Blue Gene/L« bauen zu wollen, der leistungsfähiger werden soll als die 500 leistungsfähigsten Computer zusammengenommen. Und in 20 Jahren gibt es das dann als Laptop.



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