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Nr. 12/2002 - 13. März 2002
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Am Ende war es knapp, die Gegner des Savoir vivre schlossen sich fest zusammen, die Portugal-Fans und die Freunde der verregneten britischen Antlantikküsten verschworen sich. Doch der Sturm auf die Bastille vor über 200 Jahren hat nicht umsonst stattgefunden, die Sansculotten in der Redaktion trugen den Sieg davon.

Die Würfel sind gefallen, rien ne va plus. »Scheiß Nasallaute«, schimpfen zwar immer noch die einen, »die spinnen, die Gallier«, die anderen, aber durchgesetzt haben sich am Ende doch die redaktionsinternen Fans von Vier-Gänge-Menüs, militanten Bauern und dem Pariser Prêt-à-Porter. Vier Jahre nach dem ersten kollektiven Betriebsausflug nach Dänemark schlägt die Jungle-Kompassnadel nun Richtung Westen aus: Frankreich heißt das Ziel der Träume.

Gute Gründe dafür finden sich zuhauf: die Schlagkraft der sozialen Bewegungen, das republikanische Staatsbürgerrecht, der Existenzialismus, Zinedine Zidane oder einfach nur der exçellente Wein. Die Räume in Plougonvelin in der Bretagne, 20 Kilometer westlich von Brest gelegen, sind bereits gebucht.

Das typisch bretonische Anwesen sieht verlockend aus. Für alles ist gesorgt. In der Küche gibt es einen Gasherd (vier Flammen!), einen Backofen, einen Geschirrspüler (da freut sich das Feuilleton!) und - die überlebenswichtige Kaffeemaschine. Die erste Etage hat sogar freien Blick aufs Meer, hier residiert dann wohl der ÇvD.

Auch der Ort selbst scheint alles zu bieten, was man begehrt: eine Strandpromenade, Restaurants, Diskotheken, und man kann sogar das einst militärisch bedeutsame Fort besuchen. Hat man keine Lust auf das Urbane, kann man sich prima in den Schatten unter den Obstbaum im Garten setzen und bei einer Flasche Pernod über alles ausführlich diskutieren: über das Sein und das Nichts, über Foucault und Derrida, über Charles de Gaulle und Marquis de Sade, über Camus und Camembert. Die Inland-Seiten schreibt in der Zwischenzeit sowieso der gar nicht schreibfaule Frankreich-Korrespondent voll, und der Rest, sie wissen schon: Comme ci, comme ça. Also aufgepasst im Juli, verehrte Froschfresser, die Krauts kommen. Ça ira!



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