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Subtropen #10/02 - Februar 2002
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Globale Bewegung zur Multitude

Thesen über die Situation der Linken nach Genua | Sandro Mezzadra und Fabio Raimondi

Die Spur der sozialen Bewegungen, die in den großen Manifestationen von Seattle bis Genua zusammenkamen, scheint nach dem 11. September verwischt. Sandro Mezzadra und Fabio Raimondi analysieren die Themen, Subjekte und Praktiken dieser globalen Bewegung, mit Blick auch auf die Diskussionen des Weltsozialforums, das gerade in Porto Alegre zu Ende ging. Die Arbeitsweise der Sozialen Foren, die in Italien in der Vorbereitung auf Genua entstanden und die heute vielfach auf lokaler Ebene existieren, reflektieren sie als Instrument, mit dem die Heterogenität der sozialen Mobilisierung eine politische Form finden kann.


Es gibt Tage, die sind so bedeutungsvoll und folgenschwer, dass sie in kristallisierter Form die Synthese eines langen historischen Prozesses und die Antizipation von Entwicklungen auf dem heutigen Feld der Möglichkeiten darstellen. Solche Tage haben wir im Juli in Genua erlebt. Die Bewegung, die sich hier geäußert hat, betrachten wir als den Horizont unserer Gegenwart. Er bestimmt unseren besonderen und parteiischen Blickwinkel; von dort gehen wir zur Analyse und zur Kritik auch der Ereignisse danach über.

Es ist zwar verständlich, wenn man heute noch voller Verwunderung auf Genua, auf das Ereignis Genua starrt, als würde man sich etwas Unvorhersehbarem und Unverständlichem gegenübersehen, doch man sollte sich auch wieder von der Betäubung, vom Schock, von der Begeisterung und von der Euphorie, vom Schmerz und von der Freude erholen. Umso mehr, als nach dem 11. September und nach dem 7. Oktober die Tage von Genua von Emotionen ganz anderer Art, aber vergleichbarer Intensität überlagert wurden.


Von Seattle nach Genua - und kein Weg zurück

Kehren wir in unserer Erinnerung zu den Tagen von Genua zurück. Es war das erste Mal, dass die in Seattle entstandene globale Bewegung sich in ihrer ganzen Reichhaltigkeit und Vielfalt in einer italienischen Stadt äußerte. Gewiss gab es im August 2000 schon den Protest gegen den OECD-Gipfel in Bologna und die Märztage von Neapel, wichtige Vorboten, die in gewisser Hinsicht ebenfalls sehr bedeutend waren. Aber Genua, das schöne und produktive Chaos von zehntausenden Frauen und Männern, die am 19. Juli gemeinsam in einem Babel von Sprachen und Slangs demonstrierten, hat uns ermöglicht, dies im rechten Licht zu sehen.

Aus dieser Sicht muss die entscheidende Bedeutung der Tage von Seattle betont werden: Es stimmt, dass dort in der besonderen Konstellation der Dämmerung der Clinton-Ära in den USA Bewegungen, Organisations- und Aktionserfahrungen, verbreitetes Wissen, gesellschaftliche Praktiken und Kompetenzen zusammengeflossen sind, die auf untergründige Weise in den vorherigen Jahren immer wieder aufgetaucht waren. Und es ist daran zu erinnern, dass die Themen, die Subjekte und die Praktiken dieser Bewegung sich bereits in den achtziger Jahren gezeigt hatten.

Ein Gespenst geht um. Während bei uns Zynismus, Opportunismus und Angst herrschten, entzündeten sich außerhalb der westlichen Metropolen neue Hoffnungen, entstanden neue Bewegungen gegen den Ausschluss, gegen die Brutalität der neuen Einhegungen und einer neuen ursprünglichen Akkumulation. Heute könnte man kaum von einer globalen Bewegung sprechen, wenn diese in ihrer eigenen materiellen Konstituierung nicht die Zeichen dieser Genealogie tragen würde.

Doch nur Seattle mit seiner reichhaltigen Symbolik und der unglaublichen Geschwindigkeit, in der seine Botschaften um den Planeten schwirrten, hat den Funken geschlagen, der es erlaubt, von einer - in ihrer heterogenen Zusammensetzung - einheitlichen Bewegung zu sprechen, die fähig ist, die Permanenz ihrer Subjekte, ihrer Themen und ihrer Praktiken auf der globalen politischen Bühne zu garantieren. Von Seattle aus wächst diese Bewegung ständig an, von Washington nach Prag und über Porto Alegre nach Quebec. Uns ist freilich bewusst, dass bei jeder dieser Gelegenheiten die Bewegung eine andere Zusammensetzung, andere Aktionsstile und auch eine andere Gesamtorientierung hatte. Doch wichtiger scheint es uns, den im Grunde einheitlichen Charakter des Prozesses, das Kräftesammeln, den Konsens und den politisch-sozialen Gehalt zu betonen, eines Prozesses, der in den Tagen von Genua seinen Höhepunkt gefunden hatte. Die kapitalistische Globalisierung ist endlich mit einem Gespenst konfrontiert, der konkreten Möglichkeit der Globalisierung des Widerstands und der Kämpfe. Hier drängt es sich auf, von einer unumkehrbaren Wende zu sprechen, die Seattle kennzeichnet und die auf den Straßen von Genua zu einem großen Knall geführt hat.


Die Globalisierung in Bewegung

Gehen wir näher auf diese Wende ein. Und gehen wir einen Schritt weiter, packen wir ein erstes Problem an, die Definition der Bewegung. Wir möchten jedem Versuch, sei er theoretisch oder praktisch, entgegentreten, sie auf eine reine Reaktion auf die Globalisierung zu reduzieren. Das journalistische Etikett, auf dem no-global oder »Antiglobalisierungsbewegung« steht und das leider von vielen Teilen der Bewegung übernommen wird, muss zurückgewiesen werden. Die Dimension der Bewegung ist vielmehr selbst global. Nicht anders als die Arbeiterbewegung das Ergebnis des Kapitalismus des 19. Jahrhunderts war, ist diese Bewegung vor allem das Ergebnis der Globalisierung, ist ohne sie undenkbar, und nicht nur wegen ihrer geschickten Nutzung der neuen Kommunikationstechnologien.

Statt auf die Globalisierung zu reagieren, verstärkt die Bewegung sie, steigert sie gewaltig und nutzt sie, um ein günstiges Kräfteverhältnis zu schaffen. Nur wenn man es mit einer Produktionsordnung und mit Formen des Lebens zu tun hat, die unmittelbar globalisiert sind, eröffnet sich die Möglichkeit, sich der Norm der kapitalistischen Akkumulation zu entziehen, also vor den Katastrophen zu fliehen, die diese materiell produziert. Flucht ist nicht länger vorübergehend oder marginal, sondern wird zu einer ganz und gar politischen Kategorie.

Um nicht missverstanden zu werden: Uns ist klar, wie verschlungen, und wie unvollkommen vom Standpunkt des Kapitals aus, die Abläufe der Globalisierung noch sind, die sich in ihren Widerständen und Hindernissen ständig zu verheddern drohen. Genauso wenig vergessen wir, wie radikal unterschiedlich die Bedingungen sind, unter denen die Körper und die Vorstellungen, das Denken und das Begehren der Frauen und Männer, auf denen die weltweite Akkumulation beruht, zur Arbeit gezwungen werden. Doch der Punkt ist ein anderer. Die Vergesellschaftung der Finanzen oder etwa der Mechanismus, durch den seit Mitte der siebziger Jahre in den USA und seit den neunziger Jahren in Italien die Spareinlagen in den heimischen Ökonomien, aber auch die Rentenrücklagen der Arbeiter und der Angestellten, auf Aktientitel umgeleitet wurden, und die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den »Exportindustriezonen« der Philippinen und Mexikos sind gewiss in vielerlei Hinsicht nicht zu vergleichen; und dennoch sind die einen wie die anderen Teil eines Gesamtprozesses der weltweiten Produktion des Reichtums und der Armut.

Ein Schritt weiter. Die Globalisierung hat den Planeten in derselben Logik vereinheitlicht, nämlich der, dass das Risiko auf alle ausgedehnt und der Profit nur für wenige maximiert wird, aber sie hat ihn keineswegs vereint. Die Tatsache, dass die in Seattle entstandene Bewegung die Welt in ihrer eigenen Einheit zur Bühne ihres politischen Handelns gewählt und dieses Handeln mit einer Ahnung von der Einheit des Planeten entwickelt hat, stellt die logische Voraussetzung und nicht den Endpunkt einer verschlungenen Entwicklung dar. Sie ist die Bedingung, die es ermöglicht hat, den Grundwiderspruch der Globalisierung offen zu legen.

Doch es muss auch gesagt werden, dass die in Seattle entstandene Bewegung an eine verborgene Genealogie der aktuellen Globalisierung anknüpft, an jenen Drang zur Vereinheitlichung des Planeten, der im Laufe des 20. Jahrhunderts zunächst den kommunistischen Internationalismus getragen und dann eine gewaltige Fortsetzung in den antikolonialen Kämpfen gefunden hat, um schließlich im globalen Aufstand von 1968 zu gipfeln - und auch in den großen Kampfzyklen, die innerhalb und außerhalb des Westens darauf folgten. Die heutige Bewegung reaktiviert diese Genealogie, fordert die Vereinheitlichung des Planeten im Zeichen einer radikalen Demokratie und versucht, diese der kapitalistischen Hegemonie zu entziehen.

In der Geschichte der antisystemischen Bewegungen kann Seattle schließlich eine relevante Zäsur darstellen, die mit den Barrikaden im Quartier latin zu vergleichen ist. Wir können eine Vorhersage wagen, wenn wir auch hier noch einen Schritt weiter gehen: Genau wie '68 wird Seattle im Nachhinein als Beginn einer historischen Phase erscheinen, die von einer permanenten Präsenz der Bewegung auf der globalen politischen Bühne und in verschiedenen lokalen Situationen sowie von einer Politisierung der Gesellschaft gekennzeichnet ist. Sie wird natürlich Formen annehmen, die sich völlig von denen unterscheiden, die wir in den siebziger Jahren kennen gelernt haben, die aber nicht weniger radikal im Widerlegen der kapitalistischen Utopie einer befriedeten merkantilen Gesellschaft sein werden. Es gilt, das Ereignis, das sich zwischen Seattle und Genua abgezeichnet hat, in seinem wirklichen Gehalt zu begreifen.


Die Körper der Migranten

In der politischen Bewertung der Tage von Genua muss die zentrale Bedeutung und die strategische Relevanz der Demonstration der Migranten vom 19. Juli herausgehoben werden, mit der die Initiativen gegen den G 8-Gipfel eröffnet wurden. Eines ihrer Ziele war es übrigens, die globale Dimension der in Seattle entstandenen Bewegung zu betonen. Die Migrationsbewegungen, mit den Elementen an Subjektivität, die sie mitbringen (kurz gesagt: der praktischen Forderung nach dem Recht, materiellem und symbolischem Elend, sozialer und politischer Tyrannei, dem Albtraum des Krieges und des Hungers zu entfliehen), sind in diesem Jahr tatsächlich ein großes Laboratorium der »Globalisierung von unten« gewesen. Sie entfalten vor unseren Augen eine Genealogie, die allzu oft in der globalisierten Welt, in der wir leben, verschwiegen wird. Die Migrantinnen und Migranten bringen ihren Standpunkt auf die Straße, das heißt, sie machen die gewaltige und dramatische Spannung zwischen der kosmopolitischen praktischen Forderung nach Bewegungsfreiheit der Arbeitskraft und der Errichtung neuer Barrieren und Grenzen gegen sie - ein Merkmal der aktuellen Globalisierung - sichtbar und deutlich.

Letztlich besteht das Ziel der neuen Barrieren und Grenzen darin, die Migrationsbewegungen einzuschüchtern, sie zu disziplinieren, um ihre Möglichkeit zu beschneiden, andere Wege zu beschreiten, als sie das Arbeitsregime vorsieht. Aber das bedeutet, dass die Migrantenarbeit exemplarisch ist, dass ihre Lage Momente der aktuellen Klassenzusammensetzung insgesamt demonstriert, insofern letztere nur im globalen Maßstab interpretiert werden kann und muss. Das führt auf das konkrete Terrain einer Realität, die uns sagt, dass die Globalisierung bereits stattgefunden hat, und dass mit ihr, mit den Massen, die mobilisiert und der Arbeit (mit oder ohne Lohn) unterworfen werden, gerechnet werden muss.


Gewalt und Subjektivität. Die besondere Art, die Flexibilität zu erfahren, wie sie den Migranten eigen ist, die gefangen sind zwischen dem sich in der Forderung nach dem Recht auf Flucht äußernden Streben nach Freiheit und der konkreten Negierung der elementarsten politischen und sozialen Rechte durch die Verlängerung der Grenzen ins Zentrum der heutigen Metropolen, sagt alles über die Krise des Fordismus und über die herrschenden Lebens- und Arbeitsbedingungen. Einerseits sagt sie uns etwas über die subjektive Bestimmung der Prozesse, die zum Ende eines spezifischen Regimes der Fabrikarbeit geführt haben, über die proletarische Massenbewegung, über den Exodus aus der lebenslänglichen Fabrikarbeit, über die lange Welle der Arbeitsverweigerung durch den Massenarbeiter. Andererseits weist sie auf eine Tendenz der Neuorganisation der Produktion hin, die heute dem von den G 8, dem IWF und der Weltbank verfolgten Globalisierungsmodell zugeschrieben wird, und die darauf abzielt, die Arbeit »schwarz« zu machen, sie in die Klandestinität zu zwingen und den Zugang zu den verborgenen Stätten der Produktion zu verhindern, von denen Marx spricht, also die Arbeit der öffentlichen Aufmerksamkeit zu entziehen. So wie das Kapitalkommando alles daran setzt, bei den Migranten Beschäftigungsverhältnisse durchzusetzen, die sich auf ihre nackte Existenz oder auf ihren Charakter als pure Arbeitskraft stützen, kann die Bewegung nur an diesem Überschuss an Subjektivität ansetzen, der sich in den Bewegungen der Migranten in den letzten Jahren geäußert hat.

Außerdem geht es darum festzustellen - um auf die Dynamik der Tage von Genua zurückzukommen -, dass das Auftreten der Migranten in der Bewegung ein besonderes Licht auf einen unserer (und nicht nur unserer) Albträume wirft, die »Rote Zone«. Einerseits leben die Migranten tatsächlich alltäglich in einer ziemlich ähnlichen Situation; doch andererseits zeigen gerade ihre Bewegungen, wie willkürlich die Obsession einer hermetischen Abschottung der Grenzen ist, die nicht nur die Politik der westlichen Staaten, sondern auch die Neudefinition des städtischen Raums in vielen Metropolen des Nordens und des Südens prägt. Diese Obsession zeigt allerdings auch ihre Folgen: Das Bild des leblosen Körpers von Carlo Giuliani kann eine dramatische Metapher für die Tausenden von Toten sein, die die von dieser Obsession geleitete Politik täglich verantwortet.


Unser Westen

Es ist nicht schwer, in den Trümmern der Twin Towers sichtbare Spuren der erwähnten Prozesse auszumachen. Nicht nur in dem Sinne, dass Flugverkehr und Flughafensicherheit, auch in symbolischer Hinsicht, zu den Schlüsselsektoren gehören, was die Deregulierung der Arbeit in den USA betrifft. Sondern auch und vor allem wegen der vielen namenlosen Migranten, die in den Trümmern dieses amerikanischen Traums den Tod gefunden haben. Zusammen mit Generationen von Frauen und Sklaven, Arbeitern und Rebellen haben sie jenen amerikanischen Traum daran gehindert, sich in der stilisierten Silhouette der Freiheit des Kapitals einzuschließen, indem sie ihm den mächtigen und unauslöschlichen Stempel des Widerspruchs eingeprägt haben. Und wir denken daher in erster Linie an sie, wenn wir sagen: Wir sind alle Amerikaner.

Wir könnten auch sagen, dass wir heute, in Zeiten der Globalisierung, alle Westler sind. Die Gegenwart erscheint in diesem Sinne vom Ende der für die Moderne charakteristischen Darstellungen des Raums, vom Ende der Kartographie gekennzeichnet. Norden und Süden, Erste und Dritte Welt, aber auch Westen und Osten erweisen sich als Ausdrücke, die immer weniger in der Lage sind, das Verständnis und die Repräsentation des Planeten nach räumlichen Koordinaten zu ordnen. Es geht nicht darum, die Irrelevanz des Raumes in der heutigen Gesellschaft zu behaupten. Ständige Spaltungslinien teilen die Erde in Interessenssphären, das heißt in Ausbeutungsgebiete unterschiedlicher Intensität ein. Auf ihnen werden eiserne Hierarchien aufgebaut, um die Strukturen des kapitalistischen Kommandos effizient zu halten, indem man nötigenfalls auch die Grenzen der Nationalstaaten ständig auflöst und neu zusammensetzt. Das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie kann heutzutage dennoch nicht als überholt betrachtet werden: Selbst die Metropolen, die sich gerne imperial geben, werden von einer mächtigen Dynamik zur Dezentralisierung und Provinzialisierung erfasst; während der Exotismus wieder im Vorgarten des Westens auftaucht, werden abgelegene Peripherien von Verwestlichungsprozessen ungewissen Ausgangs durchzogen.

Passagen. Die Moderne und der Westen bringen, im Zeichen der Komplexität und des Widerspruchs, die Genealogien voll und ganz wieder hervor, die seit Anbeginn die europäische und die Weltgeschichte in einem einzigen Schicksal einschnüren. Hinter dieser Behauptung steht kein Fortschrittsdenken, kein befriedetes und lineares Bild der Geschichte. Dieses Schicksal trägt das Stigma der stummen, nicht zu rechtfertigenden und nicht wieder gut zu machenden Gewalt, der Sklaverei und der Kolonialherrschaft, einer materiellen und symbolischen Ausplünderung von Ländern und Völkern, die nur der Westen zu verantworten hat. Und doch macht gerade diese stumme Gewalt aus dem Westen, von Beginn seiner modernen, nicht von der Geburt der kapitalistischen Produktionsweise zu trennenden Geschichte an, ein hybrides Konstrukt. Und aus seiner Zivilisation, aus seiner Kultur werden historische Konstellationen, zu deren materieller Produktion die venezianischen Händler und Genueser Forschungsreisenden nicht wesentlich mehr beigetragen haben als die Millionen von Afrikanern, die auf der middle passage bei der Deportation in die Neue Welt gestorben sind, die Sklaven von Santo Domingo, die sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts erfolgreich erhoben haben, und die indischen »Subalternen«, die der britischen Kolonialherrschaft entgegengetreten sind.

Gerade weil diese Genealogien der globalen Bewegung in ihrer materiellen Konstitution eingeprägt sind, stellt sie heute die einzig wirkliche Alternative zum Würgegriff dar, in dem Djihad und McWorld in einer perversen Solidarität zusammenzuwirken scheinen. Und die globale Bewegung kann dem »Traum von einer Sache« neue Aktualität geben, der ebenso zur Geschichte der Moderne und des Westens gehört wie die Albträume der Sklaverei und der Konzentrationslager: jener radikalen Forderung nach Freiheit und Gleichheit, welche die Projekte der Republikaner, Demokraten und Kommunisten im Westen ebenso genährt hat wie die Bewegungen der Menschen des schwarzen Atlantik und der antikolonialen Revolten.


Enduring War

Doch die Bilder, die die Frauen und Männer, die weite Teile der Erde bewohnen, mit dem Westen und mit »Amerika« verbinden, sind offenbar andere: Verwüstung und Schmerz, Zynismus angesichts der Geißel des Hungers, des Elends und des Krieges wie auch die rührende Sorge um das Schicksal der Erdöl-Pipelines und die sich neu herausbildenden Märkte; es sind die Bilder der Bombardierung Bagdads und Belgrads, zu denen heute, nach dem 11. September und dem 7. Oktober, die Perspektive hinzukommt, den Krieg zur permanenten Realität oder doch zur letzten Tendenz der Globalisierungsprozesse zu machen.

Es ist scheinbar kein Zufall, dass die von Bush Junior verkündete Mission sich »Enduring Freedom« nennt, eine Bezeichnung, die die Betonung, wie übrigens zuvor auch »Unbegrenzte Gerechtigkeit«, auf die Zeit legt. Es ist die Bestätigung, dass in den Trümmern des World Trade Center der Traum des Vaters nach zehn Jahren endgültig untergegangen ist, dass die Rhetorik der »Neuen Weltordnung«, in deren Zeichen der Krieg - oder besser gesagt: die internationale Polizeioperation - gegen den Irak geführt wurde, katastrophal zusammengebrochen ist. Und es ist auch kein Zufall, dass man gerade jetzt, wo sich alle darin einig sind, dass der zu bekämpfende Feind kein Staat ist, wieder ungeniert zum Begriff des Krieges zurückkehrt. Während der Begriff Polizei sich auf die Existenz einer Normalität bezieht, die es zu schützen (oder wiederherzustellen) gilt, ist der Begriff Krieg eng mit dem Ausnahmezustand verbunden. Genau diesen Charakter des konstituierenden Krieges, den die von Bush eingeleitete Operation darstellt, müssen wir zum Ausgangspunkt der Analyse machen, mit dem entscheidenden Zusatz, dass der Ausnahmezustand dabei ist, auf globaler Ebene zur Norm zu werden.

Damit ist der Westen sehr viel größer, als man oft glauben möchte, und er bezieht die arabischen Ölscheichs genauso mit ein wie die in jedem Winkel der Erde vorhandenen Zentren der transnationalen Finanz. Doch das veränderte internationale Szenario nach dem plötzlichen Epochenwechsel des 11. September muss hier aus der Sicht der Bewegung betrachtet werden, aus diesem anderen Epochenwechsel heraus, der von Seattle und Genua bewirkt wurde. Und in diesem Sinne müssen wir die Betonung vor allem auf die plötzliche Einschränkung der Freiheit legen, auf die unvermittelte Schließung der Kommunikationsräume, die sich die Bewegung zu erobern und die sie zu benutzen wusste, und deren Verlust mit dem Ausnahmezustand zu tun hat. Im Zeichen der Twin Towers muss nun nicht nur angesichts des kriegerischen Nationalismus materiell die Desertion organisiert werden. Bereits während des Balkankrieges hatten wir die selbstmörderische Alternative zwischen der humanitären Gewalt der Nato und der Geschäftsdiktatur von Milosevic verweigert. Doch heute gilt es, auch vor einer Interpretation des Westens zu fliehen, die alle hybriden und konflikthaften Züge verwischt, die aus seiner komplexen materiellen Konstitution alle über die Logik der Herrschaft und des Kapitals hinausgehenden Aspekte tilgt.

Ein neuer Internationalismus. Wieder einmal sieht sich die Bewegung mit der Figur des Migranten in all seinen exemplarischen Bedeutungen konfrontiert. Die ersten von US-Justizminister John Ashcroft getroffenen Vorkehrungen, um Migranten aus Gründen der nationalen Sicherheit auf unbestimmte Zeit festzuhalten und sie ohne überflüssige Formalitäten zu deportieren, zeigen klar, wer der innere Feind ist, gegen den der Westen seinen Krieg führen wird. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass gerade Italien zu den Ländern gehören wird, die am fleißigsten die innere Front besetzen werden. Wenn die »Bewegung der Bewegungen« heute eine wirkliche Alternative verkörpert, die vernünftige Möglichkeit einer anderen Welt, dann muss diese Alternative zwangsläufig in den Migranten den Sinn des eigenen Drängens und eine der wesentlichen Subjektivitäten erkennen. Und außerdem: Die Schaffung von Beziehungen zu Bewegungen in Afrika, im Mittleren Osten und in Asien ist für die Bewegung eine wichtige Aufgabe, der in der neuen Phase neue enorme Hindernisse entgegenstehen. Die Vertiefung des Verhältnisses zu den Migranten aus diesen Regionen der Welt ist heute die wesentliche Bedingung, um weiterhin das Netz dieser materiellen Vereinigung des Planeten jenseits jeder geographischen, religiösen und Geschlechtergrenze zu weben, einer Vereinigung, deren Möglichkeit die Bewegung gegen die zwar unterschiedlichen, aber konvergierenden Interessen des islamischen Fundamentalismus und des kapitalistischen Kommandos hat aufblitzen lassen.


Genua. Und weiter?

Viele von uns hatten es schon nach den Julitagen in Genua begriffen: Die Bewegung muss ihre Strategie ändern. Ihre Taktik, im wesentlichen die Symbole des Kapitalismus anzugreifen, muss einer neuen Fähigkeit weichen, sich horizontal in der Gesellschaft auszubreiten, im Alltag die kapitalistischen Produktionsverhältnisse anzugreifen. Natürlich verändert heute, nach den Akten des 11. September, die Verschiebung der »semiotischen Landschaft«, um mit Naomi Klein zu sprechen, den Rahmen, in den sich die Aktionen der Bewegung stellen.

Es ist die eigene Kraft der Bewegung, die sie dazu gebracht hat, die Legitimität der großen internationalen Gipfeltreffen radikal in Frage zu stellen. Im Protest dagegen hat sie sich nach und nach selbst erkannt, ist gewachsen und hat vielleicht ihre größte Ausdehnung auf dieser Ebene erreicht.

Genua bedeutete in dieser Hinsicht gewiss den Höhepunkt der in Seattle entstandenen Bewegung. Doch Genua markierte vor dem 11. September auch den Abschluss einer Phase und die Eröffnung einer neuen, da sich der Bewegung neue Probleme und Aufgaben stellen. Das ist zwar offensichtlich, wird aber dennoch in den Diskussionen nach den Julitagen in der Bewegung allzu ausschließlich auf die Dynamik der Repression bezogen. Natürlich ist diesbezüglich der qualitative Sprung nicht zu leugnen; doch es wäre falsch, ihn auf die Besonderheit der italienischen Situation zurückzuführen und dabei die globale Ebene der Repression aus dem Blick zu verlieren.

Die Repression war in Genua eine präventive Entscheidung, die keinesfalls durch das Verhalten von mehr oder weniger breiten Teilen der Bewegung auf der Straße gerechtfertigt war; sie war ein geplanter heftiger Angriff auf die Bewegung insgesamt, wie das insbesondere der unglaubliche Polizeieinsatz gegen den Demonstrationszug der 300 000 am 21. Juli deutlich macht. Doch in politischer Hinsicht erweist es sich als ebenso dringlich (wenn nicht gar als noch dringlicher) zu betonen, dass der Abschluss der in Seattle begonnenen Phase vom qualitativen und quantitativen Anwachsen der Bewegung bestimmt wurde. Noch mehr als die uniformierten Kämpfer hat der Demonstrationszug, der am 20. Juli vom Stadio Carlini losgegangen war, eine bestimmte Auffassung von zivilem Ungehorsam zur Debatte gestellt. Die oft erwähnte Multitude hat sich endlich präsentiert, und es ist sogleich klar geworden, wie unangemessen ihr Praktiken sind, die für völlig andere Bewegungen in einem anderen politischen Zusammenhang gedacht waren.

Nehmen wir ein anderes, vielleicht noch wichtigeres Beispiel: Eines der grundlegenden Merkmale dieser Bewegung ist es, dass ihre globale Dimension sozusagen eine objektive Voraussetzung für die Mobilisierung darstellt. Hier besteht eine enorme Kluft gegenüber der Situation in den siebziger Jahren. Die internationale Dimension der Kämpfe musste damals in einer mühsamen analytischen Arbeit hergestellt werden, und die Organisation einer Demonstration auf supranationaler Ebene erforderte einen noch mühseligeren Aufbau von Verbindungen seitens der politischen Organisationen. Heute hingegen kann die globale Mobilisierung für ein Treffen wie in Genua in weitem Maße als vorausgesetzt gelten. Doch wir müssen auch zugeben, dass die Breite einer solchen Mobilisierung, der in Genua keine ebenso hohe subjektive Ebene an politischer Kommunikation entsprochen hat, beträchtliche Probleme bereitet und Unverständnis und Verwirrung erzeugt hat, die dann ihre dramatischen Auswirkungen auf der Straße hatten.

Nichts ist mehr wie zuvor. Betonen wir es also noch einmal, und zwar mit einer gewissen Provokation: Nach Genua kann nichts mehr wie vorher sein. Dies zeigt nicht so sehr (oder nicht nur) die Heftigkeit der Repression, mit der wir in den Julitagen konfrontiert waren, sondern das unvorhersehbare Anwachsen, der außerordentliche Reichtum der Bewegung, der sich in jenen Tagen geäußert hat. Die politischen Gruppierungen, die wir von den neunziger Jahren geerbt haben, müssen rundum in Frage gestellt, der Prüfung dieses neuen Realitätsprinzips unterzogen werden, das die Bewegung in ihrer realen Zusammensetzung und ihrem gesamten Spektrum an Verhaltensweisen darstellt.

In Genua hat sich ein Ensemble von Praktiken, Sprachen und Subjekten gezeigt, die oft an den Rändern, wenn nicht gar außerhalb dieser erwähnten Erfahrungen gewachsen sind, deren explosive gesellschaftliche Kraft jedenfalls weit über der Summe der organisatorischen Komponenten liegt, die etwa ins Genoa Social Forum eingeflossen sind.

Hier stellt sich das Problem einer Praxis, die bei der eigenen politischen Kommunikation bewusst auf die Macht der Symbole und der Metaphern setzt. Auch wenn das ermöglicht hat, auf den Bildschirm zu kommen, muss doch kritisiert werden, dass der übermäßige Gebrauch von Symbolen und Metaphern schließlich zu einer Art Massenselbsthypnose geführt hat. Ein für alle mal: Die Zeit der Symbole muss wahrscheinlich wieder einer Zeit der Untersuchung und der Analyse der spezifischen Situationen weichen.


Anticapitalist Movement? Die Bewegung der Bewegungen

In den Julitagen ist eine neue Dimension politischer Erfahrung und eine entsprechende Figur, voller Individualität, auf die Bühne getreten, deren Beziehungen zu den stürmischen Veränderungen der kapitalistischen Produktionsweise in den letzten Jahren untersucht werden müssen. Und sie hat sich fähig erwiesen, quer durch alle sozialen Schichten und Berufsgruppen präsent zu sein.

Wir glauben, dass die besondere italienische Situation Elemente aufweist, die sich verallgemeinern lassen. Wie wir in den Monaten vor dem G 8-Gipfel beobachten konnten, ist es der Bewegung gelungen, eine umfassende, wenn auch nur embryonale Neubestimmung der Grenzen des Politischen zu bewirken. Durch ihre Aktion sind verschiedene Themen, zu denen sich ein Konsens entwickelt hatte (angefangen von der Behauptung der Natürlichkeit des Marktes und seiner Dynamik), wieder als Bereich potenzieller Konflikte entdeckt worden; andere Fragen (von den neuen Grenzen der wissenschaftlichen Forschung zum Urheberrecht) wurden nicht länger den Experten oder dem individuellen Bewusstsein überlassen, sondern kollektiv ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt.

Während das Kapital in den Zeiten der Globalisierung seine Herrschaft auf den gesamten Lebensbereich ausdehnte, ihn sich unterwarf und Körper und Geist, Wissen und Gefühle, die bestgehüteten Geheimnisse der Natur, Lebensstil und Kultur verwertete, hatte sich die Politik von den Feldern zurückgezogen, in denen wesentliche Entscheidungen für die Organisation des individuellen und kollektiven Lebens getroffen werden. Die Julitage haben die Ablehnung dieser Art Politik bekundet und vor allem gezeigt, dass eine andere Politik möglich und notwendig ist. Auf dieser Ebene müssen wir die Vielfalt der Subjekte und Themen anerkennen, die den Reichtum der Bewegung ausmachen und tatsächlich ihre Definition als »Bewegung der Bewegung« rechtfertigen. Umwelt und kritischer Konsum, freiwillige Tätigkeit und Biotechnologien, um nur die wichtigsten Schlagworte zu nennen: Von jedem dieser Themen aus, die in ihrer Besonderheit dennoch nicht als Teilbereiche aufgefasst werden dürfen, wurde eine Masse von Frauen und Männern dazu gebracht, sich radikale Fragen über die Gerechtigkeit des Gesellschaftssystems zu stellen, in dem wir alle leben.

All diese Prozesse, denen gesellschaftliche Praktiken entsprechen, sich zu verweigern, sich kollektiv den Mechanismen der kapitalistischen Globalisierung zu entziehen, sie im strikt nüchternen Sinne des Wortes zu sabotieren, haben die Basis für eine gesellschaftliche Delegitimation des kapitalistischen Systems geschaffen, die vor kurzem noch völlig undenkbar gewesen wäre. In diesem Sinne bewegt sich die in Seattle entstandene Bewegung auf einem objektiv antikapitalistischen Terrain. Und ausgehend von der Überlagerung dieser gesellschaftlichen Delegitimation des Kapitalismus mit der strukturellen Krise der repräsentativen Demokratie, die in der außerparlamentarischen Dimension der Bewegung Ausdruck findet, muss heute im außergewöhnlichen Feld von Möglichkeiten die politische Aktion dieser Bewegung insgesamt und in ihren einzelnen Komponenten überdacht werden.


Das Wirken der Multitude

Im außerparlamentarischen Charakter der Bewegung und in der Umkehrung einiger markanter Züge der heutigen produktiven Kooperation öffnet sich ein Raum, für den man einen Begriff benutzen sollte, um ein Gesamtbild der Subjektivitäten der Bewegung zu umreißen, den Begriff der Multitude. Doch auch hier möchten wir klarstellen: Der Begriff ist kein Hype, den wir den Begriffen lebendige Arbeit oder Arbeiterklasse entgegenstellen, er darf nicht mit dem Begriff Mittelschicht verwechselt werden, und er taugt in keiner Weise als Synonym für eine vage und unbestimmte Zivilgesellschaft. Multitude ist vielmehr der Begriff, der radikal das Prinzip der gesellschaftlichen Individuation fasst, das den Kern der produktiven Kooperation in Zeiten der Globalisierung ausmacht, wobei er die mögliche Verbindung zu einer kollektiven Bewegung anzeigt. Multitude bedeutet lebendige Arbeit, die nicht mehr zum Staat und auch nicht zur Gesellschaft wird. Multitude ist die lebendige Arbeit, die ihre eigene öffentliche Sphäre konstituiert, die ebenso radikal demokratisch wie völlig außerhalb der Logik und der Institutionen politischer Repräsentation ist. Weit davon entfernt, sich als Subjekt darzustellen, bildet die Multitude eher das Sammelbecken gesellschaftlicher Praktiken (Blockierung, individuelle und kollektive Verweigerung gegenüber den Zwängen der kapitalistischen Globalisierung, Sabotage), ein Flussbett, in das ein Ensemble politischer Subjektivitäten strömt.

Auf dem von der Multitude besetzten Feld kann die Einheit der Bewegung nie vorausgesetzt werden, sie ist immer etwas, das geschaffen und entwickelt werden muss. Die These ist alles andere als abstrakt, vielmehr muss sie zu einer Grundlage der Diskussion über die Gründung Sozialer Foren werden. Schauen wir uns also an, welche ganz konkreten Folgen das hat. Völlig abwegig erscheint uns die von vielen geteilte Tendenz, die organisatorische Formel des Forums als reine Summe der Komponenten der Bewegung zu sehen, während es ebenso wenig zutrifft, sich das Forum als politisches Subjekt im traditionellen Sinne des Wortes vorzustellen. Die Foren müssen eher offen und bereit sein, individuelle und kollektive Subjekte aufzunehmen, die eine sehr allgemeine Plattform zur Bestimmung der wesentlichen Arbeitsbereiche der Bewegung teilen. Gleichzeitig erscheint es notwendig, die Produktion und Verbreitung von flexiblen Instrumenten - Zeitungen und Zeitschriften, Radios, aber auch unabhängige Universitäten - anzugehen, die als Multiplikatoren der Kommunikations- und Organisationsprozesse dienen können.

Identität und politische Geschichte in einen breiten Prozess einzubringen, der in der Lage ist, sich als konstituierendes Prinzip innerhalb der Gesellschaft durchzusetzen, weil er selbst von ständig neuen konstituierenden Dynamiken durchzogen ist, ist die Herausforderung, die sich heute allen organisatorischen Komponenten der Bewegung stellt.


Aus dem Italienischen von Andreas Löhrer.

Sandro Mezzadra lebt in Genua und lehrt politische Ideengeschichte an der Universität Bologna. Aktuelle Veröffentlichung: Diritto di fuga. Migrazioni, cittadinanza, globalizzazione, Verona: Ombre corte, 2001.

Fabio Raimondi ist Historiker und Philosoph und lebt in Vicenza. Sein Arbeitsschwerpunkt ist das politische Denken der Renaissance.



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