| Austragungsort |
München |
New York |
Porto Alegre |
| Der Gegner |
Die »Weltkriegselite« auf der Nato-Sicherheitskonferenz. |
Die globale Oligarchie aus Wirtschaft und Politik, 4 000 Polizisten, Bono. |
IWF, Weltbank und US-Regierung. |
| Der Plan des Gegners |
Unterbindung aller Proteste und Ausweitung des »Kampfes gegen den internationalen Terrorismus«. |
Die Bewegung durch Übernahme ihrer Parolen verwirren: »Die USA sind hier auch ein Sünder« (IWF-Direktor Horst Köhler), »Armut und Terrorismus sind Zwillinge« (Gloria Arroyo, philippinische Präsidentin). |
Globalisierung der Welt, Errichtung einer gesamtamerikanischen Freihandelszone. Herrschaft der Konzerne. |
| Gegenmaßnahme |
Trotzdem demonstrieren, zum Beispiel nackt. |
Sagen, dass alle Politiker Heuchler sind. Und Bill Gates sowieso. |
Globalisierung von unten. |
| Wer ruft auf? |
Ein Zusammenschluss von 100 Gruppen, u.a. Antifas, der Buko, die PDS, Attac, das Münchner Friedensbündnis. |
Another World is Possible Coalition Against the WEF, Anti-Capitalist Convergence, WEF Counter-Summit and National Student Mobilization, Knickerbocker Fair Trade Campaign, Redneck Liberation Army und viele andere. |
Gewerkschaften, Kirchen, NGO, UN- und Regierungsvertreter, Le Monde diplomatique, Bauern- und Arbeiterorganisationen, Attac und viele andere Reformisten mehr. |
| Wer geht hin? |
Bayerische Bürgerrechtler, die Friedensbewegung, Globalisierungsgegner und die »gewaltbereiten Autonomen«. |
Etwa 15 000 Globalisierungsgegner, Anarchisten, Tierschützer, Gewerkschafter, Trommler und Antiimperialisten. |
50 000 Teilnehmer, 3 000 Organisationen, Noam Chomsky, Lula, Mario Soares. Allein aus Frankreich kommen drei Präsidentschaftskandidaten (u.a. Jean-Pierre Chevènement) sowie sechs Mitglieder der Linksregierung von Lionel Jospin. Und José Bove. |
| Schöne Motti |
Von Genua nach München; Gegen Nato; Demokratie? |
Would you care to join us in an social revolution? Dance upon the ruins of the world. |
»Eine andere Welt ist möglich«, »Nein zu imperialistischer Agrression und zum Neoliberalismus«, »Alle Banker sind Diebe«. |
| Aktivistenumfeld |
Katholiken. |
Mehr als 1 000 Anhänger der Sekte FalunGong. Sie meditieren gegen die chinesische KP. |
Kleinbauern, Indigenos, Künstler, Intellektuelle, Wissenschaftler, Politiker. |
| Network Activities |
8 000 Menschen demonstrieren gleichzeitig in Bielefeld gegen eine NPD-Kundgebung. Es kommt zu einzelnen Auseinandersetzungen mit der Polizei, drei Demonstranten werden festgenommen. |
Demonstrationen und Aktionen in San Francisco, Amsterdam, London, Zürich, Monaco und anderen Städten. Am Freitag macht ein Netstrike die Webseite des WEF unzugänglich. |
Siehe New York und München. |
| Prominente Sympathisanten |
Konstantin Wecker und die Mutter des in Genua getöteten Carlo Giuliani. |
Ziehen die Reise ins wärmere Porto Alegre vor. |
Ulrich Beck, Toni Negri, Fidel Castro, Guy Verhofstadt, Merrill-Lynch-Chef David Komansky, Horst Köhler. |
| Veranstaltungsziel |
Nie wieder Krieg. |
Eine bessere Welt. |
Neue Weltwirtschaftsordnung, bzw. planetarische Übereinkunft, mindestens drei neue Steuern. |
| Ort |
Marienplatz. |
Umgebung des Hotels Waldorf-Astoria außerhalb der für Demonstranten gesperrten »frozen zone«. |
Porto Alegre, Campus der katholischen Universität |
| Temperatur |
Föhn. |
Knapp über dem Gefrierpunkt. |
Mindestens 30 Grad, sonnig. |
| Wie sieht das Diskursumfeld aus? |
Die Münchner Abendzeitung warnt vor einem »extrem heißen Februar-Wochenende«. Tatsächlich steigen die Temperaturen auf 20 Grad. Allgemeiner Tenor nach der Konferenz: »Die befürchteten gewaltätigen Ausschreitungen blieben aus.« |
Ein Dutzend Gegendemonstranten haben Lautsprecher aufgestellt und beschallen die Proteste mit der Nationalhymne. Das Wall Street Journal beschwert sich über die Verkehrsstaus. Ansonsten finden alle Armut ganz doof. Denn, wie Bono weiß: »Tote sind keine gu |
Regulationstheoretiker, Befreiungstheologen und französische Trotzkisten sind schwer angesagt. |
| Publicityfaktor |
Mittelmäßig. |
Gut. Alle berichten drüber. |
Hoch. Hat dem WEF den Rang abgelaufen (schönere Bilder). |
| Militanzfaktor |
Negativ; ein verletzter Demonstrant, kein Sachschaden. |
Auch David Graeber von der Anti-Capitalist Convergence verspricht einen »strikt legalen« Protest. »Sie waren wundervoll«, sagt der Polizeisprecher Kevin Czartoryski über die Demonstranten. |
Null. |
| Spaßfaktor |
Spaß ist verboten. |
Dürftig. Außer für Leute, die auf das nervige Getrommel stehen. |
Hoch, der Strand ist nicht weit, viele Konzerte und Kulturveranstaltungen. |
| Effizienzfaktor |
Effizienz ist auch verboten. |
Ungenügend. Die Welt ist immer noch schlecht. |
»Deklaration der sozialen Bewegung«, viele Plena etc. Das Forum professionaliert sich. |
| Und was hats gebracht? |
Frust. |
Vielen einen Schnupfen wegen des dichten Schneetreibens, andere wärmen sich abends neben angezündeten Autos bei einer Demonstration in Zürich wieder auf. |
Viel mehr Zulauf, die Teilnehmerzahlen haben sich verdreifacht. |
| Wie reagierte der Sicherheitsappat? |
Mit der Kesseltaktik: Es gibt 850 Festnahmen, gegen 43 Personen wird wegen Körperverletzung, Widerstands gegen die Staatsgewalt oder Beleidigung ermittelt. Zwei Mitinitiatoren des Anti-Nato-Bündnisses werden von der Polizei verhaftet, einer von ihnen auf |
Unbayrisch. Einige Anarchisten beschweren sich über willkürliche Festnahmen. Die waren aber auch noch nie in München. |
Der Gouverneur des Bundesstaates Rio Grande do Sul und der Bürgermeister von Porto Alegre sind Mitveranstalter des Weltsozialgipfels. Die Arbeiterpartei (PT) stellt die Stadtverwaltung. Es gibt zwar angeblich 5 000 Polizisten, doch halten sich alle im Hin |
| Top of the Pops |
Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) fordert eine Grundgesetzänderung, »um die Bundeswehr zum Objektschutz im Inneren einsetzen zu können, wenn Polizeikräfte dafür nicht mehr ausreichen«. |
Bono. Trägt als einziger WEF-Teilnehmer außer den Geheimagenten eine Sonnenbrille. Gehört aber nicht zur CIA, sondern zu U2. Wenn er nicht singt, unterhält er sich gern mit anderen Millionären, Politikern und Nobelpreisträgern über die Nöte der Dritten We |
»Wir wollen eine humane Globalisierung mit Vorschriften.« (Louise Beaudoin, Ministerin für internationale Beziehungen des kanadischen Bundesstaates Quebec) |