Wie alt bist du?
Während andere Schafe in dieser Situation kommentarlos geschlachtet werden, löste die Nachricht von der Arthritiserkrankung des ersten geklonten Schafs der Welt große Bestürzung aus. So stürzten am vergangenen Freitag die Aktien der Gentechnikfirma PPL Therapeutics, die das Schaf Dolly mitproduziert hat, in den Keller. Die Aktie verlor 16 Prozent an Wert. Denn diese Gelenkkrankheit ist bei jungen Schafen - Dolly wurde 1996 geboren - ungewöhnlich und es wird vermutet, dass ihm beim Klonen ein genetischer Defekt mitgegeben wurde. Der so genannte Vater von Dolly, der britische Wissenschaftler Ian Wilmut, zeigte sich sehr enttäuscht vom Gesundheitszustand seines Schafes, aber unverdrossen fügte er hinzu: »Das Klonen muss weitergehen.« Einige Wissenschaftler behaupten allerdings, dass geklonte Tiere immer dafür anfällig sein werden, frühzeitig zu altern, da beim Klonen die Gene von älteren Lebewesen eingesetzt werden. Weil für die Produktion von Dolly genetisches Material eines sechs Jahre alten Schafes verwendet wurde, ist das geklonte Tier nach dieser Rechnung bereits elf Jahre alt.
Banken bankrott
»Nun ist Schluss mit dem politischen Bankenwesen des Landes«, erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Miroljub Labus triumphierend, nachdem die jugoslawische Regierung am vergangenen Donnerstag vier große serbische Staatsbanken für bankrott erklärt hatte. Die Geldinstitute hatten jahrzehntelang staatliche Unternehmen unterstützt, aufgenommene Kredite nicht zurückgezahlt und so Schulden in Höhe von 1,75 Milliarden Euro angehäuft. Privatkunden der Banken können künftig ihr Geld bei der Postbank abheben, betroffene Unternehmen sollen vom Staat entschädigt werden. 8 500 Beschäftigte wurden durch die Schließung der Banken arbeitslos. Die Regierung verkündete zwar, dass sie mit »sehr guten sozialen Programmen« für sie sorgen werde, aber davon sind nicht alle ehemaligen Angestellten überzeugt. Etwa 200 traten am Mittwoch vergangener Woche in der ostserbischen Stadt Bor in den Hungerstreik und verbarrikadierten sich mit ihren Familien in einer Bankfiliale. Eine Folge der Bankrotterklärung könnte der Konkurs weiterer Unternehmen sein. Mehrere Hundert Firmen sind bei den zahlungsunfähigen Banken verschuldet.
Kein Gemeinschaftsgefühl
Er überlasse es »Fahnen schwingenden Affen, Gesundbetern, Medizinmännern, Wunderheilern und Bankiers«, den Euro zu preisen, erklärte der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti in der vergangenen Woche. Und er ist nicht der Einzige in der rechtspopulistischen Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der der Einführung des Euro negativ gegenübersteht. Der damals noch amtierende Außenminister Renato Ruggiero sagte am vergangenen Donnerstag, dass er sehr beunruhigt sei über die grundsätzliche Ablehnung des Euro durch seine Kabinettskollegen. Der ehemalige Chef der Welthandelsorganisation, der als liberaler Strohmann in die Regierung geholt worden war, geriet schon häufiger mit seinen Kabinettskollegen aneinander; so etwa anlässlich des Ausstiegs aus dem europäischen Airbus-Projekt oder des EU-Haftbefehls. Doch am vergangenen Wochenende war es dem parteilosen Ruggiero dann doch zu viel, er trat von seinem Amt zurück. Zuvor hatte Berlusconi erklärt, er allein bestimme die Außenpolitik, Ruggiero habe lediglich seine Anweisungen auszuführen.
Menschliche Arbeit
Hohe Strafen für Hilfsbereitschaft: Am vergangenen Donnerstag verurteilte ein Gericht in Boulogne-sur-Mer acht Flüchtlinge zu viereinhalb bis sechs Jahren Haft. Sie sollen Migranten aus dem französischen Flüchtlingslager Sangatte geholfen haben, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu kommen.
In Griechenland wurden ebenfalls am Donnerstag der Kapitän und zwei Besatzungsmitglieder eines türkischen Frachters festgenommen, weil sie 246 Flüchtlinge aus der Türkei nach Westeuropa gebracht haben. Wegen der stürmischen See erlaubten es die griechischen Behörden, dass die Küstenwache die Migranten auf die Insel Kreta schaffte. Mehr als sechs Personen mussten mit Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Migranten waren auf dem Weg nach Italien und sind mehrheitlich irakische Kurdinnen oder Kurden. Erst vor einem Monat waren 193 Flüchtlinge, deren Fischerboot gesunken war, auf einer griechischen Insel gestrandet.
Schläfer auf dem Balkan
Seit dem Beginn des Jahres ist eine neue Art von Schläfern auf dem Balkan aufgetaucht. Sie sind weiß, meist christlicher Herkunft und tragen Namen wie Clara Schumann oder Balthazar Neumann. Außerdem sind sie geklont. Millionen von ihnen hielten sich unter Matratzen oder in Sparstrümpfen versteckt. Erst nach einer entsprechenden Belohnung in Euro holte sie die Bevölkerung aus ihren Verstecken. So sind in Serbien 936 Millionen, in Montenegro 50 Millionen und in Kroatien 2,5 Milliarden Deutsche Mark zu den Banken gebracht worden. Das Geld ist von der Bevölkerung größtenteils als finanzielles Sicherheitspolster zu Hause gelagert worden. Es wird vermutet, dass noch 15 Milliarden Mark unentdeckt in den Balkanstaaten schlummern.
Einige Schlauköpfe im Kosovo sollen sich allerdings ohne das zeitraubende Umtauschverfahren das neue Zahlungsmittel beschafft haben. Die UN-Sicherheitskräfte mussten die Bevölkerung anweisen, Musterexemplare der Euroscheine, die eine Zeitung abgedruckt hatte, zu zerstören oder der Polizei auszuhändigen.