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Nr. 38/2001 - 12. September 2001
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Am 4. September hat ein Unbekannter in Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz) einen 33jährigen Afrikaner angegriffen. Nach Polizeiangaben stach der Täter dem katholischen Seelsorger aus Uganda mit einem Messer in die Schläfe. Am selben Tag zeigten drei Jugendliche vor einem Kino in Prenzlau (Brandenburg) den Hitler-Gruß und riefen: »Sieg Heil!« Zwei Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Am 1. September griff eine Gruppe rechtsextremer Fußballfans in einem Zug auf der Fahrt von Naumburg nach Jena (Thüringen) einen 22jährigen Somalier an. Sie traten ihn gegen das Schienbein und schlugen ihn mehrfach auf den Kopf. Zudem bedrohten sie einen Reisenden, der dem angegriffenen Mann zu Hilfe kam, und eine Frau, die mit osteuropäischem Akzent sprach. Weder der Schaffner noch Beamte des Bundesgrenzschutzes griffen ein. Die von einigen Fahrgästen gerufene Polizei nahm erst die Personalien des Opfers und der Zeugen auf, die Täter konnten zunächst entkommen. Erst später wurden sie in der Nähe des Bahnhofs in Jena gestellt, ein 23jähriger mutmaßlicher Täter wurde vorläufig festgenommen. Am selben Tag kam es in München (Bayern) vor dem Fußballspiel Deutschland gegen England zu heftigen Ausschreitungen, an denen sich auch Rechtsextreme beteiligten. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, tauchten am Marienplatz rund 35 Skinheads auf, die britische Fußballfans attackierten und grölten: »Juden raus!« Am 30. August griffen drei Jugendliche in Wandlitz (Brandenburg) in einer Jugendherberge bosnische Kinder an, die Tischtennis spielten. Die Täter pöbelten die Kinder an und bewarfen sie mit Flaschen. Wie die Polizei berichtete, habe beim Verlassen des Geländes ein Täter »Sieg Heil« gerufen und den Hitler-Gruß gezeigt. Ein 15- und ein 17jähriger Jugendlicher wurden festgenommen. Sieben Monate nach dem Überfall einer Gruppe Skinheads auf einen Griechen in München (Bayern) verurteilte das Landgericht am 30. August einen 29Jährigen zu zwei Jahren und vier Monaten Haft. Nach einer Geburtstagsfeier, an der 60 Skinheads teilnahmen, kam es Mitte Januar zu dem Überfall. Mehrere von ihnen schlugen damals ihr Opfer nieder und trampelten mit Springerstiefeln auf ihm herum. Der Grieche erlitt einen Nasenbeinbruch sowie Prellungen. Am Abend des 26. August griff eine Gruppe Deutscher mehrere Türken in Potsdam (Brandenburg) an. Die Täter beschimpften die Türken vor einem Imbissstand mit ausländerfeindlichen Parolen und bewarfen sie mit einem Plastikeimer, Steinen und Flaschen. Die Polizei vermutet einen ausländerfeindlichen Hintergrund und ermittelt wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Am selben Tag griffen drei Unbekannte einen 40jährigen Portugiesen in Zella-Mehlis (Thüringen) an. Der im Autobahnbau tätige Mann wurde beim Verlassen einer Gaststätte so schwer geschlagen, dass er mit Kopfverletzungen und einem Nasenbeinbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Die Polizei geht nicht von einem ausländerfeindlichen Hintergrund der Tat aus.

sw



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