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Nr. 37/2001 - 05. September 2001
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Redesigndeutschland

Wir haben ein Herz für verstrahlte Manifeste. Was die Macher von Redesigndeutschland genau vorhaben, verschließt sich zwar unserem Wissen - die Idee, zur Abwechslung einmal nicht englische Worte in die deutsche Sprache einzuflechten, sondern die deutsche Sprache zu schreiben als sei sie Englisch, lässt das Schönste erahnen: »1. Redesigndeutschland neu gestalten deutschland in all bereichs. 2. Redesigndeutschland entwickeln strategies und produkts fuer gross gemeinschaft von gluecklich und gleichberechtigt menschs. 3. Redesigndeutschland wissen: Einfachst loesung sein gutst loesung. 4. Redesigndeutschland sein kollektiv von expertes. Redesigndeutschland verbinden designers, technikers, jurists, architekts, wissenschaftlers von all disziplins. 5. Redesigndeutschland sein kommerziell und kommunal projekt. All mitglieds sein beteiligen an all gewinns zu gleich teils. All beschluss sein fassen von all mitglieds. 6. Redesigndeutschland einfuehren dezimalsystem in all bereichs. 1 tag haben 100 stundes. 1 stunde haben 100 minutes. 1 jahr haben 1000 tags. 7. Redesigndeutschland ersetzen deutsch durch rededeutsch. Rededeutsch vereinfachen grammatik und erlernbar sein ohne vorkenntniss in wenig stundes. 8. Redesigndeutschland bieten loesungs, das global gelten. Redesigneurope und Redesignworld kommen. 9. Redesigndeutschland sein eintragen warenzeichen. 10. Redesigndeutschland.«



Stadion doch schön

Und wir dachten schon, in München sei wieder einmal das Abendland in Gefahr. Es geht um das neue Münchner Fußballstadion. Im Jahre 2006 findet in Deutschland die Fußballweltmeisterschaft statt und bis dahin, so hat es die Stadt München dem internationalen Fußballverband FIFA versprochen, wird in München ein reines Fußballstadion stehen - dann bekommt die Stadt auch das Eröffnungsspiel. Das Olympiastadion ist ja eigentlich eine Leichtathletik-Arena, das heißt zwischen den Zuschauerrängen und dem Spielfeld befindet sich die Tartanbahn. Eigentlich hatten sich die Stadtoberen und die Münchner Fußballfunktionäre schon darauf geeinigt, das Olympiastadion umzubauen, doch im vergangenen Februar mussten die beauftragten Architekten eingestehen, dass dies technisch nicht möglich sei.

Nun soll das Stadion in Fröttmaning im Norden der Stadt gebaut werden und München hat die Verantwortung für den Bau komplett den Vereinen Bayern München und TSV 1860 übertragen. Und die schrieben den Entwurf nicht etwa für Architekten oder Bauingenieure aus, sondern für Baufirmen. Jede Firma, die über Erfahrung »im Bau von Großstadien« verfügt oder mit »vergleichbaren Projekten« wurde aufgefordert, ihre Entwürfe einzureichen (Jungle World, 34/01).

Das ließ Schreckliches erahnen. Doch nun hat sich alles geändert. Es haben sich acht Bietergemeinschaften gebildet, das heißt die Baufirmen haben sich mit Architekturbüros zusammengeschlossen, um gemeinsam Entwürfe zu entwickeln. Das Büro Murphy/ Jahn ist beteiligt, Foster und Partner, die auch das neue Wembleystadion entworfen haben, sind dabei und sogar Peter Eisenmann wird einen Entwurf einreichen.



Kein Anstand mehr

Es gilt einen Abgang anzukündigen: Egal wer die kommenden Bürgermeisterwahlen in New York gewinnen wird, alle Kandidaten haben in der vergangenen Woche angekündigt, die Decency Commission aufzulösen. Die Anstandskommission war jenes Gremium, das der amtierende Bürgermeister Rudolph Giuliani ins Leben rief, um zu verhindern, dass die New Yorker Museen weiter auf Kosten der Steuerzahler gotteslästerliche oder pornographische Kunst ausstellen. Zwar scheiterten sämtliche Versuche Giulianis, Museen die öffentlichen Mittel zu sperren, vor verschiedenen Gerichten, trotzdem versuchte er es immer wieder. Die Commission empfahl in ihrem Bericht, die Tafeln in den Museen zu entfernen, die zu Spenden auffordern. Ansonsten bat sie um mehr Toleranz für alle Glaubensrichtungen und Weltanschauungen.



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