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Nr. 34/2001 - 15. August 2001
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Grube

Jörg Magenau im Feuilleton der FAZ, Freitag, 10. August: »Wenn Sonnenstrahlen 'wie Spaghetti in die Straßenschluchten stechen' oder die Blätter der Bäume im Wind rotieren 'wie ausgekugelte Glieder', wünschte man sich einen Lektor, der beherzt eingegriffen hätte. Vielleicht wäre ja noch etwas zu machen gewesen.« D'accord.

Jörg Magenau auf einer der Berliner Seiten der FAZ, Freitag, 10. August: »Ein gewaltiger Wortschwall umkreist das finale Schweigen. Ein Reflexionsfeuerwerk wird abgebrannt, um das Unbegreifliche des Todes zu bannen. Der genaue, fast böse Blick auf das körperliche Verlöschen soll das Entsetzen eindämmen.« Hier ist nichts mehr zu machen.



»Das Plakat hat es nie gegeben«*

* So wäre es Lea Rosh wahrscheinlich am liebsten. Jetzt ist ihr nichts übrig geblieben, als die Plakate abhängen zu lassen. Damit reagierte sie auf die Kritik an dem Plakat, das eine Berglandschaft zeigte, vor der der Schriftzug prangte: »den holocaust hat es nie gegeben.« Darunter stand der kleingedruckte Zusatz: »Es gibt immer noch viele, die das behaupten. In 20 Jahren könnten es noch mehr sein. Spenden Sie deshalb für das Denkmal für die ermordeten Juden Europas.«

Zunächst hatten zahlreiche Intellektuelle aus dem In- und Ausland gegen die Plakataktion protestiert, dann hatte eine Gruppe Neonazis rund um den Rechtsextremisten Manfred Roeder vor dem Plakat demonstriert, das an der Stelle hing, wo einmal das Holocaust-Mahnmal stehen wird. Sie hatten ein Transparent hochgehalten, auf dem stand »Wehrmachtsverbrechen auch nicht!«



Weltöffentlichkeit behindert Klonierung

Bei ihren Versuchen, einen Menschen zu klonen - auch Adolf Hitler war im Gespräch (Jungle World, 33/01) -, haben die Raelianer einen Rückschlag hinnehmen müssen. Der Rechtsanwalt Mark Hunt aus West Virginia, der den Raelianern und ihrer Klonfirma Clonaid den Auftrag gegeben hatte zu klonen, hat sich aus dem Projekt zurückgezogen. Eine halbe Million Dollar hatte er Clonaid überwiesen, damit die Firma ihm einen neuen Sohn aus dem Erbmaterial seines nach einem Unfall verstorbenen Sohnes klonen kann. Doch die ständige Medienpräsenz von Brigitte Boisselier, der Chefwissenschaftlerin der Raelianer, wollte Hunt nicht länger hinnehmen. Boisselier gebe zu viele Interviews und gefährde damit das Projekt. Andere Quellen wiederum behaupten, Hunt und seine Ehefrau mit einem Kinderwagen gesehen zu haben.



Hitler baute Ufos

Während die Weltöffentlichkeit das Klonen eines Babys verhindert hat, wollen wir an dieser Stelle noch auf eine Unterabteilung eben jener Weltöffentlichkeit hinweisen, bei der man Genaueres über die DNA von Adolf Hitler erfahren kann. Man gebe etwa das Wort »Vril« in eine beliebige Internet-Suchmaschine ein, und schon landet man in Diskussionsforen und auf Internetseiten, die die Verbindung der Nazis mit den Außerirdischen verhandeln. Wenn man den dort beschriebenen Szenarien Glauben schenken darf, so entwickelten die Nazis zusammen mit Außerirdischen in geheimen Labors die sogenannte Vril-Energie, die das Monopol der Ölfirmen bedrohte, weshalb es auch zum Zweiten Weltkrieg kam.

Ufos laufen mit Vril-Energie und sind nichts anderes als die Weiterentwicklungen der Geheimwaffe des Führers. So kam es 1953 auch zur deutschen Marsmission. Und auch die Gründung des Staates Israel hängt mit Vril zusammen, sind doch die arabischen Staaten die größten Ölförderländer der Welt.

Warum wir all das erzählen? Weil das die geheime Verbindung zu den Raelianern zu sein scheint, die ja bekanntlich Hitler klonen wollen. Deshalb ist das Wahrzeichen der Sekte auch ein Davidstern mit einem Hakenkreuz in der Mitte, und deshalb steht auch ein Ufo, das verdächtig denen ähnelt, die im Netz zu bewundern sind, im Versammlungsraum der Sekte. Außerirdische haben Hitler nach dem Krieg mit einem seiner Vril-Ufos evakuiert. Nun bringen sie seine DNA zurück.



Neues architektonisches Ungemach

Im Grunde könnte man sich als Hauptstädter beruhigt zurücklehnen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, wäre man nicht gerade als Berliner besonders sensibilisiert für architektonische Katastrophen. So springen wir sofort den Münchnern im endlosen Kampf um den Bau eines neuen Fußballstadions zur Seite. Der Plan, das wunderbare Münchner Olympiastadion in eine Fußballarena umzubauen, scheiterte ja glücklicherweise am Unvermögen der beauftragten Architekten, vernünftig zu planen (Jungle World, 51/00).

Nun soll das Stadion in Fröttmaning im Norden der Stadt gebaut werden, und das Desaster findet eine Fortsetzung. Denn München hat die Verantwortung für den Bau komplett den Vereinen Bayern München und TSV 1860 übertragen. Und die haben den Entwurf nicht etwa für Architekten oder Bauingenieure ausgeschrieben, sondern für Baufirmen. Jede Firma, die über Erfahrung »im Bau von Großstadien« verfügt oder sich mit »vergleichbaren Projekten« auskennt, ist aufgefordert, ihre Entwürfe einzureichen.

Und das ist noch nicht alles. Es dürfen nicht nur keine Architekten mitmachen, das Ganze soll auch in atemberaubendem Tempo über die Bühne gehen. Am 12. Juli erschien die Ausschreibung, berichtet die Süddeutsche Zeitung, schon fünf Wochen später sollen die Unterlagen eingereicht worden sein, damit im Frühjahr 2002 mit dem Bau begonnen werden kann.



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