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Nr. 33/2001 - 08. August 2001
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Raelianer wollen Hitler klonen

Vor einigen Monaten haben wir sie an dieser Stelle schon zu den irrsten Spinnern der Woche gekürt (Jungle World, 15/01). Nun haben die Raelianer ihren neuesten Coup gelandet. »Ufo-Sekte will jetzt Hitler klonen!« titelte Bild am vergangenen Samstag. Sektenchef Rael verkündete das in einem Interview mit dem Fernsehsender 3sat und begründete das Vorhaben. »So könnte er vor Gericht gestellt werden. Darüber wären vor allem die Juden glücklich.«

Bereits vor zwei Wochen hatten die Raelianer ein dreiköpfiges Recherche-Team der FAZ in Ratlosigkeit gestürzt, als sie den Journalisten dutzende gutaussehender junger Frauen präsentierten, die das Sektenanwesen in der Nähe des kanadischen Montreal bewachen. Das Zeichen der Sekte ist ein Davidstern mit einem Hakenkreuz in der Mitte. Und in der Mitte des großen Saals des Sektenanwesens steht ein Nachbau des Ufos, das damals die außerirdische DNA auf die Erde brachte. Besonders erstaunte die FAZ-Journalisten die Ankündigung von Rael, er werde subhumane Sexpuppen klonen. Auch der Umstand, dass die Frau, die sich bereit erklärt hat, Klon-Babys zur Welt zu bringen, die Tochter der Chef-Wissenschaftlerin der Raelianer ist, fand nur bedingt Verständnis.

Woher die Raelianer nun das Erbmaterial Hitlers nehmen wollen, ließ Rael auf 3sat allerdings offen. Sollte Hitler 1945 aber tatsächlich nicht gestorben, sondern von einem UFO abgeholt und auf einen fernen Planeten gebracht worden sein, dürfte die DNA wahrscheinlich von dort kommen. Glauben die Raelianer doch ohnehin, der Ursprung der Menschheit gehe auf hochentwickelte außerirdische Biowissenschaftler zurück. Wir Menschen seien nichts anderes als deren Klonprodukte. Hinweise, sogar Beweise dafür finden sie in allen gängigen religiösen Schriften, in der Bibel, im Koran und in geschichtlichen Dokumenten, die sich deshalb auch gar nicht widersprechen, sondern im Grunde ein und dasselbe sind.



Wau Holland gestorben

Er war einer der ersten Hacker in Deutschland und Begründer des Organs des Chaos Computer Clubs, der Datenschleuder (http://www.ccc.de/wau.html). Holland und den anderen Autoren der Datenschleuder ging es immer um zweierlei: um Datenschutz sowie um die Technik und um einen selbstbestimmten Umgang mit ihr. Seitenlang listeten sie genüsslich die Fehler irgendwelcher Programme auf und machten sich über die Telekom lustig. Informationsfreiheit war für Holland ein zentrales Bürgerrecht. Er prägte maßgeblich die Hackerethik mit, warnte junge Hacker davor, sich zu bereichern, weil das nur dazu führe, erpressbar zu werden. Kurz: Wau Holland verkörperte das deutsche Cyberhippietum. »Wie immer bist du uns mindestens einen Schritt voraus«, heißt es nun auch in dem Nachruf, den der Chaos Computer Club veröffentlichte. Wau Holland starb am Sonntag vergangener Woche im Alter von 50 Jahren.



Mariah Carey noch am Leben

Eigentlich kann man den Informationen der britischen Sun ja nicht trauen. Man musste es also nicht glauben, als dort Mitte vergangener Woche stand, der US-amerikanische Superstar Mariah Carey habe einen Selbstmordversuch begangen. Wenngleich es nicht so weit hergeholt erschien. Man stelle sich ein Leben als Mariah Carey vor: Okay, man hat einen Plattenvertrag abgeschlossen, der einem 80 Millionen Dollar garantiert, und man muss dafür nur drei Alben abliefern. Das war es aber auch schon mit den Annehmlichkeiten. Wohin man kommt, bewegt man sich in einer Simulationssphäre, die Leute für einen aufbauen, die man von dem vielen Geld bezahlen muss. Ist man etwa in Berlin, wird extra eine Mariah Carey-Party im Penthouse des Uralt-Playboys Rolf Eden organisiert, wo lauter Leute hinkommen, die einen mal anschauen wollen, und man muss genau das sein, was alle erwarten. So geht das überall. Selbst wenn man in das New Yorker Edelkaufhaus Macy's geht, erwarten alle, dass man die Schuhabteilung leer räumt. Was soll man auch machen mit dem vielen Geld. Und dann lässt einen der Freund sitzen.

Außerdem unterzeichnete Careys größte Konkurrentin Whitney Houston einen Plattenvertrag, der ihr 100 Millionen Dollar garantiert: Auch das hob bestimmt nicht die Stimmung. Selbst wenn Houston für das Geld sechs Alben abliefern muss. Allein: Mariah Carey hat gar keinen Selbstmordversuch unternommen. Sie hatte lediglich einen schweren Nervenzusammenbruch. Deshalb liegt sie im Krankenhaus. Und die Schnittwunden habe sie sich nicht selbst zugefügt, sie habe ihr Geschirr zerschmissen und sei dann über die Scherben gelaufen und hingefallen. Das berichtet zumindest der meistens gut informierte New Musical Express.



Neu-Synchronisation Now

So aufwendig kann es werden, wenn die Studios einem Regisseur hineinquatschen, wie ein Film geschnitten zu sein hat. Für die Neufassung von Francis Ford Coppolas »Apocalypse Now«, die im Herbst in die Kinos kommt, muss der gesamte Film neu synchronisiert werden. Denn der Film ist um eine ganze Reihe von Szenen erweitert worden, die in der Fassung von 1979 keine Berücksichtigung fanden und deshalb auch nicht synchronisiert wurden. Die alten Bilder und Tonspuren kann man hineinschneiden, aber nachsynchronisieren und hineinschneiden, das geht natürlich nicht - die Stimmen sind schließlich mittlerweile 22 Jahre älter als damals. Also wird alles neu gemacht, und die meisten Schauspieler haben neue Stimmen bekommen. Nur eins bleibt gleich: Die Stimme von Christian Brückner wird wieder die Stimme von Martin Sheen sein, der bekanntlich den Captain Willard spielt.



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