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Nr. 30/2001 - 18. Juli 2001
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Was ist was I

PID? Aber sicher!

Es ist nicht zu fassen: Da streiten Wissenschaftler, Politiker und Ethikprofessoren doch tatsächlich ernsthaft darüber, ob die Präimplantationsdiagnostik (PID) nun ethisch-moralisch-gesetzlich erlaubt sein soll oder nicht! »Ja natürlich«, muss es doch aus jedem halbwegs vernunftbegabten Mitmenschen spontan hervorbrechen - besonders angesichts der immer erschreckenderen genetischen Defekte, die vielen Paaren heutzutage die Lust aufs Kinderkriegen vergällen. Hier nur einige Beispiele, die den Entscheidungsträgern die Augen öffnen mögen:

Unglaublich grausam und monströs: der Sexpuppendefekt. Silikonartige Einlagerungen bewirken abstruse Deformationen des gesamten Körpers.

Tausende von Operationen wären nötig, um dieser armen Frau wenigstens zu einem halbwegs normalen Aussehen zu verhelfen. Und das Schlimmste: Seit Dolly Buster und Lolo Ferrari hat auch die Unterhaltungsindustrie erkannt, was für dicke Geschäfte sich mit dem Leid dieser Menschen machen lassen. Einfach widerlich!

Nichts haben sich die Eltern des kleinen Max sehnlicher gewünscht als einen Spielgefährten für ihren Ältesten. Doch was bringt der Klapperstorch? Ein Maschinengewehr mit einer Feuerkraft von 1 300 Schuss in der Minute! Da ist es doch kein Wunder, dass der arme Junge seine gesamte Kindergartengruppe niedermähte, nur weil er sein neues Geschwisterchen mal drücken wollte.

Gott, wo warst du, als du diese Kreatur erschaffen hast? Der arme Vogel-Säugetier-Zwitter leidet nicht nur an extremer, jährlich ausbrechender Schizophrenie, sondern auch an permanentem Darmverschluss. Er fristet sein karges Leben damit, pausenlos Eier zu legen und sie dann wie unter Zwang mit lustigen Dekors zu bemalen.

Ein Versicherungsfachangestellter fand dieses bemitleidenswerte Geschöpf eines Morgens auf seinem Schreibtisch. Wahrscheinlich setzte die Mutter das arme kleine Ding einfach aus, als sie bemerkte, dass es sein ganzes Leben auf ihre helfende Hand angewiesen sein würde. Bis heute kann es nur mittels angeschlossener Computer und Monitore mit seiner Umwelt kommunizieren.

Furchtbar, einfach nur furchtbar. Kann nicht gehen, kann nicht stehen, kann nicht mal sehen. Geschweige denn »Mäh« machen. Schrecklich, man mag gar nicht hinschauen ...

Kaum zu glauben, aber dieses fleischige und nach Naturdarm stinkende Etwas heißt Gerd und ist mittlerweile schon 34 Jahre alt. Sein trauriges Los: ein Leben im Gefrierfach des elterlichen Kühlschrankes. Seine Mutter: »Nur alle sechs Wochen taue ich Gerd für zwei Stunden auf - so bleiben ihm vielleicht noch zehn, zwölf Jahre. Meist steht er dann am Fenster und schaut den jungen Nachbarsmädchen hinterher.«

niels jürgens



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