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Nr. 30/2001 - 18. Juli 2001
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Was tun, wenn man nach Italien fahren will, aber das Schengener Abkommen außer Kraft gesetzt ist und der Verkehr an den Grenzen sich auf 20 Kilometern staut? »Es gibt kein Grundrecht auf Ausreise«, meint dazu der Berliner Innensenator, Ehrhart Körting, von der SED - äh, von der SPD. Bleibt also nur der illegale Grenzübertritt.

Erfahrungen auf diesem Gebiet gibt's zur Genüge. Ein Kollege berichtet von einer Fahrradtour im Niemandsland zwischen Dänemark und Deutschland. »Da war ein Feldweg, plötzlich wusste ich nicht mehr, wo ich mich befand. Ich dachte mir, einfach weiterfahren.« Doch da stand ein Schild: »Grenzübertritt nur mit Berechtigungsschein«. Und schon kamen die deutschen Grenzschützer, und der Geschnappte versuchte sich zu rechtfertigen. »Das war ein illegaler Grenzübertritt«, sagte der Beamte streng. Ausweiskontrolle, böse Blicke. Dann der Befehl: »Gut, fahren Sie weiter!« Jetzt nur nicht fragen, in welche Richtung. Ein illegaler Grenzübertritt zieht schnell den nächsten nach sich.

Jemand anderes erzählt von der spanisch-portugiesischen Grenze. »Es war nachts, wir waren mit dem Auto unterwegs. Die Spanier schliefen schon, da dachten wir uns, fahren wir eben weiter. Doch auf der portugiesischen Seite: alles zu. Den Rückwärtsgang eingelegt, und im Dunkeln setzen wir auf einer schmalen Verkehrsinsel auf. Und zwar so unglücklich, dass wir die Karre nicht mehr runterkriegen. Also schnell ein paar Holzplanken aus dem verlassenen Grenzhäuschen organisiert, sie unter die Reifen geschoben und ... muy bien. Das war angewandte Bubble-Ökonomie.« (Siehe Seiten 20/21)

Eine Kollegin dagegen will schon mal eine leckere Salami aus Deutschland in ein nicht von der Maul- und Klauenseuche betroffenes Nachbarland geschmuggelt haben. Wie, wird aber nicht verraten. »Das war eigentlich kein Problem. Und geschmeckt hat's auch.«

Wir wissen nicht, wie Sie's nach Genua geschafft haben, wir hoffen nur, dass alle wieder gesund zurückkommen. Nicht so, wie beim letzten Mal aus Göteborg. Und jetzt schmuggelt sich noch der Hinweis auf das Grenzcamp am Frankfurter Flughafen vom 27. Juli bis 5. August in die Geschichte. Ein Dossier dazu gibt's nächste Woche.



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