Unanständige Berufe VIII
Schuft im Freizeitpark
Irgendwas ist verdammt faul hier. Vier Millionen Arbeitslose! Und dem Kanzler wächst die Arbeit über den Kopf. Langschläferei, Rumgehänge und Schlendrian kann er sich nicht leisten. Das könnte ihn sogar den Arbeitsplatz kosten.
12 Uhr. Noch schlafen die Arbeitslosen. Gerhard Schröder sitzt längst beim Frühstück und brütet über komplizierten weltpolitischen Fragen. Zusätzlich belasten ihn familiäre Probleme (obskure Cousinen).
Schon am Vormittag muss er Bier trinken. Und dann ganz viel lachen.
Fahne halten, balancieren, grüßen mit 1,8 Promille - was so leicht aussieht, ist schwere Arbeit. Vor allem, wenn das Ausland misstrauisch auf die Gesten des Kanzlers schaut.
Dauerstress im Freizeitpark. Nicht mal zum Ausziehen bleibt den beiden Zeit. Schröders müssen ihr Sonnenbad in voller Montur nehmen.
Der Kanzler (hier neben seinen Cousinen) ist verstimmt. Er steht sich vor einem alten Gemäuer die Beine in den Bauch, während vier Millionen Langzeitschläfer nicht aus dem Knick kommen. Jetzt reicht's aber.
Ein Sofortprogramm wird beschlossen. Tausende lustiger Tierkostüme warten nur darauf, dass jemand sie anzieht. Die Tätigkeit ist auch für ältere Arbeitslose geeignet.
Auch die Kanzlergattin wird extrem gefordert. Ein Shooting jagt das nächste. Aber nicht immer sind die Fotojobs auch wirklich seriös. Manchmal muss sie sogar neben plumpen Stofftieren posieren.
Das Heim der Schröders. Ein Riesenkasten. Für die zierliche Kanzlergattin bedeutet das sehr viel Hausarbeit. Alles soll immer tiptop aussehen.
Die Familie wächst (Cousinen) und stellt Ansprüche. Was viele bisher aber nicht wussten: Um über die Runden zu kommen, musste Schröder einen Nebenjob annehmen. Auf 630-Mark-Basis hilft er abends in einem Nobelhotel aus.
Dann düst er nach Moskau. Schröder wird nach alter Sitte als Held der Arbeit gefeiert und mit diversen Orden aus Sowjet-Beständen dekoriert.
Sein vorbildlicher Einsatz hat sich gelohnt. Vor dem Arbeitsamt bilden sich lange Schlangen. Alle wollen Jobs. Aber es gibt gar keine mehr. Ein toller Erfolg für den Kanzler!
heike runge
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