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Nr. 11/2001 - 07. März 2001
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Drehbuchautoren drohen mit Streik

Gar nicht schön ist es im Moment in Kalifornien. Die Filmindustrie von Hollywood hat für die kommenden Monate alle größeren Filmprojekte auf Eis gelegt, denn die Writer's Guild of America - die Gewerkschaft der Drehbuchschreiber - und die Vertreter der Film- und Fernsehindustrie konnten sich auch nach sechswöchigen intensiven Verhandlungen nicht auf einen neuen Vertrag einigen. Die Writer's Guild fordert größere Anteile an den Erlösen aus der Zweitverwertung von Skripten, die Filmindustrie weigert sich, Zugeständnisse zu machen. Zwar wiegeln beide Seiten ab, aber die Zeit drängt, denn am 1. Mai laufen die alten Verträge aus. Nun will die Writer's Guild mit ihren rund 11 000 Mitgliedern beraten, was zu tun ist. Zum letzten Mal streikten die Drehbuchautoren vor 13 Jahren. Die Autoren sind aber nicht die einzigen, die mehr Geld wollen, auch die Schauspielergewerkschaft Screen Actor's Guild mit ihren 135 000 Mitgliedern denkt über einen Streik nach. Ohne Texte und ohne Schauspieler käme die gesamte Unterhaltungsbranche von Hollywood zum Erliegen. Dann gehen dort die Lichter aus, und im Fernsehen laufen nur noch Reality-Shows, Talkrunden und Wiederholungen.



Katzenallergie besiegt

Die besten Ideen haben immer noch amerikanische Wissenschaftler und Ärzte. Woche für Woche werden irgendwelche Maschinen erfunden, Statistiken veröffentlicht, Epidemien besiegt, Umfragen gemacht und Roboter gebaut. Auch diese Woche erfreut uns ein New Yorker Arzt namens Andrew Weil mit einer interessanten Entdeckung: LSD als Waffe gegen die Katzenallergie. Während eines LSD-Trips habe sich eine Katze auf seinen Schoß gesetzt. Im Fernsehmagazin »60 Minutes« erklärte er: »Ich hatte keine allergische Reaktion und habe auch seitdem keine mehr gehabt.« Das liege daran, dass viele Allergien erlernt seien und dementsprechend auch wieder verlernt werden könnten. »Wenn LSD legal wäre, würde ich es einigen Patienten empfehlen.«



Rentner auf Drogen

Immer mehr Rentner greifen zu Rauschmitteln. Rund fünf Prozent der 65- bis 75jährigen seien suchtkrank, teilte das Diakonische Werk Baden letzte Woche mit. Dies seien deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Angesichts steigender Lebenserwartung und der größeren Verbreitung von Suchtmitteln rechnen Experten sogar noch mit einer Zunahme der so genannten Alterssucht. Die häufigsten Ursachen für Alkoholismus und Tablettenmissbrauch sind nach den Worten des Psychotherapeuten Martin Beutel Verlusterfahrungen wie zum Beispiel der Tod des Lebenspartners oder die Pensionierung. Vereinsamung und die durch übermäßigen Alkoholgenuss hervorgerufene Verwahrlosung seien oft Folgeerscheinungen. Allerdings gibt es Hoffnung. Ältere Menschen, die erst spät mit dem Trinken beginnen, haben gute Therapiechancen und erleiden im Unterschied zu Jüngeren kaum Rückfälle.



Bit-Vater gestorben

In seinem Wohnzimmer soll eine Kiste gestanden haben, die nur einen On/Off-Schalter hatte. Wenn Besucher den Schalter auf On stellten, öffnete sich der Deckel, eine kleine weiße Automatenhand kam heraus, näherte sich dem Schalter und stellte ihn wieder auf Off, um dann in der Kiste zu verschwinden. Solche Kisten dachte sich Claude Shannon aus, der Mann, der als Vater des Bit gilt, als der erste, der den Binärcode als Grundlage von Kommunikation begriff. Seine Diplomarbeit »A Symbolic Analysis of Relay and Switching Circuits« adaptierte die Boolesche Logik von Null und Eins für Schaltkreise: Bei Eins fließt Strom, bei Null nicht. Am 24. Februar starb Claude Shannon in Boston. Er wurde 84 Jahre alt. (Ausführlicher Nachruf folgt)



Schwamm im Koeppen-Haus

Noch vor einem Jahr zog Gerhard Schröder zusammen mit Günter Grass in Greifswald um die Häuser und machte Pläne. Besonders das Geburtshaus des Schriftstellers Wolfgang Koeppen hatte es den beiden angetan. Ein Literaturhaus wollten sie dort einrichten und Koeppens Nachlass einlagern. Schröder sagte 900 000 Mark zu, damit das Gebäude saniert werden könne. Zu spät, stellt sich nun heraus, das Haus muss fast vollständig abgerissen werden. Einem Baugutachten zufolge kann lediglich die Außenfassade des Erdgeschosses erhalten werden. Neben einem nicht ausgebesserten Brandschaden hat auch der Schwamm dem Haus zugesetzt. In dem neuen Gebäude sollen eine Forschungsstätte mit dem Nachlass Koeppens und ein literarisches Begegnungszentrum entstehen. Spätestens im Herbst werde mit den Bauarbeiten begonnen. Koeppens Nachlass umfasst mehr als 11 000 Bücher, viele Manuskripte und mehr als 5 000 Briefe.



Napster nun mit Filter

Im Hause Napster überschlagen sich die Ereignisse. Um einer gerichtlichen Schließung der Musiktauschbörse zuvorzukommen, installierte Napster am vergangenen Wochenende eine Filter-Software, die ungefähr eine Million Titel blockieren soll. Der Filter soll über die Titelgebung der Napster-User funktionieren und auch falsch geschriebene oder verfremdete Titel- oder Künstlerangaben erkennen können. Gleichzeitig lehnte die Recording Industry Association of America (RIAA) ein Angebot von Napster ab, den Rechtsstreit beizulegen, wenn Napster pauschal eine Milliarde Dollar an Tantiemen für die kommenden fünf Jahre zahlen würde. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder zahlen die mittlerweile 60 Millionen Napsternutzer oder sie wechseln zur Konkurenz, die über das sogenannte Peer-to-Peer-Verfahren läuft, also keinen zentralen Rechner hat und deshalb auch nicht kontrolliert werden kann.



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