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Nr. 08/2001 - 14. Februar 2001
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Ein Schock Bildunterschriften

»Züchtung hat nur im Garten ihren Platz: Heidegger in den sechziger Jahren«; »Rote Rosen und ein gute(s)r Ra(d)t: Jonathan Beck und Stephan Schwartz«; »Adlerzüge, die die Welt bewegten: Dieses scharfe Profil läßt viele Archäologen an ein getreues Bildnis der Kleopatra glauben«; »Wo russische Schäfer sinnlos walten: In Jean-Jacques Annauds ðEnemy at the GatesÐ haben Jude Law und Joseph Fiennes den Gegner im präzisen Auge«; »Wer beobachtet wen? Robert Morris läßt in seinen Installationen Objekt und Betrachter aufeinander wirken«; »Der Postflieger und die Millionärstochter: Beim Fliegen konnten sie sich nur mit Zetteln und Zeichen verständigen«; »Das erste Kängeruh in Europa, vorgestellt in James Cooks ðAccount of a Voyager round the World ...Ð von 1773«; »Die seelischen Wunden sind unsichtbar: Armenische blinde Waisenkinder in einer Blindenschule in Ghazir, Libanon um 1927«; »Wenn Ich sowieso ein Anderer ist, kann man auch mit seinem Gewissen spazierengehen: Behrouz Vossoughi und Johan Leysen«; »Russell Banks«; »Das Herz des ehemaligen DDR-Rundfunks schlägt nicht mehr links, sondern hier: im Rundfunkarchiv zu Potsdam«; »Wie man ein vermeintliches Meistermachwerk vergolden kann: Wolfgang Newerla (Jupiter) und Janet Collins (Leda) in der Kieler Aufführung«; »Jugendverbote sind in Amerika nicht nur kosmetischer Natur: Heißen ðTeeniesÐ so, weil sie von ihrer ersten Fete keine zehn Pferde abhalten können?«; »Diese Hostien sind so zäh, daß man sie nur an die Wand nageln kann: Hans Haas aus Ilvesheim, ein Beispiel für die Findigkeit der Nachkriegsära, bastelte sich in Heimarbeit diese kleinteilige Ikonostase. Bis 1958 hatte er rund zweitausend Bierdeckel beisammen«. (Bildunterzeilen aus dem Feuilleton der FAZ vom 9. Februar)



Finkelstein und seine Leser

Norman Finkelsteins Schrift »Die Holocaust-Industrie« wird nicht nur heftig diskutiert, sondern auch wie wild gelesen. Auf der Bestsellerliste des Internetbuchvertriebs amazon.de drängte die deutsche Ausgabe sämtliche Harry Potter-Bände auf die hinteren Ränge. Zugleich gibt die amazon-Statistik darüber Aufschluss, wer das Buch bestellt hat. »Kunden, die dieses Buch gekauft haben, haben auch die folgenden Bücher gekauft: ðEine Nation auf dem Prüfstand. Die Goldhagen-These und die historische WahrheitÐ, Norman G. Finkelstein, Ruth Bettina Birn; ðKonterrevolutionäre Elemente sind zu erschießenÐ, Bogdan Musial; ðDas Ende der Tabus. Aufbruch in der ZeitgeschichteÐ, Rudolf Czernin; ðThe Holocaust Industry: Reflections on the Exploitation of Jewish SufferingÐ, Norman Finkelstein.«



Staatstheater Hamburg

Das Beste an den Bundestagswahlen ist die anschließende Elefantenrunde. Großes Schauspiel! Zu einer kleinen Elefantenrunde lud jetzt die Zeit ein. Klein deshalb, weil nur zwei Politiker geladen waren, und zwar Edmund Stoiber und Zeit-Mitherausgeber Helmut Schmidt, um die Zukunft der EU und die deutschen Interessen zu erörtern. Wir dokumentieren aus dem Staatstheater Hamburg:

»Schmidt: Da sitzen die Trittins oder Kühnasts (sic) aus 15 Ländern zusammen und beschließen irgendwas. Nehmen wir nur den Fall (...), als einer dieser Räte eine Direktive zur Beschaffenheit von Sitzen auf landwirtschaftlichen Traktoren in die Welt gesetzt hat ...

Stoiber: ... oder zur einheitlichen Feuerwehruniform ...

Schmidt: ... oder den Aufdruck auf meiner Zigarettenschachtel, wonach die europäischen Gesundheitsminister sagen: ðRauchen gefährdet die GesundheitÐ.

(...)

Schmidt: Der Europäische Gerichtshof hat zum Beispiel beschlossen, dass die Bundeswehr gefälligst Frauen als Soldatinnen einstellen soll. Es ist nicht zu begreifen, dass die sich das Recht anmaßen, in unsere Verfassung einzugreifen (...).

Stoiber (klatscht zustimmend): Völlig richtig, ich bin Ihnen sehr dankbar, Herr Schmidt, dass Sie bei dieser Grundfrage Bundeswehr so scharfe Worte finden.

(...)

Schmidt: Wenn ich mir als Franzose diesen monströsen Neubau des Kanzleramts in Berlin anschaue, dann ist das für mich die Bestätigung all meiner Soupçons.«



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