Brian Wilson zurück
Brian Wilson, das Mastermind der Beach Boys, Vorbild unzähliger Popmusiker und verantwortlich für einige der schönsten Popsongs, die jemals das Erdenrund erblickten, hat nach Jahren der Krise - Therapien, Therapeutenwechsel, Stunden vor dem Klavier und schlimmen Depressionen - wieder ein Lied komponiert. Die Weihnachtsfeier im Kindergarten seiner dreijährigen Tochter Delanie inspirierte Wilson zu dem Song »On Christmas Day«. Während die anderen Eltern mit ihren Kindern bastelten und spielten, lieh sich Wilson einen Bleistift, setzte sich in eine Ecke und schrieb das Stück. Am nächsten Tag rief er seine neue Band zusammen, und sie nahmen das Stück auf. Wer es hören möchte, kann es unter http://brianwilson.com herunterladen - dort sind auch die Bilder von der Aufnahmesession zu sehen; eine bezaubernde Homepage übrigens.
Unterseekabel verlegt
Wer sich »On Christmas Day« herunterlädt, setzt eine komplizierte Maschinerie in Gang. Prinzipiell wissen das natürlich alle, aber um die Tragweite der folgenden Meldung verstehen zu können, sollte man sich vergegenwärtigen, dass ohne die ungezählten Kabel, die unter der Erde und im Wasser liegen, all die ganzen kleinen Null/Eins-Informationen, die von Server zu Server jagen, irgendwann im Rechner landen und dann in Schallwellen umgewandelt werden, um unsere Herzen zu erfreuen, leider in Amerika bleiben müssten.
Die modernen Kabel bestehen aus Glasfasern. In Europa sind bereits einige Städte durch so genannte Ringe verbunden worden, das ist aber harmlos im Vergleich zu dem gigantischen panasiatischen Kabelnetz, das am 31. Dezember in Betrieb genommen wurden. Asia Global Crossing nennt es sich und ist ein Glasfasersystem aus ungefähr 21 000 Kilometer langen paarigen, vierpoligen Kabeln. Es ist auch ein sogenannter Ring, denn es besteht aus zwei Teilen, einem nördlichen Abschnitt, der Ajigura in Japan mit Harbour Point im US-Bundesstaat Washington verbindet, und einem südlichen Abschnitt, dessen Kabel von Shima in Japan über Grover Beach in Kalifornien nach Harbour Point verläuft. Auch zwischen den beiden japanischen Übergangspunkten gibt es eine Verbindung. Das Besondere an der Ringstruktur ist, dass sie ein automatisches Back-up-System hat, eine sogenannte selbstkorrigierende Fähigkeit, die im System eine Redundanz herstellt. Gibt es auf der einen Route eine Störung, stellt das System automatisch eine Verbindung über die andere her.
Berlin macht Peking Licht
Letztes Jahr inszenierte er an Silvester noch den Lichtdom rund um die Berliner Siegessäule, dieses Jahr führte er sein Spektakel in Peking auf: der Berliner Lichtkünstlers Gert Hof. Und das ist noch nicht alles: Als der chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin und die restliche Parteispitze im Westen Pekings beisammenstanden und das neue Jahr begrüßten, als 1 800 Statisten und zwei Dutzend Kostümgruppen tanzten und sprangen, als sich 500 Paare das Ja-Wort gaben, machte Klaus Schulze dazu die Musik. Da haben wir in Berlin ja noch mal Glück gehabt, dass hier Mike Oldfield engagiert worden war. Aber - metaphorisch gesprochen - ohne die Glasfaserkabel wäre es auch hierzu nicht gekommen. Eigentlich wechselt das Jahr in China an einem anderen Datum. So schauten 900 Millionen Menschen zu, als Hof - nach eigenen Angaben der »führende Lichtarchitekt der Welt« - einen 70 Kilometer hohen Lichtdom in den Himmel schoss.
Die wichtigsten Berliner des Jahres
Ganz ohne Netz kommt immer noch die Frankfurter Allgemeine Zeitung aus, die immer noch keine vernünftige Homepage hat. Dafür hat sie ihre Berliner Seiten, und die haben auf der letzten Seite ihr Register, eine Liste, wo Tag für Tag aufgeführt wird, wer auf welcher Seite vorkommt. Berliner des Jahres 2000 mit den häufigsten Erwähnungen ist Eberhard Diepgen, der ewige Bürgermeister der Stadt. Es folgen der Berliner Kultursenator Christoph Stölzl und der Ex-Staatskulturminister Michael Naumann. Auch Rainald Goetz kommt in den Top 100 vor, genauso wie der Nachwuchspianist und Dirigent Pascal von Stocki.
Robert Goetz gestorben
Was die FAZ auch meldet, ist der Tod des Herzchirurgen Robert Goetz. Er gilt als einer der Pioniere der Herzchirurgie und war der erste, der jemals eine Bypass-Operation durchführte. Das war 1960. Danach war er maßgeblich an der Entwicklung des ersten Herzschrittmachers beteiligt. Goetz wanderte nach der Machtergreifung der Nazis zuerst in die Schweiz, dann nach Südafrika aus, das er in den Fünfzigern jedoch wegen der Apartheid-Politik verließ, um in die USA zu gehen. In Südafrika faszinierte Goetz die Frage, wie Giraffen ihren Kopf um sechs Meter senken können, um zu trinken, ohne Komplikationen zu erleiden. Durch Untersuchungen stieß er auf Mechanismen, die sowohl das Gehirn als auch das Herz vor den Konsequenzen großer Druck- und Volumenbelastung schützen, Erkenntnisse, die ihm zugute kamen, als er die Herzchirurgie entwickelte. Goetz wurde 90 Jahre alt und starb in Scarsdale, New York.
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