Edmund Stoiber (59), bayerischer Ministerpräsident, seit 1968 verheiratet und Vater dreier Kinder, hat sich mit der Tageszeitung Die Welt über die Sache mit den Bienen und den Deutschen unterhalten. Jungle World dokumentiert das Gespräch mit kleinen Auslassungen und Umstellungen:
Welt: »Sie meinen, uns fehlen die Kinder?«
Stoiber: »Ja, weil der Staat nicht in allen Teilen der Republik mit der nötigen Härte und Konsequenz gegen Extremismus jeder Art vorgegangen ist. Mir erscheint ein Verbot der NPD unausweichlich. Leider gab es in den letzten Jahren nur noch wenige Länder, die wie Bayern den Verfassungsschutz, der ja dem Schutz der Demokratie dient, unterstützen.«
Welt: »Zurück zu den Kindern: Der Staat kann sie nicht zeugen.«
Stoiber: »Wer so argumentiert, hat kein Vertrauen in einen starken Staat. Aber wir brauchen einen Staat, der hart durchgreift. Appelle mögen noch so gut gemeint sein, aber sie helfen nicht.«
Welt: »Dennoch sind die Vorbehalte zahlreich.«
Stoiber: »Jetzt muss der Bundesinnenminister bis spätestens Oktober alle Erkenntnisse der Verfassungsschutzämter zusammentragen, damit die Innenminister von Bund und Ländern bereits bei ihrer nächsten Sitzung eine Entscheidungsgrundlage haben.«
Welt: »Das Wort Bevölkerungspolitik gilt seit der Nazi-Zeit als Tabu.«
Stoiber: »SPD und Grüne haben in den letzten Jahren gegen jede Initiative Bayerns Misstrauen gesät. Diese Haltung muss überwunden werden. Warum kommen solche Anträge künftig nicht einmal aus Magdeburg oder aus Brandenburg?«
Welt: »Zuwanderung könnte das Problem der Überalterung doch auch lösen.«
Stoiber: »Das wäre ja ein absolutes Armutszeugnis. Das ist ja ein Argument für den schwachen Staat. Wir haben zu wenig Kinder. Als Vertreter der Politik haben wir die Pflicht, eine positive Haltung zu den notwendigen Maßnahmen des Staates auch deutlich zu machen.«
Welt: »Sind sie damit rückblickend zufrieden? Reicht die Zeit noch?«
Stoiber: »Auch hier gilt die alte Fußballerweisheit: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.«
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