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Frauenquietschen

Die ersten Computer-Sexspielchen gab es für den C-64. Eines hieß "Strip-Poker". Darin mußte man gegen eine schwarz-weiß gezeichnete, vollständig angezogene Frau Poker spielen, die sich jedes Mal, wenn sie einen Durchgang verloren hatte, ein Kleidungsstück auszog, das sie nach einem gewonnenen Spiel sofort wieder anzog. Das dauerte, aber irgendwann war es geschafft und die Frau nackt. Weil die meisten Spieler aber schon vorher wußten, wie eine nackte Frau aussieht, war das Strip-Pokern eine eher öde Angelegenheit.

Wie eigentlich die meisten die C-64-Spiele, die dem eigentlich recht eindeutigen Begriff "Wichsen" eine völlig neue Dimension verliehen: Wichsen, das war das, was man mit dem Joystick tat, wenn es darum ging, Sportspiele zu gewinnen. Die Männchen ließen sich nur durch kontinuierliches, schnelles Hin und Her-Gerubbel bewegen, was auf Kurzstrecken noch recht einfach war, spätestens beim Biathlon jedoch zu ernsten Verkrampfungen führte und den 10 000-Meter-Lauf zur Qual machte: Der dauerte gute 15 Minuten, 15 Minuten voller Rumgezuppel am Joystick, die immer mit Muskelkrämpfen und totaler Erschöpfung endeten, weswegen die Langstrecke auch nur sehr selten absolviert wurde.

Mit dem Aufkommen besserer Rechner und Spiele war auch mit dem Joystick-Gerubbel Schluß, denn den brauchte man höchstens noch für Flugsimulations-Spiele, den Rest erledigen Maus oder die Tastatur.

Sexspielchen gibt es jedoch immer noch, z.B. im Internet. In der Regel gehen die so: Man kann zwischen verschiedenen Frauen (in Farbe) aussuchen. Dann zieht man sie aus (mit einfachem Mausklick). Die Frau quietscht. Ist sie nackt, kann man sie anfassen. Die Frau quietscht ein bißchen lauter. Je nach Spielversion kann man ihr nun verschiedene Kostüme anziehen, die allesamt den Unterleib nicht bedecken, oder eben nicht. Schließlich kann man verschiedene Gegenstände in sie hineinstecken, die allesamt Geräusche wie beim Zahnarzt machen. Während die Frau quietscht. Jetzt hört sie damit aber nicht mehr auf, egal was man macht. Und so geht das, Gerätewechsel inklusive, ewig lang weiter. Während in der einfacheren das Spiel erst beendet ist, wenn man vom Brumm-ssss-quietsch-summ genug hat und das Game durch Kurzbefehl stoppt, muß man in der aufwendigeren Version eine Mission erfüllen, das heißt die Frau muß zum Orgasmus kommen. Ein Pegel zeigt an, wie weit man damit schon ist, wobei es recht lange dauert, die Dame in den roten Bereich zu bringen, dann jedoch hat man relativ wenig Arbeit mit ihr und nach ein paar besonders lauten Quietschern ist auch schon Schluß.

Männer ausziehen scheint nirgendwo vorzukommen, was aber nicht weiter schlimm ist, denn die würden sich a) auch nicht besser anhören als die weiblichen Computer-Sex-Partner und b) hatte man sich ja nach den schrecklichen 10 000-Meter-Läufen damals mit dem C-64 sowieso geschworen, nie wieder seine Handgelenke zu strapazieren, bloß damit ein Mann vorankommt.


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