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| | Bananenernte
"Junta" ist wie das wirkliche Leben: Hauptziel ist es, möglichst viel Kohle auf's Bankkonto in die Schweiz zu schaffen. Und zwar bevor die Attentäter gegnerischer Familien-Clans zuschlagen oder putschende Generäle einen von dem gemütlichen Sessel des Staatspräsidenten verjagen. Denn dann ist das zusammengeheimste Geld verloren, richtig sicher ist es eigentlich nur im Ausland. Das Ausland ist in jener "Bananenrepublik", wo "Junta" spielt, sowieso einer der wichtigsten Faktoren: Jede Spielrunde fließen von dort etliche MPs (Millionen Pesos) ins Land, die der Präsident dann in Form eines "Haushalts" möglichst ungerecht verteilt. Genauso wichtig sind aber auch Einflußkarten - Konservative, Arbeiter, Monarchisten, Radikale, Christdemokraten, Kirche, Bauern usw. -, denn die bedeuten Pro-Stimmen. Ohne die kein Amt, ohne Amt keine Kohle, ohne Kohle keine Attentatsversuche, ohne Präsidenten-Leichnam keine Neubesetzung. Ganz realistisch auch die Ereigniskarten: "Studenten verteilen Flugblätter gegen die Unterdrückung" oder "Uno beklagt Menschenrechtsverletzungen" hat keinerlei Auswirkungen aufs Spiel. Bei "Junta" kann man also nicht nur die Sau rauslassen, sondern muß sogar ein Schwein sein, um überhaupt eine Chance zu haben. Denn was am Ende nicht in der Schweiz auf dem Konto liegt, ist verloren. Wie häufig man zwischendurch dabei draufgeht, ist hingegen egal. Wie im wirklichen Leben halt.
Junta, ASS Verlag, ca. DM 39 |