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Ausland: NachrichtenFatale falsche Fehler Rußlands Präsident Boris Jelzin nannte die Oktober-Revolution von 1917 zu ihrem 80. Jahrestag einen "fatalen historischen Fehler". Ausgehend davon, müsse man aber versuchen, eine Brücke in die Zukunft zu schlagen. So heißt der 7. November (nach dem alten russischen Kalender der 25. Oktober) in seinem Lande nur mehr "Tag der Eintracht und Versöhnung". Für jene, die am vergangenen Freitag der Revolution gedachten, ist die Revolution nicht Fehler, sondern Zukunftsmusik. Nach offiziellen Berichten waren es 20 000, nach eigenen Angaben zwischen 200 000 und 300 000 Menschen, die Sowjetfähnchen sowie Plakate Lenins und Stalins schwenkend in Moskau dem KP-Chef Gennadij Sjuganow lauschten, als dieser verkündete: "Rußland wird groß und sozialistisch sein." Für das Londoner Auktionshaus Sotheby's bedeutet die Oktober-Revolution vor allem Kohle. Eine fünf Tonnen wiegende Statue Lenins brachte man passend zum Jahrestag unter den Hammer. Erwarteter Versteigerungspreis: Umgerechnet mehr als 50 000 Mark. Sprengstoff in IRA und Sinn Féin Aus der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) sind 20 führende Mitglieder ausgestiegen. Bei einer Versammlung der IRA-nahen Sinn Féin in Dundalk verließen mindestens zwölf Mitglieder die Partei - aus Kritik an den Gesprächen zwischen der IRA-nahen Sinn Féin, der loyalistischen Unionist Ulster Party, sowie den Regierungen in Dublin und London. Bei den Gesprächen geht es nicht so richtig voran. Ein Sprecher der katholisch-sozialdemokratischen SDLP rechnet mit Schwierigkeiten, wenn bis Ende dieses Monats keine Fortschritte erzielt würden. Sinn Féin und SDLP zweifeln auch an der Ernsthaftigkeit der Unionisten, wirkliche Verhandlungen führen zu wollen: Bei den Gesprächen ist lediglich deren zweite Garnitur anwesend. Angeblich soll sich keiner der IRA-Abtrünnigen der Abspaltung Continuity Army Council angeschlossen haben, die vor etwa zwei Wochen erfolglos versucht hatte, mit dem - bislang IRA-typischen - Sprengstoff Semtex das Kraftfahrzeugamt von Derry zu attackieren. Tote wählen Beduinen Jordanien hat gewählt. Eindeutige Gewinner der Wahlen vom 4. November sind die zumeist königstreuen Beduinen. 68 Abgeordnete werden sie in das 80 Sitze umfassende Parlament entsenden. Wen wundert's: Nahezu alle Oppositionsparteien hatten zum Wahlboykott aufgerufen, dem über die Hälfte der Bevölkerung folgte. Politische Beobachter sagten, das Volk habe das Vertrauen in das Parlament verloren, weil die wichtigsten Entscheidungen von der Staatsführung ohne Beteiligung der gewählten Volksvertreter getroffen würden. Ihren Boykott begründete die Opposition damit, daß neben dem Parlament ein Senat existiere, dessen 40 Mitglieder - ebenso wie die Regierung - vom König bestimmt würden. Außerdem hätten wichtige politische Themen, wie die von einem Großteil der Bevölkerung abgelehnten Friedensverträge mit Israel, im Wahlkampf nicht diskutiert werden dürfen. Doch der Aufruf zum Wahlboykott der Opposition reichte den Beduinen zur Sicherung des Wahlerfolgs nicht aus: Die königstreuen Wahlbezirke im Süden des Landes benötigen nur 10 000 Stimmen, um einen Abgeordneten ins Parlament zu entsenden, während in den Wahlbezirken der Palästinenserlager ein Abgeordneter 45 000 Stimmen brauchte. Trotz dieser zusätzlichen Absicherung wurden Kandidaten mit ganzen Paketen von Wahlscheinen gesichtet. Am Ende war die Anzahl der Wähler größer als die Einwohnerzahl Jordaniens. Fernöstliches Personalchaos Nach den Börsenkursen purzeln in Asien nun auch Köpfe. So mußte Thailands Ministerpräsident Chaovalit Yongchaiyut seinen Hut nehmen, nachdem ihm zuvor das gesamte Kabinett davongerannt war. Am vergangenen Sonnabend wurde er durch den bisherigen Oppositionsführer Chuan Leekpai ersetzt. Keineswegs besser ergeht es Kim Young-sam, dem Präsidenten Südkoreas. Zwar bleibt er noch bis Jahresende im Amt, doch nachdem ein Teil seiner Gefolgschaft die Partei verließ, um unter der Führung von Rhee In-je eine neue Organisation ins Leben zu rufen, mußte auch Kim gehen. Der Staatschef verließ die eigene Partei, die sich nun ebenfalls einen neuen Namen gegeben hat, um ihre Wahlchancen für den Urnengang am 14. Dezember zu verbessern. Als aussichtsreichster Kandidat gilt aber nach wie vor der Oppositionspolitiker Kim Dae-jung. In Indonesien hat die "asiatische Grippe" inzwischen die Schließung mehrerer Banken nach sich gezogen - gegen den ausdrücklichen Protest der Familie von Staatsoberhaupt Suharto, der ein Teil dieser Geldinstitute gehörte. Präsidentensohn Bambang Trihatmodjo will den Finanzminister und den Notenbankchef des Landes wegen dieser Maßnahme, die als wichtige Voraussetzung für ein bis zu 50 Milliarden Mark umfassendes Hilfspaket des Internationalen Währungsfonds gilt, verklagen. Bisher hatte die Suharto-Familie bei ihren Finanzgeschäften freie Hand und zählt somit nicht ohne Grund zu den reichsten der Welt. Deutsche Minderheit in Slowenien ist tot Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) ist sauer auf Slowenien. Dort soll es eine deutschsprachige Minderheit geben, in der die Rechtsaußenpartei offenbar ein Mobilisierungspotential vermutet. Immerhin hätten sich bei einer Volkszählung im Jahre 1991 ganze 1 544 Bewohner des ehemals zu Jugoslawien gehörenden Landes als Deutsche bezeichnet. 5 205 weitere seien "Steierer" und 74 835 Personen meinten, sie seien "nicht zum Slowenentum gehörig". Die FPÖ will von Slowenien jetzt die offizielle Anerkennung der "Altösterreicher" und der "deutschsprachigen Gottscheer Volksgruppe" erwirken - unter Hinweis auf die "bestens geschützte slowenische Minderheit in Österreich". Die Regierung in Ljubljana ist von der Wiener Politik nicht sehr begeistert, und so entgegnete Außenminister Frlec, "eine deutschsprachige Minderheit in Slowenien kenne ich nicht". Endgültig auf die Palme brachte die deutschtümelnden FPÖ-Politiker eine Karikatur in der slowenischen Tageszeitung Vecer. Diese zeigte mehrere Grabsteine mit der Aufschrift "Hier ruht die deutschsprachige Minderheit". Soldaten sind Loser Zumindestens in Spanien. Weil die dortige Armee stufenweise zum Berufsheer umgewandelt wird, sinkt der Bedarf an wehrpflichtigen Soldaten. Per Losentscheid werden diesen Monat daher 15 000 junge Männer ausgewählt, die keinen Wehrdienst leisten müssen. Nur die Verlierer der ungewöhnlichen Lotterie haben demnächst in den Kasernen des Landes strammzustehen.
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