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UPS-Fahrer wollen sicherere Jobs 

Der US-amerikanischen Transportarbeitergewerkschaft Teamster's Union ist es völlig egal, daß sie ein bißchen spät dran ist mit ihrer Kritik an neoliberalen Strukturen. Auch daß die gegenwärtige Anstellungspraxis des Post- und Paketdienstes UPS - seit 1993 wurden mehr als 90 Prozent der neu Eingestellten mit Teilzeitverträgen abgespeist - voll im nationalen Trend liegt. "Wir können uns das so nicht mehr gefallen lassen", heißt es jetzt. Und so gilt der Streik der 185 000 UPS-Fahrer um mehr Festanstellungen nicht nur dem eigenen Unternehmen. Er ist ein Musterstreik für moderne Arbeitskämpfe, in denen es um die Erhaltung wenigstens minimaler sozialer Sicherheit in Zeiten von Outsourcing und Flexibilisierung geht. Und für die Teamster's ist er die Nagelprobe: Haben die in den letzten Jahrzehnten so schwachen US-Gewerkschaften eine Chance, wieder an Einfluß zu gewinnen? 
 

IG Metall Bayern kungelt mit dem Feind 

Nicht nur IG-Chemie-Oberhaupt Hubertus Schmoldt oder IG-Bau-Vorsitzender Klaus Wiesehügel, sondern auch DGB-Chef Dieter Schulte schlagen immer öfter über die Stränge und pragnern lieber gemeinsam mit dem Kapital die Sturheit der Bundesregierung an, als bei ihren Leisten, sprich: Interessenvertretung der Lohnabhängigen zu bleiben. Das hat der IG Metall in Bayern offenbar nicht genügt. Sie klingelte eim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer an. Mit bösem Ergebnis: Dieser Tage legten beide Vereine ein gemeinsames Positionspapier für eine "neue Industriekultur" vor. Ziel: "Mehr Beweglichkeit bei den Tarifverträgen", sprich: Abschied vom Flächentarif. 
 

Bankenfusion auf Kosten der Anleger 

Das haben sich die Bayerische Hypobank und die Bayerische Vereinbank sowie die bayerische Landesregierung prima ausgedacht. In ganzseitigen Anzeigen werben sie derzeit bei ihren Anteilseignern für den Aktientausch, denn die Fusion kann nur zustande kommen, wenn mindestens 40 Prozent der Hypo-Anteile schon vorher zur Vereinsbank wechseln. Das Angebot: Sechs Bayerische Hypo gegen eine Allianz aus dem Besitz der Vereinsbank, macht beim derzeitigen Stand einen Gewinn von ein paar Prozent. Der Haken: Das Umtauschverhältnis ist willkürlich, kein Mensch weiß heute, wie die Unternehmen nach der Fusion bewertet werden. Und der Tausch ist innerhalb der Spekulationsfrist genauso steuerpflichtig wie ein Aktienkauf - für die Anleger, die Vereinsbank spart hingegen fünf Milliarden Mark an Steuern. 
 

Gute Chemie 

Wer sagt's denn: Der Dollar steigt und steigt und steigt. Ein schlichter Zwei-zu-eins-Kurs dürfte dem altlinken deutschen Sextouristen auf Kuba nicht nur die Umrechnung der Preise erleichtern, sondern auch für gute Chemie in der deutschen Chemie-Industrie sorgen. Für 1997 erwartetet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) jetzt ein Produktionswachstum von vier Prozent. Während die Währungsentwicklung für eine spürbare Belebung der Auslandsnachfrage sorgt, macht sich der VCI Sorgen wegen dem sinkenden privaten Verbrauch im Inland. Jungle World fragt besorgt: Müssen die Deutschen angesichts sinkender Realeinkommen erst zu Schmuddelkindern verkommen, ehe Bonner Politiker aufwachen und ihren Sparkurs revidieren, auf daß mit Wasch- und Reinigungsmitteln nicht mehr gegeizt werden muß? Unästhetisch, so ein Ungewaschener, nicht nur in Havanna oder Varadero! 
 

Schmutzig, schmutzig ... 

... bleibt es auch in den Lüften. Vier Monate vor dem Weltklimagipfel in Japan gab es auf der Bonner Uno-Vorbereitungkonferenz keine Fortschritte bei der Verringerung der Treibhausgase. Grund: Die USA und Japan weigerten sich, über feste Minderungsziele für Treibhausgase zu sprechen. Sie wollen den Dreck dort verringern, wo es am billigsten und Einfluß zu sichern ist. Schließlich muß, wer vor fremden Türen kehren will, erst einmal in den Garten gelassen werden. In einem alten Kraftwerk in Indien könne schließlich durch den Bau eines Filters mehr Dreck vermieden werden als durch teure Nachrüstung einer Anlage in den USA, meinen die amerikanischen Öko-Imperialisten. Die deutschen finden das doof: Sie wollen ein bißchen CO2 im Norden reduzieren und vor allem hier ihre Filtertechnologien verkaufen. 
 

In den wenig aparten Karpaten ... 

... sind 17 verlustreiche Staatsbetriebe dichtgemacht worden. 29 000 Rumänen würden dadurch arbeitslos, bedauerte der Bukarester Ministerpräsident Victor Ciorbea. Und lieferte gleich den Trost hinterher, mit dem auch linke IWF-Freunde die Opfer der Fonds-Diktate zu bedenken pflegen. Nicht sein Kabinett habe diese "harte Entscheidung getroffen, sondern die Marktwirtschaft". Merke: Der Henker macht auch nur seinen Job. 
  •  Die Nachrichten wurden von B. Willms und R. Rother zusammengestellt.

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