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Terror in Jerusalem 

Einen Tag nach dem Selbstmordattentat in Jerusalem hat die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am vergangenen Donnerstag eine militärische Intervention in den Autonomiegebieten gegen palästinensische Extremisten angekündigt, falls Palästinenser-Präsident Yassir Arafat die Lage nicht in den Griff bekomme. Dessen Unterhändler Nabil Schaath sagte, ein solcher Schritt käme einer "Kriegserklärung" gleich. Bei dem Anschlag waren 15 Marktbesucher sowie die beiden Attentäter getötet und mehr als 150 zum Teil lebensgefährlich verletzt worden. Die islamistische Hamas übernahm in einem Bekennerschreiben, dessen Echtheit vom zweiten Vorsitzenden der politischen Hamas-Organisation bezweifelt wurde, die Verantwortung für das Attentat. Die zwei Tage vor dem Anschlag verkündete Wiederbelebung der Verhandlungen mit der Autonomiebehörde wurden von der israelischen Regierung ausgesetzt. 

Unterdessen haben 16 Minister der palästinensischen Autonomie-Regierung am Freitag Arafat ihren Rücktritt angeboten. Einige Tage zuvor hatte ein Untersuchungsausschuß des palästinensichen Parlaments einen Bericht vorgelegt, nach dem rund ein Drittel des Etats der Autonomiebehörde "fehlgeleitet" worden sei. Der Aufbau eines neuen Staates folgt offensichtlich den strukturellen Vorgaben der kapitalistischen Wertegemeinschaft. 
 

Happy birthday, dear President 

Am 28. Juli durfte Alberto Fujimori offiziell seinen 59. Geburtstag feiern und die peruanischen Staatsbürger am gleichen Tag den peruanischen Nationalfeiertag. Bei seinem jährlichen Rechenschaftsbericht vor dem Kongreß vermißte die NZZ eine Distanzierung des Präsidenten mit zweifelhafter Staatsangehörigkeit von der Armee unter General Hermoza und dem Geheimdienst unter Montesinos, während sie gleichzeitig von dem bestehenden Verdacht berichtet, daß "Helfershelfer Fujimoris - mit Montesinos an der Spitze - im Vorfeld der Wahlen von 1990 die Spuren einer angeblichen Geburt in Japan verwischt hätten". In Japan geboren, wäre er jetzt mindestens 63 Jahre alt, da seine Eltern 1934 nach Peru auswanderten. 
 

Labours neuer Kurs 

Mit der Zustimmung zum Verkauf von 16 Hawk-Kampfjets an die indonesische Militärjunta hat die britische Labour-Regierung Anfang vergangener Woche ihre Vorstellungen von einer neuen, auf "moralischen Prinzipien" beruhenden Außenpolitik präzisiert, die sie Mitte Juli vorgestellt hatte. Der indonesische Staat möchte auch gerne deutsche U-Boote kaufen, was laut indonesischem Marinechef Arief Kushariadi im September schriftlich vereinbart werden soll. 
 

Erfolge im "Krieg gegen Drogen" 

Ende Juli hat die mexikanische Wochenzeitung Proceso geheime Unterlagen aus dem Verteidigungsministerium veröffentlicht, nach denen gegen 34 hohe Offiziere der Streitkräfte wegen des Verdachts auf Zusammenarbeit mit der Drogenmafia ermittelt wird. Erst im Februar war General Gutierrez Rebollo, seines Zeichens oberster Drogenfahnder in Mexiko, wegen angeblicher Kollaboration mit mit dem Drogenchef Amado Carrillo verhaftet worden. Die zunehmende Militarisierung der Drogenpolitik in Mexiko trägt Früchte. 
 

Lukaschenko nicht in Kaliningrad 

"Lukaschenka sagt wegen Spannungen mit Rußland Besuch in Königsberg ab", titelte die FAZ am Samstag. Jungle World fragt, was der autoritäre Präsident Belorußlands in der deutschen Exklave überhaupt zu suchen hat. 
 

Asean-Regionalforum beendet 

Mit einem fröhlichen Hauen und Stechen ist das Treffen der neun Asean-Staaten und des Asean-Regionalforums in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur letzte Woche beendet worden. Malaysias Ministerpräsident Mahathir machte den originellen Vorschlag, die Erklärung der UN-Menschenrechte umzuformulieren, da sie die "Nöte" der armen Länder nicht berücksichtige - das heißt, die "Nöte" der jeweiligen herrschenden Klasse. 

Myanmar (Burma), das von einer Militärjunta beherrscht wird, wurde als neues Mitglied in den Asean-Verband aufgenommen. US-Außenministerin Albright nörgelte, die Junta respektiere die Menschenrechte nicht und profitiere vom Drogenhandel. Kritik kam auch aus der EU, deren wirtschaftliche Interessen in Myanmar ebenso gering sind wie die der USA. Kambodscha hingegen wurde die Aufnahme in den Asean-Club verweigert, in erster Linie aus Furcht vor einem Bürgerkrieg im Land, der sich auf die Nachbarländer ausweiten könnte. 
 

Dem Drachen geht die Puste aus 

Stützkäufe der thailändischen Regierung in Höhe von vermutlich fünf Milliarden Dollar konnten nicht verhindern, daß die Notierung der Landeswährung Baht um mehr als ein Fünftel absackte, seit dessen Dollarbindung vor einem Monat aufgehoben worden war. Vergangene Woche kapitulierten Premier Chavalit Yongchaiyut und sein Kabinett: Thailand, das sich eine Einmschung des Auslandes in seine Wirtschaftspolitik immer hartnäckig verbeten hatte, ersuchte den Internationalen Währungsfond (IWF) um Hilfe und zeigte sich bereit, dessen strikte Auflagen zu akzeptieren. Der Baht zog die anderen Währungen der Emerging Markets der Region mit sich: Auch der malaysische Ringit und der philippinische Peso verloren sehr stark an Wert, die indonesische Zentralbank intervenierte letzte Woche gar mit einer Milliarde Dollar auf dem einheimischen Finanzmarkt, nachdem der Kurs der Landeswährung Rupiah in Dollar ebenfalls um ein Fünftel gefallen war. 

Ein halbes Jahr zuvor hatte es bereits in dem Gebälk einer anderen Nationalökonomie der kapitalistischen Wunderkinder in Südostasien geknackt: Hanbo, der zweitgrößte Stahlkonzern Südkoreas, meldete Bankrott an, wodurch sich die Regierung des Landes gezwungen sah, umgerechnet 11,4 Milliarden Mark an Firmenkrediten bereit zu stellen, um eine Pleitewelle zu verhindern. Es war ein unsanftes Erwachen aus einem kapitalistischen Traum: Zu den Wirtschaftswachstumsraten der südostasiatischen Schwellenländer von häufig acht Prozent und mehr blickten lange Jahre sämtliche Regierungen der Welt ehrfürchtig empor. Für die Metropolen war es der Beweis, daß der Kapitalismus vor Kraft strotzte, die Länder der Peripherie sehnten sich sich danach, es den "vier kleinen Tigern" und "vier kleinen Drachen", wie sie zärtlich genannt wurden, gleichzutun. Vieles deutet darauf hin, daß diese Krisen nur ein Anfang sind und die während des kometenhaften Aufstiegs hektisch gezimmerten Gerüste dieser Nationalökonomien vom Einsturz bedroht.

  •  Die Nachrichten wurden von B.Beier und F. Geiger zusammengestellt 

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