|
Für den Bund Freier Bürger (BFB), der um die
rassistisch, neoliberal und revanchistisch eingestellten
WählerInnen buhlt und vom ehemaligen FDP-Funktionär
Manfred Brunner geführt wird, lehnt sich nun auch
Siegfried Pelz aus Wyk auf Föhr aus dem Fenster. In
einer Anzeige im Flensburger Tageblatt Ende Mai forderte er
u.a. den Rücktritt von Kohl und Waigel. Pelz ist
Landesvorsitzender des BFB-Landesverbandes
Schleswig-Holstein.
Erneut hat sich im Juni 1997 der Verleger antisemitischer
Literatur, Roland Bohlinger (Viöl), mit einem
Bettelbrief an seine Kundschaft gewandt. Zu stark
vergünstigten Preisen kann jede Menge Hetzliteratur
erworben werden, damit Bohlinger dringend benötigtes
Bargeld erhält.
Wegen zweifacher Volksverhetzung hat das AG Eckernförde
Mitte April Horst Ochmann (Groß Wittensee) zu einer
Geldstrafe von 7.200.- DM verurteilt. Ochmann ist Herausgeber
des Anzeiger der Notverwaltung des Deutschen Ostens im
Deutschen Reich und hatte darin antisemitische Ansichten
verbreitet und den Massenmord an den Juden sowie die Existenz
der Vernichtungslager der Nazis in Zweifel gezogen.
Zu 18 Monaten Haft wegen sexueller Nötigung wurde Ende
April der Norderstedter Neonazi Michael Hüfner
verurteilt. Bereits im Juni 1993 war er u.a. wegen versuchter
schwerer Brandstiftung in vier Fällen, Verstoßes
gegen das Waffengesetz, Beleidigung und Verwendung von
Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verurteilt
worden. Auf Hüfners Konto ging eine ganze Reihe von
Anschlägen unter dem Zeichen der gewalttätigen
US-amerikanischen Rassistengruppe KuKluxKlan. Hüfner
gehörte einer etwa elfköpfigen Gruppe an, die sich
1991 unter dem Namen Blut und Ehre Division gegründet
hatte.
In die aktuelle Diskussion über die Macht der Banken hat
sich kürzlich auch der Kieler Politik-Professor Dr.
Werner Kaltefleiter eingemischt. In einem Beitrag für
das Flensburger Tageblatt betont er, daß die Banken
sich - wie andere Unternehmen auch - an ökonomischen
Gesetzen zu orientieren hätten. Demonstrationen von
Betriebsräten und Gewerkschaften vor Banken seien
„Aktionismus”. Kaltefleiter, in der Vergangenheit
u.a. bekannt geworden durch seine Kontakte zu bewaffneten
antikommunistischen Banditen in Mosambique und zur
faschistischen Mun-Sekte, plädiert dafür, den
Marktkräften freien Lauf zu lassen, da sie
gewissermaßen naturhaft und unveränderbar seien:
„Der Aufbau des Pappkameraden von der Macht der Banken
ist somit nichts anderes als ein Aufbegehren gegen die Macht
des Marktes, ein Aufbegehren, das genauso sinnlos ist wie der
Versuch, einen Fluß daran zu hindern, seinen Weg zum
Meer zu finden.”
Martin Kröger, Nazi-Schläger aus Kiel, treibt sich
häufig in Eckernförde herum. Dort war er am 2. Mai
an einer Attacke gegen Punks beteiligt, von denen einer nach
Schlägen und Tritten mit Verdacht auf Hirnschäden,
angebrochenem Kiefer und gebrochener Nase auf die
Intensivstation eingeliefert wurde. Eine Woche später
verhinderte die Polizei, daß Kröger von
AntifaschistInnen zur Rede gestellt wurde.
„Deutschland braucht eine
‘Generalreform’” überschrieb Anfang
März der CDU-Rechtsaußen Uwe Greve (Kiel) einen
Kommentar in der reaktionären Tageszeitung Die Welt.
Darin beklagt er, daß die Kohl-Regierung die Umsetzung
der 1982 versprochenen ”geistige(n) Wende”
vermissen lasse und noch immer ein
„Gießkannensozialismus” herrsche. Der Abbau
sozialer Errungenschaften, die Beseitigung demokratischer
Grundrechte (Asylrecht) und die Aushebelung von
Tarifverträgen sind dem langjährigen Vorsitzenden
der revanchistischen Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der
CDU (OMV) in Schleswig-Holstein nicht genug - er will eine
”Generalreform”, die all dies weitertreibt zu
einer anderen Gesellschaft. Greve’s Artikel endet wie
folgt: „Viele wissen nicht, was das heißt: das
Ende unserer Demokratie.” Greve scheint es zu wissen -
und zu wollen ?!
Die Junge Union (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hat sich
der Kampagne gegen die Bodenreform, die nach 1945 in der
späteren DDR eingeleitet wurde, angeschlossen. Als
Vorsitzender zeichnet Daniel Günther verantwortlich
für eine große Anzeige, die im März 1997 in
der Tageszeitung Die Welt erschien. Die demokratisch
zustandegekommene Enteignung der Junker, die sich als
Steigebügelhalter der Nazis betätigt hatten, wird
seit einigen Monaten offensiv von Teilen der CDU, FDP und von
Faschisten bekämpft.
„Das andere deutsche Nachrichtenmagazin”,
Nachfolger der antisemitischen Monatszeitschrift CODE, wurde
im November 1995 eingestellt. Seit August 1996 bemüht
sich Dietmar Munier, Verleger faschistischer Literatur und
revanchistischer Aktivist in der Region Kaliningrad, darum,
das Magazin neu herauszubringen.
(hier wurde am 30.06.2007 nach Androhung rechtlicher Schritte
ein Absatz über den Deutschen Kreuzorden zensiert)
Gleich zweimal war der Holsteiner Courier (Tageszeitung
für Neumünster) im März Forum für Walter
Jöhnk aus Wasbek. Ähnlich wie die an dem
Antisemiten und Frauenfeind Silvio Gesell orientierte
Freisoziale Union (FSU) verbindet er radikal daherkommende
Sprüche („gehören die Verantwortlichen
für dies System ... vor Gericht!”) mit sozialer
Demagogie („Aussetzung der Zinszahlungen an die
Kapitaleigner”). Hoffnung setzt Jöhnk auf
„Jugend-Initiativen”; unter diesem Namen ist
in/um Rendsburg seit einiger Zeit eine Gruppe junger
Faschisten aktiv.
Falk Osberger, Redakteur der Kieler Nachrichten, ist
aufmerksamen LeserInnen dieser Lokalzeitung wegen seiner
rassistischen Kommentare inzwischen bekannt. Selbst die
Überlegungen der FDP, ein Einwanderungsgesetz zu
schaffen, das die Zuwanderung von Menschen entsprechend den
Interessen der Wirtschaft regeln soll (und daher zugleich
weiter verschärfte Abschreckungs- und Abschiebepraxis
beinhalten wird), geht ihm zu weit. Er befürchtet,
daß eine entsprechende Regelung „nur neue
Wünsche” weckt.
Thekla Kosche, „Gothmag 99“, von der in Bad
Segeberg stationierten ASGARD BBS-Mailbox ruft im
abgespaltenen Teil des Thule-Netzes ihre Kameradinnen und
Kameraden zu Verstärkung ihrer
Anti-Antifa-Aktivitäten auf. Die Sammlung von
Informationen über „Linke Drahtzieher und
Anstifter“, zu denen Kosche Lehrer, Sozialarbeiter,
Journalisten, Erzieher und Studenten zählt, solle dem
Ziel dienen, „Aktionsfreiräume“ für
„erfolgreiches Handeln“ zu schaffen. Kosche
fordert ihre Mitkämpferinnen und -kämpfer auch dazu
auf, zu Veranstaltungen „der Linken“ zu gehen:
„Das erfordert natürlich so viel Feingefühl,
da nicht in ‘Faschokostümierung’
aufzukreuzen, aber das dürfte ja wohl klar
sein.“
Der neue Kreisvorsitzende der Lübecker REPs heißt
Torsten Mey. Bislang kaum in Erscheinung getreten, wachsen
zwei versuchte Veranstaltungen in Lübeck-Moisling auf
seinem Mist. Unklar ist, ob es auch an seiner Person liegt,
daß die REPs und die NPD eine braune Einheitsfront
gebildet haben.
Als Anhänger eines „dritten Weges zwischen
Kapitalismus und Kommunismus”, bezeichnet sich der
Oldesloer Unternehmer Dr. Frank Schepke. Dies ist auch der
Slogan der Freisozialen Union (FSU), die sich
maßgeblich an dem Antisemiten und Frauenfeind Silvio
Gesell orientiert. Als Einstieg in ein „anderes
Wirtschaftssystem” können sich die in seinem
Unternehmen tätigen Lohnabhängigen Teile des Lohns
in Naturalien auszahlen lassen. Die entsprechende Idee einer
Tauschbörse findet derzeit bundesweit zunehmend
Interessierte und wird von der FSU gefördert.
|