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Monatszeitung für Selbstorganisation

 

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Wirtschaftspolitik II

Stadtteilnahe Wirtschaftspolitik

I Ziele

Wirtschaftspolitisches Oberziel ist die Förderung des "kooperativen Wirtschaftens" zwischen kleinen und Kleinstbetrieben. Dabei kann es nicht nur darum gehen, dies auf selbstverwaltete Betriebe zu beschränken, vielmehr sind kooperationswillige - mehr traditionell ausgerichtete - Betriebe mit einzubeziehen.

Kleinteilige Gewerbestrukturen sollen gestützt und ausgeweitet werden, arbeitsintensive Sektoren gegenüber kapitalintensiven bevorzugt werden.

Initiativen zu Neugründungen von Betrieben sind an den Bedürfnissen der Wohnbevölkerung (des Stadtteils) und dem Qualifikationsniveau der Arbeitslosen auszurichten.

Wirtschaftspolitische Maßnahmen sollen nicht zu einer permanenten Staatsintervention führen, sondern im Sinne von "Hilfe zur Selbsthilfe" Projekte anschieben und unterstützen.

Bei aller Regionalität sind auch Wechselbeziehungen zwischen Wirtschaftskreislauf des Stadtteils und der Gesamtwirtschaftslage zu berücksichtigen.

II Umsetzung

Ein erster Schritt zur Organisierung regionaler Wirtschaftsstrukturen ist der Aufbau einer Koordinationsstelle (Gewerbeladen). Dort sollte eine

Bestandtaufnahme der Betriebe im Stadtteil gemacht werden und entsprechendes Branchen-Know-How konzentriert werden. Hier können sich Gewerbetreibende mit Interessen, Problemen usw. hinwenden, kann eine Gewerbeflächen- und Maschinenbörse eingerichtet werden. Schließlich soll diese Stelle die gegenseitige Kontaktaufnahme der Betriebe untereinander erleichtern.

Von hieraus können Marktuntersuchungen und Branchenanalysen in Auftrag gegeben werden. Weitere Aufgaben dieser Stelle wären, einen gegenseitigen

Erfahrungsaustausch von Betrieben zu organisieren und auch Schulungsveranstaltungen anzubieten.

III Thesen

Gibt es überhaupt eine regionale Wirtschaftspolitik, die sich unabhängig von der gesamtwirtschaftlichen Lage entfalten kann?

Ist Wirtschaftspolitik letztendlich nicht immer ein Instrument zur Durchsetzung rein wirtschaftlicher Interessen?

Führt die Organisation der Betriebe in einem Stadtteil nicht zu einer neuen Ständevertretung mit Zunftcharakter?

 

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Stand: 06. Mai 2008